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[Die Industrie der Steine + Erden]






Hartsteingewinnung mit modernster Gewinnungskette

Grauwacke, ein hartes und springfreudiges Sedimentgestein, steht im Sauerland rund um Drolshagen in großer Mächtigkeit an. Edelsplitte, Schotter und Natursteine sind die wichtigsten Endprodukte, die der Steinbruch Albus, bereits 1950 aufgeschlossen und im vergangenen Jahr von der Remscheider Dohrmann-Gruppe und Eberhard Korn übernommen hat, gewinnt. Mit den neuen Gesellschaftern zog auch neue Technik ein: Dohrmann ist seit Jahren Komatsu Kunde und so war es nur zu klar, dass über den langjährigen Händler Gebr. Finger in Köln die Gewinnungskette mit zwei Radladern WA 470-3 active plus, einem Radlader WA 600-3 und einem Starrahmenkipper HD 325-6 auf den neusten Stand gebracht wurde.
Zweimal wöchentlich wird gesprengt. Wichtigstes Ladegerät an der Wand ist der 328 Kilowatt starke und 44 Tonnen schwere Großradlader Komatsu WA 600-3 mit seiner 6,4 m3 fassenden Felsschaufel. Er bedient eine dem Abbaufortschritt folgende mobile Brechanlage, welche die gesprengt 2,35 t/ m3 wiegende Grauwacke bereits auf der Sohle in die gebräuchlichsten Fraktionen zerkleinert. Bei Wind und Wetter muss der Radlader laden, die steile Rampe zum Vorbrecher voll beladen hinauf fahren und rund 15 Tonnen Material wohldosiert in den Aufgabetrichter entleeren. Wird die stationäre Edelsplitt-Anlage, etwa 400 Meter von der Bruchwand entfernt, beschickt, kommt der 37 Tonnen ladende Komatsu Muldenkipper HD 325-6 mit seiner beheizten 24-m3-Mulde (Verhältnis 2:1 gestrichen) zum Einsatz. Für die Rückverladung des gebrochenen Materiales werden sowohl auf der Abbausohle wie auch im Edelsplittwerk zwei Komatsu Radlader WA 470-3 active plus mit jeweils 5 m3 fassender Standardschaufel eingesetzt.
Besonders der WA 600, angetrieben von einem Sechszylinder-Niederemissionsmotor mit 23,5 Liter Hubraum, ist das Arbeitspferd im Steinbruch. Der für den Load-and-Carry-Einsatz geschaffene Radlader für große Erdbaulose oder die stationäre Gewinnung ist mit dreistufigem Drehmomentwandler, Viergang-Lastschaltgetriebe und wartungsfreien vollhydraulischen Lamellenbremsen ausgerüstet. Genau das, was Eberhard Korn von einer Hochleistungsmaschine erwartet. „Neben der sehr guten Leistung überzeugt uns der geringe Kraftstoffverbrauch – heutzutage ein wichtiges Argument, denn auch wir stehen unter Preisdruck“, fügt Korns Sohn Michael ein, der im Steinbruch Verkauf und Verladung leitet.
Load-and-Carry-Betrieb sollte, und so ist es im Steinbruch Albus auch organisiert, nur über sehr kurze Distanzen eingesetzt werden, denn sonst sinkt die Produktivität wegen zu hohem Leerfahrtanteil des Radladers. Deshalb versorgt der Komatsu Starrahmenkipper HD 325-6 die stationären Anlagen des Steinbruch Albus, die rund 80 m tiefer und etwa 400 Meter entfernt direkt an der B 54 liegen. Eine flache und leicht zu beladende Mulde aus hochverschleißfestem Stahl, ein Muldenkipperrahmen mit Stahlgussteilen an Punkten mit besonders großer Belastung und der moderne Antriebsstrang mit 379 Kilowatt leistendem Niederemissionsmotor, Siebengang-K-Atomics-Getriebe mit hydraulischem Retarder für verschleißfreies Bremsen sind die wichtigs-ten Eckdaten des Beladen rund 61 t schweren Muldenkippers. Radlader, Brecher, Muldenkipper, Siloanlagen und Rückverladungskapazitäten müssen zur Optimierung der Produktionsleistung des Steinbruchs sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. In vier Spielen füllt der WA 600 die Mulde des HD 325-6 – so stehen Lade- und Fahrzeiten im richtigen Verhältnis. Ein Klassiker für die Rückverladung ist der 5-m3-Radlader WA 470-3 aus Hannoveraner Komatsu Produktion. Der 24 t schwere und 194 Kilowatt starke Radlader wartet wie sein größerer Bruder mit einer Z-Kinematik auf. Große Reiß- und Losbrechkräfte, schnelles Auskippen und Rückholen sind wichtige Vorzüge dieser Konstruktion. Das Automatic Power-Speed-System (APS) passt Hydraulikdruck und Fördermenge jeweils der Betriebssituation (Geschwindigkeit oder Kraft) an. Auf Wunsch ist auch ein Automatischer Last-Stabilisator (ALS) verfügbar. Das Dämpfungssystem arbeitet ab 5 Kilometer/Stunde und reduziert Fahrer und Maschine belastende Nickbewegungen im schnellen Load-and-Carry-Betrieb.

Wartung: Kompetenz zählt
Wer ganzjährig anspruchsvolle Kundschaft wie zum Beispiel Asphalt- und Betonmischwerke und Kunden in Holland bedient, muss sich auf seine Maschinen verlassen können.
Feste Fahrer, regelmäßig von Komatsu Händler Finger geschult, und vor allen Dingen ein schneller Service von Finger aus dem 70 km entfernten Köln, sind unabdingbar. „Wir halten unsere Maschinen lange, nutzen sie jährlich zwischen 1500 und 1700 Stunden und sind auf jede einzelne angewiesen. Deshalb vertrauen wir auf Finger, die sowohl die Ersatzteile für uns bevorraten, wie auch speziell auf Großmaschinen geschulte Monteure schicken“, ergänzt Eberhard Korn.
Hinzu kommt, dass sämtliche Komatsu Großgeräte Fahrer und Servicemonteure per Diagnosesystem EDIMOSS II über den Zustand aller Aggregate und eventuelle Störungen informieren.






Komatsu WA 600
Leistung an der Wand: Der 327 kW
starke Radlader Komatsu WA 600 lädt
mit seiner 6,4- m3-Felsschaufel
gesprengte Grauwacke im Steinbruch
Albus und gibt sie im Vorbrecher auf


WA 600
Der WA 600 gibt täglich erhebliche
Mengen Material auf


Muldenkipper HD 325-6
Rückverladung: Hier belädt
der WA 600 in vier Spielen den Komatsu
Muldenkipper HD 325-6, der nun 27 t Schotter
zur 400 Meter entfernten Edelsplittlinie
transportieren wird






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