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„Eine Baumaschine ist nur so leistungsfähig wie ihr Fahrer.“ Diese so einfache wie bedeutungsvolle Aussage
von Thomas Stemper, Volvo Baumaschinen Deutschland GmbH, stand im Mittelpunkt des Dialogs zwischen Herstellern
und Betreibern auf der 3. Innovationsbörse Arbeit • Sicherheit • Gesundheit in München. „Um den Menschen
muss sich auch alles drehen, wenn wir die Arbeit in der Baustoffindustrie noch sicherer und damit wirtschaftlicher
gestalten wollen“, lenkte Helmut Ehnes, Leiter des Geschäftsbereiches Prävention der Steinbruchs-BG (StBG),
den Focus auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Stemper und Michael Holzhey, Zeppelin Baumaschinen GmbH,
stellten die Neuerungen in Sachen Sicherheit an ihren Baumaschinen vor: Doch ob optimiertes Sichtfeld und Hebellenkung
mit Joysticks bei Radladern von Caterpillar (CAT) oder ergonomisch geformte Armlehne und CDC-Lenksystem bei Volvo
– kein neues System oder verbesserte Sicherheitseinrichtungen bewirken etwas, wenn der Fahrer es nicht oder nicht
richtig nutzt. Darin waren sich alle 150 Teilnehmer der Innovationsbörse einig. So kommt es bei Abstürzen
von Radladern trotz Rops/Fops-Kabine immer wieder zu schwersten Verletzungen, weil sich viele Fahrer nicht anschnallen.
„Warum gibt es keinen komfortablen Drei-Punkt-Gurt und eine Fahrsperre, wenn dieser nicht angelegt ist?“, lautete
dann auch die Frage eines Teilnehmers aus dem Plenum. Auf Unverständnis vieler Unternehmer und Sicherheitsfachkräfte
stieß ebenfalls, dass eine Rückraum-Warnanlage mit Kamera und Monitor für rund 2.500 Mark immer
noch als Zusatzausstattung bei einer Baumaschine bestellt werden muss. Dies sei bei einem Kaufpreis von meist mehreren
Hunderttausend DM bis zu Millionenbeträgen nicht einzusehen.
Die Vertreter der Baumaschinenfirmen und die Teilnehmer waren sich einig, dass ein Hersteller-Betreiber-Dialog
auf der Innovationsbörse auf jeden Fall sinnvoll ist und fortgeführt werden sollte: „Wir nehmen wichtige
Anregungen mit und werden sie bei uns diskutieren“, resümierte Zeppelin-Vertreter Michael Holzhey.
Mit welchen pfiffigen und wirksamen Ideen in den Betrieben selbst an Sicherheitsproblemen gearbeitet wird, demonstrierten
einige Teilnehmer der StBG-Förderpreisrunde 1999 in ihren Vorträgen. Ob einen verbesserten Aufstieg für
Radlader oder eine Arbeitsbühne für Arbeiten am Hubgerüst eines Radladers – hier stellten Praktiker
sichere und wirtschaftliche Sicherheitsinnovationen für die Branche vor.
Gerade dieser Austausch mit anderen „Kollegen“ aus der Baustoffindustrie ist es, den die Teilnehmer an der Innovationsbörse
besonders schätzen und für den viele bereits das zweite Mal teilgenommen haben: „Ich möchte die
Themen des letzten Jahres hier vertiefen und hören, was sich in der Branche aktuell bewegt, wie andere Unternehmen
Sicherheitsprobleme anfassen“, erläutert Werner Engelhardt, Sicherheitsfachkraft bei der Basalt AG in Gummersbach.
Am Förderpreis hat sich sein Betrieb auch schon beteiligt, und zwar mit einer Maschine zum Einbau von Verschleißteilen.
Dabei habe es zwar noch nicht zu einem Preis gereicht, „aber wir machen sicher wieder mit“.
Gelegenheit zum direkten Austausch zwischen Unternehmern, Vertretern der StBG und Sicherheitsfachkräften gab
es in den Konferenzpausen im Foyer des Forum Hotels. Hier tauschten die Teilnehmer Neuigkeiten aus der Baustoffbranche
und eigene Konzepte in Sachen Arbeitssicherheit und Technik aus. Oder man blätterte gemeinsam im Jahrbuch
Arbeit • Sicherheit • Gesundheit der StBG, um sich noch eingehender über die Praxislösungen der letzten
Förderpreisrunde zu informieren.
Im Innovationsbörsen-Saal stand dann wieder eine Reihe interessanter Themen auf der Tagesordnung. Beim Arbeitssicherheits-Management
wurde die Fülle der Praxiserfahrungen und neuen Entwicklungen deutlich. Ob Werner Leck das Management- und
Organisationskonzept der Bayosan Wachter GmbH vorstellte oder Bernd Völlmecke, BEB
Erdgas und Erdöl GmbH, ein gemeinsames Management-System für Auftraggeber und Auftragnehmer präsentierte,
immer stand die Wirtschaftlichkeit einer effektiven Sicherheitsarbeit im Vordergrund. „Sicherheit bedeutet nicht
nur weniger menschliches Leid durch Unfälle und Verletzungen, Sicherheit rechnet sich auch eindeutig betriebswirtschaftlich“,
brachte Walter Rudolph, ebenfalls von der BEB, die umfangreichen Investitionen seiner Firma im Sicherheitsbereich
auf den Punkt.
Ganz konkrete Praxislösungen stellten die Redner beim Thema „Arbeitsplätze in der Baustoffindustrie –
wirtschaftlich und sicher“ vor. Unternehmer Rudi Schmidhäuser, Preisträger des Förderpreises 1999,
erläuterte das Prinzip des in seiner Firma entwickelten Trennmittelsprühgerätes für den Betonfertigteilbau:
Während in den meisten Betonwerken Trennmittel auf Mineralölbasis verwendet und mit Handsprühgeräten
aufgetragen werden, basiert das neue Sprühgerät auf einer patentierten Rotationsdüse. Die versprühten
Partikel gelangen so gezielt auf die Schalung und werden nicht mehr in die Umgebungsluft verteilt. Da die Partikel
nicht lungengängig sind, ist das Gerät sogar zur Verwendung in geschlossenen Räumen zugelassen.
Neben der großen Verbesserung für den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter ist das Gerät auch außerordentlich
sparsam: „Die Trennmitteleinsparung beträgt bis zu 90 Prozent und die Qualität des Auftrags ist wesentlich
besser“, erläuterte Schmidhäuser. Auch die neue Ladungssicherung für Betonfertigteile der Firma
Ragano Betonfertigteile GmbH & Co. KG, ebenfalls in der letzten Förderpreisrunde prämiert, stieß
auf reges Interesse bei den Teilnehmern. Ein rundum modernisiertes Betonwerk mit menschengerechter und äußerst
profitabler Technik und Ausstattung stellte ein Technischer Aufsichtsbeamter der StBG, Horst König, aus seinem
Bezirk vor (vgl. Titelthema dieser Ausgabe).
Die Nachfragen aus dem Teilnehmerkreis der Ideenbörse an die Vortragenden und die anregenden Diskussionen
im Plenum dieser 3. Innovationsbörse zeigten, dass der Austauschbedarf in der Baustoffbranche in Sachen Sicherheit
und neuer Technik sehr hoch ist.
Gerd Allers, der alternierende Vorstandsvorsitzende der StBG, freute sich besonders über das rege Interesse:„Sie,
die hier an der Innovationsbörse teilgenommen haben, nutzen unseren Förderpreis und diese Börse
genau als das, was sie sein sollen: Als Plattform für den Austausch von Gedanken und Ideen, als ein Forum
für die Sicherheitsarbeit und den Gesundheitsschutz in Ihren Betrieben.“
Nach dieser 3. Innovationsbörse ist umso klarer: Das Buch der Ideen ist keineswegs geschlossen, es wird immer
umfangreicher! Die Förderpreisrunde 2000 ist in vollem Gange und auch 2001 lädt die StBG wieder zur Innovationsbörse
ein – seien Sie mit dabei!
Heidrun Becker, StBG
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