www.steine-und-erden.net > 2001 > Ausgabe 6/01 > Betontrennmittel sparsam auftragen

[Die Industrie der Steine + Erden]






Betontrennmittel sparsam auftragen

Kontakt: Ragano Betonfertigteile, Recycling und Baustoffhandel GmbH & Co. KG, D-48527 Nordhorn, Hermann Stegink, Tel.: (0 59 21) 82 35 20




Problem
Bei der Herstellung großflächiger Betonelemente in Stahl-, Holz- oder Kunststoffschalungen werden Trennmittel eingesetzt, um das ausgehärtete Betonprodukt leichter aus der Form lösen zu können und um eine saubere Betonoberfläche zu erreichen. Der Flächenauftrag in einer Umlaufanlage wird in der Regel durch eine automatische Sprühstation mit beweglichen Düsen durchgeführt. Dabei ergeben sich folgende Probleme: Bei den herkömmlich zum Einsatz gelangten Sprühdüsen kommt es häufig zu Düsenverstopfungen. Für die Reinigung der Düsen muss der Mitarbeiter in den Bereich der Umlaufanlage eintreten und sich dann mit dem Oberkörper in das Vernebelungsgerät hineinlehnen. Hier kann es durch Unachtsamkeiten schnell zu einem Unfall kommen. Durch die im Trennmittel enthaltenen Lösungsmittel können Hautschädigungen hervorgerufen werden. Das Einatmen von aromaten Dämpfen kann zu rauschähnlichen Zuständen, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen. Oft gelangt das Trennmittel beim Versprühen auch auf Gehwege und in Arbeitsbereiche. Dadurch entsteht zum einen eine erhöhte Explosionsgefahr durch feinste Verteilung der Ölpartikel in der Umgebungsluft und zum anderen erhöhte Rutschgefahr für die Mitarbeiter. Darüber hinaus kann ein gleichmäßiger Ölaustritt sowie eine optimale und wirtschaftliche Ölverteilung auf der Schalfläche durch den Einsatz herkömmlicher Düsen nicht immer gewährleistet werden.



Praxislösung
Diese Punkte hat ein Unternehmen aus der Beton- und Fertigteil-Industrie zum Anlass genommen, den bisher nur an manuellen Geräten realisierten emissionsarmen Sprühkopf der Firma Schmidhäuser, (Förderpreisträger 1999), für die Integration in einer Umlaufanlage weiterzuentwickeln. Bei diesem Sprühkopf handelt es sich um eine neuartige Methode, Trennmittel auf die Schalung aufzutragen. Das Trennmittel wird hierbei nicht mit einer Sprühvorrichtung unter hohem Druck auf den Stahltisch aufgebracht, sondern es wird mittels einer patentierten Rotationsdüse fein zerstäubt.
Das Trennmittel gelangt über eine Zuleitung auf die Rotationsscheibe. Dabei wird der Tropfen nicht versprüht, sondern in sehr feine Partikel zerschlagen. Die versprühten Partikel gelangen gezielt und gebündelt auf die Schalung und werden nicht mehr in der Umgebungsluft verteilt. Dieses Prinzip wurde vom Unternehmen auch für die Umlaufanlage genutzt. Die Trennmittelanlage hat die Abmessungen von circa 4 m x 1,80 m. In der Anlage sind zwei konventionelle Schwenkarme und zwei feststehende Sprühvorrichtungen mit angebautem Sprühkopf installiert.



Erfahrung
Der Einsatz der neuen Trennmittelanlage hat zu folgenden Vorteilen geführt:
Die Geruchsbelästigung in der Produktionshalle und an den Arbeitsplätzen ist erheblich zurückgegangen. Ölverschmutzungen im Umfeld der Anlage treten nicht mehr auf, wodurch die Rutschgefahr auf den Verkehrswegen minimiert werden konnte. Da die Düsen nicht mehr verstopfen, braucht der Gefahrenbereich der Umlaufanlage von Mitarbeitern nicht mehr betreten werden. Durch den gezielteren Auftrag des Betontrennmittels konnte die verwendete Menge um circa 40 Prozent reduziert werden. Auch hat sich die Qualität der Atemluft deutlich verbessert und das Auftreten einer explosionsgefährlichen Atmosphäre konnte durch den Einsatz der neuen Trennmittelanlage deutlich reduziert werden.



Rotationsdüse
Rotationsdüse


In der Trennmittelanlage sind zwei Schwenkarme und zwei feststehende Sprühvorrichtungen installiert
In der Trennmittelanlage sind zwei Schwenkarme
und zwei feststehende Sprühvorrichtungen installiert


Regeleinheit mit (von links): Dosierknopf, Dosiereinheit und Vorratsbehälter
Regeleinheit mit (von links): Dosierknopf,
Dosiereinheit und Vorratsbehälter


Großaufnahme: am Rand leichtes Ablaufen des Trennmittels
Großaufnahme: am Rand leichtes
Ablaufen des Trennmittels






Inhaltsverzeichnis Ausgabe 6/01 | Zurück zu unserer Homepage