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[Die Industrie der Steine + Erden]






STEINEXPO '99 Steinbruch Dachskuhle - Rheinische Kalksteinwerke im Hintergrund

Ganz im Zeichen der STEINEXPO '99 stand Wülfrath vom 9. bis 15. Juni 1999. Erstmalig fand diese Demonstrationsmesse für die Steine und Erden-Industrie in Wülfrath statt, im Steinbruch Dachskuhle der Rheinischen Kalksteinwerke - parallel zur Internationalen Bergbaumesse MINETIME in Düsseldorf. 120 Aussteller zeigten, was sie in den Bereichen "Gewinnen, Lösen, Laden und Transportieren" zu bieten haben. Insgesamt 20.000 Besucher wollten im Verlauf der siebentägigen Veranstaltung sehen, was die großen Hersteller von Lade- und Transportgeräten Neues im Lieferprogramm haben, wie sich Reifen- oder Spezialkettenhersteller präsentieren, was die Dienstleister und Zulieferer der Branche können. Viele Neugierige aus der Region nutzten am Wochenende die Chance, gemeinsam mit ihren Familien die Fachmesse zu bestaunen. Sie zeigten sich von den riesigen Radladern, Baggern und Schwerlastkraftwagen beeindruckt, die unter realistischen Bedingungen am Rande der Ausstellungsfläche auf speziellen Demonstrationsflächen in der Dachskuhle ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen konnten.

"Wir bewegen Sie mit Sicherheit"

...so das Motto des Gemeinschaftsstandes von StBG, TBG und des DVR (Abb. 2).

Der Gemeinschaftsstand von StBG, DVR und TBG Besucher beim Sicherheits-Check - unter fachkundiger Anleitung

Auch diesmal wieder suchten Fachbesucher wie auch interessierte Laien den Kontakt zur Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, um sich über neue innovative Projekte zu informieren. In Halle P II, Stand 45 beschäftigte man sich mit der Risikobeurteilung beim Umgang mit schweren Erdbaumaschinen. An insgesamt fünf Video-Arbeitsplätzen konnten gleichzeitig bis zu 25 Besucher ihr Fachwissen checken (Abb. 3). In einem eigens produzierten Video waren zehn Szenen zum Umgang mit Erdbaumaschinen zu sehen. Zunächst sollten die Betrachter anhand von Negativbeispielen sicherheitstechnische Defizite erkennen und diese schriftlich festhalten. Anschließend konnten sich die Teilnehmer dann davon überzeugen, ob sie alle Fehler beim Umgang mit Erdbaumaschinen richtig erkannt und die geeigneten Maßnahmen festgehalten hatten. Alle Teilnehmer erhielten ein kleines Präsent, um das Mitmachen zu belohnen. So manchem wurde auf spielerische Weise klar, dass hinter den Begriffen "Gefährdungsanalyse, Gefährdungsbeurteilung oder Sicherheitscheck" ein einfacher Grundgedanke steckt. In den meisten Unternehmen wurden schließlich auch schon in der Vergangenheit Arbeitsplätze hinsichtlich spezifischer Gefährdungen und Belastungen bewertet, ohne damals diesem Verfahren einen besonderen Namen gegeben zu haben.
Die Info-Ecke zum Förderpreis Außerdem wurden die Besucher - angelockt von einer außergewöhnlichen Naturstein-Plastik - über den Förderpreis Arbeit Sicherheit Gesundheit der Steinbruchs-Berufsgenosschenschaft informiert (Abb. 4). Das Interesse auch kleiner Messebesucher war groß. Insbesondere Unternehmer und Versicherte aus dem Bereich anderer Berufsgenossenschaften griffen nach den Bewerbungsunterlagen und zeigten sich erstaunt über dieses System der Förderung und Publikation von besonderen Lösungen.Da auch beim Umgang mit Erdbaumaschinen das Thema Lärm eine Rolle spielt, durfte unser Audiomobil nicht fehlen. Visavis des Einganges zu unserem Messestand konnten alle Messebesucher kostenlos ihr Gehör testen lassen.Auch diesmal bot die StBG einer Gruppe von Unternehmern ein kombiniertes Seminar-Messe-Paket an. In Mettmann fand ein Unternehmerseminar statt, in dessen Ablauf ein Messe-Besuch mit dem Schwerpunkt Arbeitssicherheit integriert war. Natürlich mussten die Teilnehmer am Messestand der StBG auch den Sicherheits-Check für den Umgang mit Erdbaumaschinen mitmachen. Sie taten dies mit viel Initiative und großer Begeisterung.


Schlaglichter von der STEINEXPO

Wenn auch die diesjährige STEINEXPO am neuen Ort mit einer stark reduzierten Präsentationspalette durchgeführt wurde, die bei den Besuchern viele Wünsche offen ließ, so blieb eines doch beim Alten: Nahezu alle namenhaften Hersteller von Baggern, Radladern und Schwerlastkraftwagen präsentierten auch diesmal in der "Dachskuhle" ihre Maschinen live (Abb. 5 bis 10).

Was allerdings fehlte, waren die vielen Besucher im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen der STEINEXPO, die sich für die einzelnen Präsentationen interessierten.
Aus dem Blickwinkel der Arbeitssicherheit gab es aber auch diesmal wieder Neues zu entdecken. Beim Einsatz von Baggern in der Rohstoffgewinnung ist der Grad der Ausnutzung ein wesentlicher Faktor zur Ermittlung der Produktivität. Unproduktive Phasen spiegeln sich unweigerlich bei der Analyse und Überprüfung von Lade- bzw. Transportleistungen wieder. Aber auch aus dem Blickwinkel der Arbeitssicherheit ist eine zügige Transportmöglichkeit für Raupenbagger von Interesse, wenn es beispielsweise darum geht, die Baumaschinen bei anstehenden Gewinnungssprengungen schnell aus dem gefährdeten Sprengbereich heraus in den Sicherheitsbereich zu verlegen. Das auf dem Stand von O & K Mining GmbH präsentierte Sleipner-System stellt hierzu eine interessante Neuentwicklung dar. Mit dem neuen System (Abb. 11 und 12) können Raupenbagger je nach Geländebedingungen mit 10 bis 25 km/h zu einem anderen Einsatzort verlegt werden. Als Zugmaschine dient hierbei ein Dumper oder SKW, deren Zug- und Bremsleistungen für den Transport des Baggers mit den Sleipner-System bei normalen Steigungs- bzw. Gefälleprozenten im Tagebaubetrieb ausreichen. Durch die beschleunigte Verlegung erhöht sich die Flexibilität und Kapazität des Produktionsablaufs, so dass nach Herstellerangabe die Amortisationsfrist für das Sleipner-System beim Einsatz eines Baggerfahrzeuges nur 0,5 bis 2 Jahre beträgt. Die Lebensdauer des sonst großem Verschleiss ausgesetzten Baggerunterwagens wird um ein Vielfaches erhöht. Wartungs- und Reparaturarbeiten können bei Einsatz des Sleipner-Systems im Regelfall unter optimalen Arbeitsbedingungen in den hierfür vorgesehenen Wartungshallen durchgeführt werden, weil das zeitraubende und verschleissintensive Verfahren des Raupenbaggers zur Baumaschinenwerkstatt jetzt auf ein Minimum reduziert werden kann. Insgesamt gesehen also eine interessante Neuentwicklung!Die Firma Motec beschäftigt sich seit längerem mit mobilen Kamerasystemen zur Überwachung nicht einsehbarer Fahr- oder Arbeitsbereiche von Maschinen und mit Systemen zur Neigungskontrolle. Insbesondere bei schweren Muldenkippern und Radladern stellen die sogenannten "Toten Winkel" noch immer ein erhebliches Sicherheitsproblem dar, weil sie den Fahrer quasi blind arbeiten lassen, wenn er sein Fahrzeug rückwärts bewegen muss. Deshalb setzen sich Kamerasysteme beim Staplereinsatz, beim Kraneinsatz, beim Betrieb von Kommunalfahrzeugen, aber eben auch beim Einsatz von Muldenkippern und Radladern immer mehr durch. Zum einen sind die Preise für diese sicherheitsrelevanten Zusatzsysteme heute so niedrig, dass sich die Anschaffung allein schon lohnt, um sonst regelmäßig anfallende Sachschäden zu vermeiden. Andererseits sind die Kamerasysteme heute hinsichtlich ihrer Bildqualität und Lichtempfindlichkeit so optimiert, dass sie kaum mehr Wünsche offen lassen. Sowohl hinsichtlich der Kameras als auch im Hinblick auf die zugehörigen Monitore ist das Angebot mittlerweile vielfältig. Ganz neu präsentierte Motec einen Flachbildschirm (Abb. 13) welcher als Farbmonitor für ca. 3.000,00 DM zur Verfügung steht. Mit diesem besteht nunmehr die Möglichkeit, auch bei beengten Platzverhältnissen in den Führerhäusern die Sicht nach hinten optimal zu verbessern. Fahrer, die Geräte mit einem derartigen Kamerasystem bereits getestet haben, sind einhellig der Meinung, dass sie auf dieses System nicht mehr verzichten wollen. Die einhellige Meinung lautet: "Ohne Rückraumüberwachung zu fahren, ist so, als ob wir die Außenspiegel abbauen würden!"


Fazit

Der Veranstalter der STEINEXPO '99 ging mit großen Erwartungen, reduziertem Konzept und viel Mut an den Start. Die meisten Aussteller konnten sich mit dem diesjährigen Ergebnis nicht zufrieden zeigen. Zufriedenheit bestand aber hinsichtlich der Tatsache, dass Veranstalter und Aussteller im offenen Dialog zum Ergebnis gelangten, das bewährte Konzept der Prozessvollständigkeit für die Steine und Erden-Industrie möglichst im Jahr 2002 in der gewohnten Umgebung wieder neu zu beleben.
Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft kann mit der Resonanz auf die gebotenen Themen sehr zufrieden sein, da sicher der größte Teil der Messebesucher die Gelegenheit nutzte, sich aus erster Hand über neue und bewährte Projekte zu informieren.

Anschrift des Verfassers:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen

 

Mitmachen lohnt sich immer ...

...das konnte jetzt unser Standbesucher Stefan Niedermeier aus Hammelburg-Westheim erfahren. Auf der diesjährigen Stone+Tec in Nürnberg suchte er bei unserem Stolperparcours die Fehler und beteiligte sich an der Verlosung. Leider war er zum Zeitpunkt der Ziehung der Gewinner bereits wieder zu Hause. Deshalb konnte ihn die frohe Nachricht, dass er den ersten Preis - eine hochwertige Kleinbildkamera - gewonnen hatte, erst einige Tage später per Post erreichen.
Jetzt erreichte uns ein Brief von Stefan und die erste "Arbeitsprobe".
Wir bedanken uns für die Mühe und wünschen weiterhin viel Spaß mit der Kamera!

Man sieht: mit Sicherheit kann man nur gewinnen!


"Arbeitsprobe"

Stefans Brief
Stefans Brief





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