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Globaler Dialog - StBG-Lösungen auch international gefragt

Juan Somavia, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation  (ILO), hielt auf dem Globalen Dialog eine "Rede an die Welt". Im 9. Globalen Dialog der EXPO 2000 "Arbeiten im 21. Jahrhundert Nachhaltiges Wirtschaften und soziale Verantwortung" diskutierten insgesamt 800 Teilnehmer vom 3. bis 5. Oktober 2000 drei Tage lang über die Zukunft der Arbeit.
Dabei ging es nicht nur um die Erwerbsarbeit, sondern auch um den informellen Sektor und die Hausarbeit.
Auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts zählt die Frage, wie wir Arbeit in der Zukunft gestalten, verteilen und bewerten werden, zu den größten He-rausforderungen an die Gesellschaft. Die globale Arbeitsgesellschaft steht am Scheideweg: Sie hat nur dann eine Zukunft, wenn es ihr gelingt, national und international zunehmende Spaltungen in der Arbeitswelt zu verhindern und neue Formen und Inhalte von Arbeit zu finden, die den Bedürfnissen aller Menschen gerecht werden. Unter diesen Leitmotiven war der 9. Globale Dialog unter Federführung der Hans-Böckler-Stiftung und Beteiligung vieler namhafter nationaler und internationaler Gremien und Organisationen organisiert worden.
Da sich die Berufsgenossenschaften an den brennenden Fragen der Gegenwart auch im Rahmen der EXPO 2000 intensiv beteiligt haben, lag es nahe, sich auch im Rahmen des Globalen Dialoges zu engagieren.
Juan Somavia, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf (ILO), erinnerte in seiner weltweit über Internet und Satellit ausgestrahlten "Rede an die Welt" daran, dass bei drei Milliarden weltweiter Erwerbsbevölkerung und 150 Millionen offiziell Arbeitslosen eine Milliarde Menschen unterbeschäftigt sind und zwei Milliarden Menschen von weniger als zwei Dollar pro Tag leben müssen. Waren mit der Globalisierung viele große Hoffnungen auf Fortschritte in den Entwicklungsländern verbunden, so machte Somavia deutlich: Erfolge für alle Weltregionen und soziale Gerechtigkeit hängen von der politischen Gestaltung der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Folgerichtig waren soziale Mindeststandards wie Verbot der Kinderarbeit und Arbeitsschutz Schwerpunkte der Diskussion. Kernpunkt der Rede des ILO-Generaldirektors war seine Vision über Perspektiven menschenwürdiger Arbeitsbedingungen, der sog. "decent work".
Im bestbesuchten Globalen Dialog traten die Vertreter der Wirtschaft für soziale Verantwortung ein. Gemeinsam mit Politikern, Wissenschaftlern und Gewerkschaftlern diskutierten sie Chancen und praktische Ansätze nachhaltigen Wirtschaftens. Im sog. "Workshop 21" wurden Strategien zur Lösung der Probleme formuliert und diskutiert. Diese bereits erfolgreich praktizierten Projekte sollen als Best-Practice-Beispiele einen wünschenswerten Weg in die Zukunft der Arbeit aufzeigen. Sie sollen Vorbild und Motivation für gemeinsame Lösungen sein.
Im Rahmen des Workshop 21 hatten der Vorsitzende des Vorstands der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Hans Enders, und der Leiter des Geschäftsbereiches Prävention, Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, die Chance, in einem gemeinsam gehaltenen Referat mit dem Titel "Safety Award Der Innovationspreis der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft" die Präventivphilosophie der StBG im Hinblick auf eine Einbeziehung und Beteiligung aller Beschäftigten bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen dem internationalen Publikum vorzustellen. In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass die Idee eines branchenspezifischen Innovationspreises für die menschengerechte Gestaltung der Arbeitswelt und die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen über Ländergrenzen hinaus nutzbar sein könnte. Schließlich muss bei gleichen Fragestellungen das Rad nicht immer und überall wieder von neuem erfunden werden!
Als Fazit der dreitätigen Veranstaltung ist festzuhalten, dass in dieser Komplexität erstmalig weltweit über die Gestaltung der Arbeit diskutiert wurde. Das Bestreben der Veranstaltungspartner ist, es nicht bei einem einmaligen Ereignis im Rahmen der EXPO 2000 zu belassen, sondern die Diskussion mit dem Ziel fortzuführen, schrittweise Verbesserungen zu erreichen.

Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, StBG,
Tel. 05 11/72 57-9 70, Fax -7 91



Hans Enders (am Podium) und Helmut Ehnes stellten dem internationalen Publikum im Convention Center auf der EXPO den Förderpreis der StBG  vor.
Hans Enders (am Podium) und Helmut Ehnes
stellten dem internationalen Publikum im
Convention Center auf der EXPO den Förderpreis
der StBG vor.






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