www.steine-und-erden.net > 1999 > Ausgabe 5/99 > Die neue Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten Falkenstein

[Die Industrie der Steine + Erden]







Die neue Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten Falkenstein

Die neue Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten Falkenstein

Aus Anlass der Fertigstellung des Klinikneubaus am 17. September 1999 stellen wir unseren Lesern heute die Berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten Falkenstein (Vogtland) vor. Allen hieran Interessierten wollen wir damit einen ersten Einblick in die Leistungsmöglichkeiten einer der modernsten Einrichtungen dieser Art vermitteln.

Nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit konnte der moderne Erweiterungsbau der Klinik Falkenstein nunmehr fertiggestellt und am 17. September 1999 im Rahmen einer feierlichen Einweihung seiner Bestimmung übergeben werden.

Abb.  2: Mit über 400 geladenen Gästen, Patienten und Mitarbeitern der Klinik wurde der Klinikneubau im Rahmen einer feierlichen Einweihung am 17. September 1999 seiner Bestimmung übergeben.
über 400 geladene Gäste,
Patienten und Mitarbeiter bei der Einweihung

Der mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 41 Millionen DM errichtete Neubau besteht aus drei jeweils dreigeschossigen Stationsfingern, die sich halbkreisförmig um die Südecke des bereits vorhandenen Gebäudebestandes legen. Nach außen erfährt dieser Bestandsmittelpunkt gerade durch die klare Gliederung der übrigen Bauteile einen besonderen städtebaulichen Rückhalt und signalisiert nach außen die besondere Zentralität dieses Bereiches: hier liegt der Haupteingang, durch welchen der Besucher künftig das Foyer der neuen Klinik betritt. Um die halbkreisförmig angelegte Eingangshalle gruppieren sich erdgeschossig im Uhrzeigersinn die Funktionsbereiche mit der Gymnastik- und Sporthalle, dem Bewegungsbad mit ca. 140 qm Wasserfläche, einem Vortragssaal sowie dem Speisesaal mit anschließendem Versorgungsbereich. Der Verwaltungsbereich ist ebenfalls im Neubau untergebracht. Die Unterkellerung bietet Platz für die notwendige Gebäudetechnik und Lagermöglichkeiten sowie für Räume der Ergotherapie und der Freizeitgestaltung (z. B. Kegelbahn). Im ersten und zweiten Geschoss des Neubaus legen sich jeweils die Stations- und Pflegebereiche fingerartig auf das insgesamt flächige Erdgeschoß. Die äußere Fassade ist größtenteils über die Balkon- und Terrassenflächen sägezahnartig ausgebildet, um einen ungehinderten Blick in die umgebende Natur gewährleisten zu können.

Abb. 3: Die modern und komfortabel eingerichteten Zimmer ermöglichen den Patienten einen angenehmen Aufenthalt Den Patienten stehen in sechs Abteilungen des Neubaus insgesamt 110 freundlich und allergiearm eingerichtete Einzelzimmer mit Dusche, WC, Telefon und TV zur Verfügung. Nach der vorgesehenen Sanierung des Mittelbaus der Klinik werden ab Mitte 2000 noch weitere Einzelzimmer im entsprechenden Standard sowie zwölf Doppelzimmer zur Verfügung stehen, in denen bei entsprechender medizinischer Erfordernis auch Begleitpersonen mit untergebracht werden können.Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten war die Schaffung und das Betreiben einer besonders qualifizierten Einrichtung zur Behandlung Berufserkrankter mehr als nur reine Zweckbestimmung des rechtstragenden Vereins - dem mittlerweile 29 gewerbliche Berufsgenossenschaften angehö-ren -, als im Mai 1992 mit dem Freistaat Sachsen der Kaufvertrag über den Erwerb des ehemaligen Regierungssanatoriums der DDR abgeschlossen wurde. Die besondere Verantwortung der gewerblichen Berufsgenossenschaften im Gesundheitswesen insgesamt machte es infolge des vereinigungsbedingten Anstiegs der Versichertenzahlen erforderlich, eine weitere berufsgenossenschaftliche Klinik für Berufskrankheiten einzurichten.

Inmitten einer idyllischen Parklandschaft im sächsischen Vogtland liegt die Berufsgenossenschaftliche Klinik Falkenstein Der Standort inmitten eines dicht bewaldeten Naturschutzgebietes des reizvollen Vogtlandes in 560 Metern Höhe, direkt umgeben von einer idyllisch weitläufigen Parkanlage mit hochgewachsenem Baumbestand, herrlichen Wiesen und Teichen, hat sich seitdem für die Entwicklung der Klinik und das Wohlergehen seiner Patienten als durchaus förderlich erwiesen. Bereits 1994 konnte nach der Rekonstruktion des bereits vorhandenen Gebäudebestandes der Klinikbetrieb aufgenommen werden. Bei einer Kapazität von rund 110 Betten konnten seitdem mit steigender Tendenz jährlich etwa 1.200 Patienten aus den verschiedensten Branchen der gewerblichen Wirtschaft des gesamten Bundesgebietes behandelt werden.Die Klinik stellt heute als berufsgenossenschaftliche Einrichtung besonders qualifizierte therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung bronchopulmonaler und internistischer Erkrankungen bereit, um es vorwiegend den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung zu ermöglichen, sie zur Untersuchung und Behandlung ihrer Versicherten zu nutzen. Im Rahmen der im Regelfall 4-wöchigen stationären Aufenthalte werden Lungen- und Atemwegserkrankungen sowohl diagnostiziert und behandelt als auch gutachterlich beurteilt.

Inhalation mit endobronchialer Druckerhöhung sowie ggf. unter Zusatz von atemwegserweiternden Medikamenten

Den Schwerpunkt des medizinischen Behandlungsspektrums bildet zum einen die Versorgung berufserkrankter Patienten, die an einer Silikose, Asbestose oder einer durch allergisierende oder chemisch irritative Stoffe hervorgerufenen chronischen obstruktiven Atemwegserkrankung leiden. Zum anderen steht im Mittelpunkt der klinischen Tätigkeit die Nachsorge von berufserkrankten Patienten, die unter Bronchialkarzinomen leiden, welche u. a. durch ionisierende Strahlen (im untertägigen Uranerzbergbau bei der ehemaligen SDAG Wismut) oder durch Asbest verursacht wurden. Weiterhin fördert die Klinik in vielfacher Hinsicht auch die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen und ist in diesem Zusammenhang an mehreren medizinisch-wissenschaftlichen Forschungsvorhaben - insbesondere zur Verbesserung der Früherkennung von Lungenkrebs - beteiligt.
Mit insgesamt 87 besonders qualifizierten und motivierten Mitarbeitern sowie einer auf dem neuesten Stand befindlichen apparativen Ausstattung gewährleistet die Klinik Falkenstein eine besondere Qualität der medizinischen Leistungen und damit letztlich die erforderlichen Voraussetzungen für einen optimalen Verlauf der Heilbehandlungen. Zur Diagnostik steht eine nach modernsten Maßstäben eingerichtete medizinische Funktionsabteilung zur Verfügung. Diese umfaßt ein Lungenfunktionslabor mit Spirometrie, Bodyplethysmographie, Flußvolumenmessung, Blutgasanalysen, Spiroergometrie, Compliancemessung, Schlafapnoescreening und inhalativen Provokationsmessungen sowie eine moderne Röntgenanlage mit Fernsehkette. Eine eigene Auswertstation für Computertomogramme des Thorax in konventioneller oder auch hochauflösender Technik (HRCT) ermöglicht die Früherkennung von Bronchialkrebs, Fibrosen und Rippenfellerkrankungen.

Fahrradergometrische Überprüfung der Herz-Lungen-Funktion Lungenfunktionslabor: Ermittlung der Atemvolumina und der Atemwegswiderstände, Messung der Diffusionskapazität


Mittels Elektrokardiographie (EKG) in Ruhe, unter Belastung und auch über 24 Stunden hinweg sowie durch die Farbdopplerechokardiographie lassen sich der Zustand und die Leistungsfähigkeit des Herzens ermitteln. Die Langzeit-Blutdruckmessung und die Sonographie des Thorax und des Abdomens vervollständigen die diagnostischen Möglichkeiten. Das angeschlossene klinikeigene Labor erlaubt die Durchführung sämtlicher Routineuntersuchungen des Blutes. In der Klinik werden auch die für eine Diagnostik allergischer Erkrankungen erforderlichen Untersuchungen, einschließlich Prick-Intracutan- und Epicutantestungen sowie arbeitsplatzbezogener inhalativer Provokationstests vorgenommen. Nach einer jeweils umfassenden Diagnostik wird für jeden Patienten ein individueller Therapieplan zusammengestellt.
Die medikamentöse Therapie richtet sich nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen und wird unterstützt durch die hauseigene Physio- und Sporttherapie. Gerade die physikalische Therapie ist ein besonderer Eckpfeiler der Behandlung von chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen mit dem Ziel, die Schleimhäute zu sanieren und Funktionsreserven nutzbar zu machen.

Die Klinik verfügt über eine modern eingerichtete Bäderabteilung In der Bäderabteilung der Klinik besteht die Möglichkeit, Apparateinhalationen mit Sole und Medikamenten, spezielle Atemtherapie, Massagen, Bindegewebs- sowie Unterwassermassagen durchzuführen. Spezielle Funktionsgymnastiken, Tanztherapie und Konditionstraining sowie von geschulten Sporttherapeuten geführte Wanderungen runden das Angebot ab. Insbesondere erfahren die sporttherapeutischen und physiotherapeutischen Angebote mit der Fertigstellung des Neubaus durch das Bewegungsbad, die Sauna sowie die gut ausgestattete Sporthalle eine deutliche Verbesserung. Bei guter Wetterlage besteht die Möglichkeit der Sporttherapie im Freien auf dem neuen klinikeigenen Sportplatz. Mit der Fertigstellung des Neubaus wird das Therapiekonzept jetzt noch durch eine Ergotherapie ergänzt.
Besonders wichtig für das körperliche und seelische Wohlbefinden während des stationären Aufenthaltes der Patienten ist das Angebot an Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Entspannungsspaziergänge in dem weitläufigen Park oder - je nach individueller Konstitution - Wandern, Radfahren und im Winter Skilanglauf stehen auf dem Freizeitprogramm. Einige Patienten verabreden sich lieber zu einer Partie Gartenschach oder treffen sich in einem der freundlichen Aufenthaltsräume zum Billard oder Tischtennis. Daneben besteht die Möglichkeit, die neue Kegelbahn im Keller zu nutzen. Die an das Bewegungsbad angegliederte Cafeteria wird zukünftig einen neuen geselligen Mittelpunkt ausmachen. Die Klinik bietet weiterhin Ausflüge ins Erzgebirge und nach Dresden sowie zu kulturellen Abendveranstaltungen außerhalb der Klinik an. Von Falkenstein aus sind die Städte Plauen und Zwickau direkt erreichbar und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und insbesondere für ausgedehnte Einkaufsbummel.


Die sporttherapeutischen und physiotherapeutischen Angebote der Klinik werden durch das großzügige Bewegungsbad weiter verbessert.

Anschrift des Verfassers:
Dipl.-Ök. A. Ostertag, Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 5/99 | Zurück zu unserer Homepage