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Der Kaiserbau ging durch den Brecher

Der Höhepunkt in der fast 31 Jahre währenden Geschichte des Kaiserbaus im rheinischen Troisdorf war zweifellos der 13. Mai 2001: Die glanzlose Historie der Hotel-Bauruine, deren Fensterlöcher zeitweise vom Kölner Aktionskünstler HA Schult mit Prominenten-Portraits ausgefüllt wurden, endete um 8.01 Uhr vor einer Kulisse von über 20.000 Zuschauern und einem Medien-Großaufgebot sogar die ARD-Tagesschau berichtete nach einer blitzsauberen Sprengung mit 450 kg Amongelit. Von der 19 Stockwerke hohen Ruine mit 115.000 m3 umbautem Raum, die in drei Jahrzehnten zu einer Art Orientierungsmarke am Rande von Troisdorf wurde, blieben am Ende rund 18.000 m3 rezyklierfähige Stahlbeton-Masse übrig.

Das gesprengte aufzubereitende Material bestand im wesentlichen aus Beton mit einem Stahlanteil von insgesamt fast 3.000 t, die Kölner Schrotthändler abnahmen. Mit der Aufbereitung wurde unmittelbar nach der Sprengung begonnen; die letzten Tonnen liefen nach einigen betriebsbedingten Verzögerungen Mitte September durch die Brechanlage. Die durchschnittlichen Tagesleistungen lagen zwischen 800 bis 1.000 t.

Die Hauptbrecharbeit übernahm eine auf Baustoff-Recycling spezialisierte, funkferngesteuerte raupenmobile Brechanlage Typ Nordberg LT105S, die von einem Volvo-Penta-Turbodiesel mit 212 kW angetrieben wird. Die Anlage arbeitet mit einem Backenbrecher Typ Nord berg C 105 mit hydraulischer Spaltverstellung. Zur Ausrüstung gehören unter anderem ein 9 m3 -Aufgabebunker mit hydraulisch klappbaren Seitenwänden, ein Vibrationsaufgeber Typ TK 11-42-2V mit zweistufigem Stangenrost zur Vorabscheidung, ein Hauptaustrags- und ein Seitenaustragsband, ein Magnet-Abscheider,
eine Material-Füllstandskontrolle für optimale Leistung, ein Wassersprüh-system zur Staubbindung sowie ein automatisches Schmiersystem für eine einfache Wartung. Am vorderen Materialauslauf fließt das Material über ein in die Anlagenkonstruktion integriertes Eindecksieb Typ TKI 1-30 S, dass das Brechgut in zwei Körnungen klassiert.
Beschickt wird die Brechanlage von einem Case-Hydraulikbagger Typ 1188 (Betriebsgewicht 24 t / Motorleistung 119,3 kW) mit 1,2 m3-Tieflöffel an der aus 5,40 m langem Monoblockausleger und 2,80 m langem Pendelarm bestehenden Ausrüstung. Die Flurtransporte übernehmen zwei knickgelenkte Case-Radlader des Typs 821 C mit 3,5 m3 Schaufelinhalt. Die Lader der C-Serie fahren mit elektronisch gesteuerten Autoshift-ZF-Getrieben mit geschwindigkeitsabhängigen und Kick-Downshift-Automatikfunktionen für besonders schnelle Arbeitsspiele.
Die C-Lader sind serienmäßig mit dem elektro-hydraulisch gesteuerten, den Fahrkomfort steigernden Ride-Control-Systern ausgerüstet. Das System wirkt dem durch die Gewichtsverteilungen bedingten Nachschwingen entgegen; die Fahrbewegungen werden gleichmäßiger, und die Lebensdauer verschiedener Maschinenelemente wird durch verringerte Stoßkräfte, Reifenbelastungen, Materialermüdungen und Vibrationen verlängert.



Nordberg LT105S
Die Hauptbrecharbeit beim Kaiserbau-Recycling
übernahm eine auf Baustoff-Recycling
spezialisierte, funkferngesteuerte raupenmobile
Brechanlage Typ Nordberg LT105S, die mit einem
in die Konstruktion integrierten Eindecksieb
Typ TKI 1-30 S ausgerüstet ist, das das
Brechgut in zwei Körnungen klassiert.







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