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Vorsicht: unterschiedliche Stufenhöhe

Vorsicht:
unterschiedliche
Stufenhöhe

"Sicher gehen und stehen"

Großes Medieninteresse für Steinbruchs-Berufsgenossenschaft-Parcours

Dipl.-Ing. U. Kretschmer

Großen Anklang fand der BG-Gemeinschaftsstand "Sicherheit und Gesundheitsschutz im Handwerk" bei der diesjährigen 51. Internationalen Handwerksmesse am 18. bis 24. März auf dem neuen Messegelände in München. 2.400 Aussteller präsentierten bei dieser internationalen Fachmesse für das Handwerk ihre Produkte. Immerhin 500 Firmen aus 49 Nationen unterstrichen die zunehmende Internationalität dieses Messeereignisses. Der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft-Parcours "Sicher gehen und stehen" fand hierbei erneut große Beachtung durch Besucher und Medien.

Der Gemeinschaftsstand der Berufsgenossenschaften widmete sich diesmal den Themenbereichen: "Stürzen, Abstürzen, Stolpern, Rutschen, Umknicken im alltäglichen Alltagsleben. Viel war den Besuchern zu vermitteln, wie scheinbar kleine Unzulänglichkeiten zu teilweise schweren Arbeitsunfällen führen. Dabei könnten diese Ursachen mit geringem Aufwand vermieden werden.Der Parcours "Sicher gehen und stehen" der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft thematisiert gerade solche kleinen Mängel und Unzulänglichkeiten. Bei vielen innerbetrieblichen Veranstaltungen, aber auch auf Fachmessen oder bei Tagen der offenen Tür, sind bereits tausende Menschen über den Parcours gegangen und haben versucht, die Fehler zu entdecken. Die Philosophie, die hinter dem Parcours steht, ist, dass die Menschen durch derartige Erfahrungen ihr Verhalten im Arbeitsalltag langfristig verändern, z. B. einen Handlauf an Treppen benutzen und nicht weiter über kleine Fehler hinweg sehen, sondern für Abhilfe sorgen und vor allem sich sicher verhalten. Der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft-Parcours thematisiert Mängel an Verkehrswegen wie z. B. an Treppen, an Rampen, an Gitterrostbelägen aber auch unzulängliche Trampelpfade.

Bereits im Vorfeld der 51. Internationalen Handwerksmesse hatte sich eine Redakteurin des Bayerischen Fernsehens mit der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft in Verbindung gesetzt, weil gerade unser Parcours "Sicher gehen und stehen" eine branchenübergreifende Bedeutung hat, die sich natürlich auch in den häuslichen Bereich hinein erstreckt. In der Sendung "Klick! - Ideen für Arbeit und Leben" wollte die Redakteurin das Thema behandeln und die alltäglichen Stolper- und Sturzgefahren mit Hilfe des Steinbruchs-Berufsgenossenschaft-Parcours visualisieren. Um dieses Bild attraktiv zu zeigen, wurde in den ersten Vorbereitungsgesprächen die Idee geboren, einen Pantomimen über den Parcours gehen zu lassen. Natürlich war geplant, dass dieser dann in alle "Stolper- und Sturzfallen" hinein tappen sollte (Abb.1).Ein wackelnder loser Gitterrost, eine nicht standsicher aufgestellte Leiter, durch Werkzeug und Kabel versperrte Verkehrswege, Unordnung im Betrieb, unregelmäßige oder ausgetretende Treppenstufen, mangelnde Aufmerksamkeit beim Gehen und vieles mehr - dies sind die kleinen Ursachen, die oft große Folgen haben und Platz 1 in der BG-Unfallstatistik einnehmen. Erstaunlich, dass der Pantomime bei seinen Gehversuchen und Stürzen heil davon kam! Aber er war natürlich ein Profi! Stolpern und Stürzen ist sein Geschäft - so konnte dieser Stuntman immer wieder gesund und unverletzt aufstehen. Allerdings: zur Nachahmung kann dies nicht empfohlen werden - dies wurde in dem witzig gemachten Filmbeitrag des Bayerischen Fernsehens deutlich. Im Wechsel zu den Schmunzelszenen wurden immer wieder Besucher, die den Parcours begangen hatten, nach ihren eigenen Erfahrungen befragt. Der Leiter des Geschäftsbereiches Prävention der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, verwies im Filmbericht darauf, dass Untersuchungen des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) ergeben hätten, dass in der Industrie 20 % aller Unfälle auf das Konto von Stürzen zurückgehen. Diese Unfälle ziehen überdurchschnittlich viele Verletzungen nach sich, so dass bei den Berufsgenossenschaften hohe Entschädigungsleistungen anfallen.

Die Erfahrungen der IHM zeigen, dass branchenspezifisch entwickelte Aktionen und Produkte zur Verhütung von Arbeitsunfällen durchaus ein breites Interesse finden können, wenn sie das Thema interessant, innovativ und anschaulich vermitteln. In einem vierminütigen Beitrag, der bundesweit zu empfangen war, fand in diesem Fall eine gelungene Kooperation zwischen BG und Medien statt. Der Bericht des Bayerischen Fernsehens unterstützt sicherlich die Arbeit der Berufsgenossenschaften, für Gefahren beim Gehen und Laufen zu sensibilisieren und zu einer Verhaltensänderung der Menschen zu kommen. Der Filmbericht wird inzwischen auch in Seminaren der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft eingesetzt, um auf das Thema einzustimmen. Für die Zukunft bleibt zu hoffen, dass öfter als in der Vergangenheit über derartige positive Beispiele für Kooperation zwischen Medien und Unfallversicherung berichtet werden kann. Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft bedankt sich beim Bayerischen Fernsehen für die professionelle Berichterstattung.

Anschrift des Verfassers:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen





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