www.steine-und-erden.net > 2001 > Ausgabe 6/01 > Intelligenter Gehörschutz

[Die Industrie der Steine + Erden]






Intelligenter Gehörschutz

Kontakt: August Hector GmbH & Co., D-66763 Dillingen / Saar,
Andreas Fink und Andreas Litzenburger, Tel.: (0 68 31) 9 49 10




Problem
Bekanntlich wird Lärm ab einem Beurteilungspegel von 85 dB(A) für die Ohren gefährlich und kann bei dauernder Einwirkung zu einer Lärmschwerhörigkeit führen. Aber auch was dem Ohr noch nicht schadet, kann die Psyche angreifen. Lästiger Lärm zerrt am Nervenkostüm und ist eine mögliche Ursache für Kopfschmerzen und Magengeschwüre. Andauernde Lärmeinwirkung – das ist mittlerweile erwiesen – kann auch direkt krank machen. Hoher Blutdruck, Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zum Herzinfarkt sind mögliche Folgen. Darüber hinaus kann Lärm zu einer erhöhten Unfallgefahr führen, wenn beispielsweise durch den Lärm eine Wahrnehmung akustischer Signale, wie Warnrufe oder Gefahren ankündigende Geräusche, beeinträchtigt wird.
In einem Unternehmen der Kies- und Sandindustrie wurden vielfältige Anstrengungen unternommen, durch eine Reihe technischer Maßnahmen die Lärmimmission der Anlagen zu minimieren. In einigen Bereichen konnte aber der Lärm aufgrund der Anlagenspezifik nicht auf ein ungefährliches Maß reduziert werden. Deshalb wurden die Mitarbeiter im Tragen von Gehörschutz unterwiesen. Zunächst erfolgte ein Test von einer Reihe handelsüblicher Kapselgehörschützer sowie fertig geformter Gehörschutzstöpsel zum einmaligen bzw. mehrfachen Gebrauch. Nicht selten kamen dabei von den Mitarbeitern kritische Bemerkungen wie: „Gehörschützer sind lästig und unbequem“, „Man kann nicht mehr richtig hören“, „Ich habe Angst vor Entzündungen im äußeren Gehörgang“. Deshalb wurde seitens des Unternehmens ein Gehörschutz gesucht, der von den Mitarbeitern akzeptiert und getragen wird.



Praxislösung
Es wurde ein Gehörschutz der Firma Telcom Avionics System getestet. Diese Firma vertreibt unter dem Namen Target einen kleinen und leichten elektroakustischen Gehörschutz, der nicht nur Impulslärm auf maximal 82 dB(A) in Millisekunden reduziert und somit unter dem Grenzwert des Beurteilungspegels von 85 dB(A) liegt, sondern auch durch zwei eingebaute Mikrofone und einen Stereoverstärker die Möglichkeit bietet, Umweltgeräusche und Sprache originalgetreu wiederzugeben. Die Umweltgeräusche werden individuell eingestellt und bis um das zehnfache verstärkt wiedergegeben, so dass auch leiseste Geräusche hörbar sind. Der Target wurde unter Verwendung von neuesten SMD-Electronik-Bauteilen entwickelt, entspricht der Euronorm, hat ein CE-Zeichen und ist nach den Normen BS EN 24869-1:1993 sowie ISO 4869-1:1990 getestet und zugelassen. Des Weiteren erfüllt er die EMC-Auflagen für elektromagnetische Strahlung. Mit Hilfe des Helmherstellers Schubert wurde eine Lösung gefunden, den Target-Kopfhörer direkt an Sicherheitshelmen zu befestigen. Damit bilden Sicherheitshelm und Kapselgehörschützer eine praxistaugliche, komfortable Einheit.



Erfahrung
Der Gehörschutz wurde im Unternehmen vier Monate durch die Mitarbeiter getestet. Der hohe Tragekomfort als auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen haben zur Akzeptanz dieses Gehörschutzes bei den Mitarbeitern geführt. Bei den regelmäßig durchzuführenden Kontrollgängen für Wartung bzw. Überprüfung der Materialaufbereitung ist sowohl der Schutz des Mitarbeiters gewährleistet als auch die Kommunikationsmöglichkeit unter den Mitarbeitern jederzeit gegeben. Akustische Signale werden verstanden und können direkt umgesetzt werden.




Aufbau des Gehörschutzes
Aufbau des Gehörschutzes


Befestigung der Kopfhörer am Sicherheitshelm
Befestigung der Kopfhörer am Sicherheitshelm






Inhaltsverzeichnis Ausgabe 6/01 | Zurück zu unserer Homepage