www.steine-und-erden.net > 2001 > Ausgabe 6/01 > Dyckerhoff nimmt Drehofen Linie 8 in Betrieb

[Die Industrie der Steine + Erden]






Dyckerhoff nimmt Drehofen Linie 8 in Betrieb

„Entdecken Sie die Welt des Zementes“ unter diesem Motto stand der Tag der offenen Tür am 27. Oktober 2001 im Zementwerk Lengerich. Mehr als 5000 Besucher zog es an diesem Tag ins Werk, um mit der Dyckerhoff Zement GmbH die Inbetriebnahme der neuen Drehofenlinie 8 zu feiern.


Flaggen Nach zweijähriger Bauzeit – über die Baumaßnahmen wurde bereits in Heft 4/2001 berichtet – ersetzt die Linie 8 drei alte Drehöfen aus den sechziger Jahren; es entstand, den Umweltschutz betreffend, die modernste Zementanlage Europas.
240 Millionen DM hat Dyckerhoff dafür in Lengerich investiert.
In seiner Begrüßungsrede während des Festaktes, an dem 400 geladene Gäste teilnahmen, bezeichnete Hans Jürgen Asel, der Werksleiter in Lengerich, die neue Ofenlinie als einen „Gewinn an Lebensqualität“. Der Vorstandsvorsitzende der Dyckerhoff Zement GmbH, Dr. Peter Rohde, unterstrich den Umweltschutzgedanken ebenfalls: Zehn Prozent der Bausumme, also etwa 24 Millionen DM, seien dem Umweltschutz gewidmet worden. Die neue Anlage habe bei gleicher Produktion rund 15 Prozent weniger Energiebedarf. Gleichzeitig sei der Abgasausstoß um rund 25 Prozent reduziert worden. Das sei nur durch modernste Technik möglich geworden.
Dr. Rohde wies auch darauf hin, dass eine derartige Investition nur bei einer gesicherten Abgrabungsgenehmigung möglich sei. Ein Stichwort für das Grußwort des Nordrhein-Westfälischen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement: Clement trat den Befürchtungen, dass nach dem Ablauf der jetzt im Regionalplan gesicherten 25 Jahre in Lengerich mit dem Kalkabbau Schluss sei, eindeutig entgegen. Davon, so der Ministerpräsident, könne keine Rede sein. Auch danach könne im Teutoburger Wald Kalk abgebaut werden. Am Ende bedankte sich Clement bei Dyckerhoff für die Investition und wünschte „Glück auf“ zur Inbetriebnahme des neuen Drehofens.

Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Rohde und dem Werksleiter Dipl.-Ing. Asel drückte Clement um 14:30 Uhr auf den roten Knopf und nahm so das neue Werk symbolisch in Betrieb. Die Festgäste konnten auf einer Leinwand zusehen, wie sich der neue Ofen in Bewegung setzte.


Historischer Knopfdruck: (von links) Hans Jürgen Asel, Wolfgang Clement und Dr. Peter Rohde setzen die neue Ofenanlage symbolisch in Betrieb
Historischer Knopfdruck: (von links) Hans Jürgen Asel,
Wolfgang Clement und Dr. Peter Rohde
setzen die neue Ofenanlage symbolisch in Betrieb



Der Wärmetauscherturm der neuen Drehofenlinie Danach bot Dyckerhoff seinen Gästen ein volles Programm: Vom 108 m hohen Wärmetauscherturm der neuen Drehofenlinie konnten die Besucher beispielsweise einen Blick auf Lengerich werfen. Auch die Werksfeuerwehr gab einen Einblick in ihr Können. Sie führte eine Höhenrettungsmaßnahme vor. Daneben sorgte sie (natürlich) für den reibungslosen Ablauf.

Zwölf Themenpavillons informierten anschaulich über die Zementproduktion, Arbeitssicherheit und den Umweltschutz, sowie über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten im Werk Lengerich. Des Weiteren konnten die Werkstätten und Ausbildungswerkstätten besichtigt werden. Die Informationen, die die Besucher erhielten, waren zur Lösung des angebotenen Preisausschreibens nötig. Als erster Preis war hier eine Wochenendreise für die ganze Familie zum Nürnberger Christkindlmarkt zu gewinnen.

In einem eigenen Pavillon präsentierte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die neue BAUZ-Kampagne. Aufgebaut war die Erlebniswelt „Gehen, Laufen, Stolpern“ – ein Mitmachparcours, bei dem die Besucher Stolper- und Sturzquellen finden konnten. Hiervon machten sehr viele Besucher eifrig Gebrauch. Das bewährte BAUZ-Team hatte alle Hände voll zu tun. Neben dem Mitmachparcours war auch der Präventionscontainer „Hören” mit Informationen zum Thema „Lärm und Lärmschwerhörigkeit“ zu erleben. Ein abwechslungsreiches Musikprogramm garantierte für eine gute Unterhaltung der Besucher. Mit diversen Speise- und Getränkeständen war auch für das leibliche Wohl gesorgt.


BAUZ: Erfolgreich präsentierte die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die neue Anti-Stolper-Kampagne
BAUZ: Erfolgreich präsentierte die Steinbruchs-
Berufsgenossenschaft die neue Anti-Stolper-Kampagne


Dipl.-Ing. Clemens Schütte, StBG



Das Unternehmen
Die Dyckerhoff-Gruppe gehört international zu den größten Unternehmen in der Zementbranche. Mit Werken in Deutschland, Spanien, Luxemburg, Rußland, Polen, der Slowakei und den USA ist der Konzern Arbeitgeber für etwa 11.800 Menschen. Der Gesamtumsatz betrug im vergangenen Jahr etwa 4,8 Milliarden DM.
Etwa ein Viertel der Summe wurde in den sechs deutschen Werken in Wiesbaden, Göllheim, Neuwied, Beckum, Geseke, Neuss und Lengerich erwirtschaftet.



Das Werk Lengerich
Das Werk in Lengerich wurde 1872 gegründet und ist heute die größte deutsche Produktionsstätte des Konzerns. Zum Standort gehören neben einem Zement- und Kalkwerk auch ein Servicelager der Dyckerhoff Sopro GmbH, die Ausbauprodukte rund um den Bau vertreibt. Mit seinen rund 500 Beschäftigten zählt die Dyckerhoff Zement GmbH in Lengerich zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region. 48 junge Menschen absolvieren bei Dyckerhoff derzeit ihre Ausbildung. Angehende Industriekaufleute arbeiten hier ebenso, wie Auszubildende in den Berufen Industriemechaniker, Baustoffprüfer und Energieelektroniker. Die Dyckerhoff-Produktion ermöglicht indirekt noch einmal mehr als 300 weitere Arbeitsplätze bei den örtlichen Zulieferer- und Dienstleistungsbetrieben: Aufträge in Höhe von über 100 Millionen DM jährlich vergibt Dyckerhoff allein an regionale Unternehmen.



Höhenrettungs-Demonstration am Wärmetauscherturm
Höhenrettungs-Demonstration
am Wärmetauscherturm






Inhaltsverzeichnis Ausgabe 6/01 | Zurück zu unserer Homepage