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BG-Medienkongress: Die Sozialversicherung im Multimedia-Zeitalter

Es ist ein Medienkongress, und ich bin ein Medienmann. Die Berufsgenossenschaften suchen einen neuen Weg. Ein spannendes Unterfangen“, so Alexander Niemetz, der als Moderator durch den erstmalig von den Berufsgenossenschaften veranstalteten Medienkongress in Dresden führte. Niemetz verkörperte damit genau die Haltung, die der gesamte Kongress ausstrahlte: Professionalität, Offenheit im Gespräch und Sachbezogenheit.

Professionelle Moderation mit Witz und journalistischer Schärfe: Alexander Niemetz
Professionelle Moderation mit Witz und
journalistischer Schärfe: Alexander Niemetz


Dabei hatten es einige der Kongressteilnehmer und Referenten zunächst nicht leicht, nach Dresden zu gelangen, da Nebel den Flugverkehr behinderte. So mussten Umstrukturierungen im Programm vorgenommen werden. Die 230 Teilnehmer, die sich hauptsächlich aus den Vorständen und Geschäftsführungen der BGen, weiterer Sozialversicherungsträger wie Eigenunfallversicherungen und Rentenversicherung sowie den Öffentlichkeitsarbeitern der BGen zusammensetzten, erlebten in der großzügig angelegten BG-Akademie einen informativen und äußerst diskussionsfreudigen Kongress.
Unter der Fragestellung „Wie kommuniziert die Sozialversicherung im Multimedia-Zeitalter?“ hatte der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der gewerblichen Berufsgenossenschaften 17 prominente externe und BG-interne Referenten eingeladen, um eine Standortbestimmung der berufsgenossenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit und ihre weiteren Perspektiven zu diskutieren. Die Offenheit dieses Vorhabens, sich selbst freiwillig der Kritik auszusetzen, wurde direkt zu Kongressbeginn von Niemetz auf die Probe gestellt. An die Adresse der Berufsgenossenschaften gerichtet meinte er: „In den Medien finden Sie nicht statt!“
Nach der Begrüßung durch den HVBG-Vorstandsvorsitzenden Herbert Kleinherne referierten am ersten Tag Prof. Wolfgang Graß (CineMedia), Prof. Georg Ruhrmann (Friedrich-Schiller-Universität) und Dr. Heinz Schmitz (Handelsblatt), Dr. Heike Braunsteffer (BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege), Dr. Thomas Gauly (Altana AG), Dr. Walter Eichendorf (HVBG), und Hans J. von Rimscha (Holz-BG).


Die Referenten des ersten Tages bei der Podiumsdiskussion: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Georg Ruhrmann, Dr. Heinz Schmitz, Dr. Heike Braunsteffer, Alexander Niemetz, Dr. Thomas Gauly, Dr. Walter Eichendorf, Hans-Jürgen von Rimscha, Prof. Wolfgang Graß. (Foto: Sprotte, BG Druck- und Papierverarbeitung)
Die Referenten des ersten Tages bei der
Podiumsdiskussion: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Georg
Ruhrmann, Dr. Heinz Schmitz, Dr. Heike Braunsteffer,
Alexander Niemetz, Dr. Thomas Gauly, Dr. Walter Eichendorf,
Hans-Jürgen von Rimscha, Prof. Wolfgang Graß


Themen wie
  • Kundenorientierung,
  • Öffentlichkeitsarbeit und Imagebildung,
  • Kommunikation als Managementinstrument sowie
  • wie stehen die Berufsgenossenschaften aus Sicht der Presse da

wurden zum Teil kontrovers diskutiert.

Als roter Faden war aber genauso wie in der nachfolgenden Podiumsdiskussion erkennbar, dass Glaubwürdigkeit und Vertrauen in eine Institution sowie Integration der Kommunikation in die Unternehmensentscheidungen maßgebliche Faktoren für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit sind. Dabei wurde auch die Begrifflichkeit der Öffentlichkeitsarbeit von den Referenten zu Gunsten der Unternehmenskommunikation in Frage gestellt. Verstärkt wurden diese Erkenntnisse durch die Referenten des zweiten Tages: Michael Jungblut (ZDF), Emilio Galli-Zugaro (Allianz AG), Udo Barske (AOK), Gregor Doepke (HVBG) und Dr. Joachim Breuer (Bergbau-Berufsgenossenschaft). Herausgestellt wurde von ihnen insbesondere die Bedeutung einer gemeinsamen Plattform, um wirksam und nachhaltig kommunizieren zu können. Jede Versicherung, jede Institution brauche eine Corporate Identity, die auch für die Kunden und Zielgruppen erkennbar gelebt und dadurch glaubwürdig werde. Dann sei auch die Basis für gemeinsame und vernetzte Kommunikation gegeben und die für eine wirksame Erfüllung des berufsgenossenschaftlichen Auftrags notwendige Wirkung bei den jeweiligen Zielgruppen erreichbar. Konkrete und vorbildliche Kommunikationsmaßnahmen und Kampagnen wurden dann von Robert Lang (SUVA), Helmut Ehnes (Steinbruchs-BG) und Ute Hammer (DVR) vorgestellt.

Neben Robert Lang von der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) und Ute Hammer vom deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) stellte auch der Leiter des Geschäftsbereiches Prävention der StBG, Helmut Ehnes, konkrete und vorbildliche Kommunikationsmaßnahmen vor. Dabei verdeutlichte Ehnes, dass nur durchdachte, auf die Zielgruppe zugeschnittene und inhaltlich abgestimmte Kampagnen dazu beitragen können, dem Bild der Berufsgenossenschaften in der breiten Öffentlichkeit mehr Kontur zu verleihen. Dass hierbei allerdings auch schon an vielen Stellen wegweisende Arbeit geleistet wurde, bewies er, indem er einige vorbildliche Kampagnen verschiedener Berufsgenossenschaften in Wort und Bild vorstellte.

In seinem kurzen Resümee bezeichnete Dr. Günther Sokoll (HVBG) den Kongress als Start. Mit der Dresdener Erklärung, die er zum Schluss des Kongresses verlas, war ein offenes Bekenntnis zur Veränderung verbunden, das allgemein als ein deutliches Signal nach innen begriffen wurde, in Zukunft die Öffentlichkeitsarbeit neu zu bewerten, ihre Möglichkeiten zu erkennen sowie ein einheitliches Bild nach außen abzugeben, dessen erste Konturen der Kongress bereits vorgezeichnet hat.



Dr. Günther Sokoll verliest die Dresdener Erklärung am Ende des Kongresses
Dr. Günther Sokoll verliest die Dresdener Erklärung
am Ende des Kongresses


Wichtig wird jetzt sein, konkrete Maßnahmen, die auf der Dresdener Erklärung aufbauen, in Angriff zu nehmen. Ein Anliegen, dem sich die Öffentlichkeitsarbeiter der Berufsgenossenschaften in den nächsten Wochen widmen werden.



Der BG-Medienkongress war schon Wochen vorher ausgebucht: 230 Teilnehmer in der vollbesetzten Aula der BG-Akademie in Dresden
Der BG-Medienkongress war schon Wochen vorher
ausgebucht: 230 Teilnehmer in der vollbesetzten
Aula der BG-Akademie in Dresden






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