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[Die Industrie der Steine + Erden]




Silos für Sand, Schotter und Splitt sowie deren Meß- und Regeltechnik


Abb. 1: Silos in einem Schotterwerk (Foto Stanelle)
Abb. 1: Silos in einem Schotterwerk (Foto Stanelle)

Im Bereich der Steine und Erden-Industrie werden zur Lagerung der Fertigprodukte zahlreiche Silos benötigt, um einerseits durch ein ausreichendes Puffervolumen die Aufbereitungsanlage vom Absatz weitgehend unabhängig zu machen und andererseits Absatzspitzen problemlos abfertigen zu können. Über den Silos befinden im Regelfall Siebstraßen, mit denen das aus den Brechanlagen kommende Produkt in vorgegebene Kornklassen getrennt wird. Silos und Siebmaschinen sind meistens eingehaust, um das Eindringen von Wasser in die Schüttgüter zu vermeiden und die hochwertigen Maschinen vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Moderne Siloanlagen sind mit einer umfassenden Meß- und Regeltechnik ausgestattet. Diese ermöglicht es, daß der Anlagenführer zu jeder Zeit exakte Informationen über die verfügbaren Lagermengen der einzelnen Kornklassen, das freie Silovolumen der Anlage sowie über die zugeführten und abgegebenen Materialien besitzt. Damit ist er in der Lage, die Brechanlage optimal dem Absatz anzupassen.

Silokonstruktionen

Die Eigenschaften des zu lagernden Schüttgutes haben wesentlichen Einfluß auf die Konstruktion des Silos. Die Sicherheit einer Anlage sollte dabei immer den ersten Stellenwert besitzen, sowohl hinsichtlich der Arbeitssicherheit als auch der Betriebssicherheit. Das setzt zunächst einmal eine stabile Bauweise voraus, die den auftretenden statischen und dynamischen Beanspruchungen gerecht wird. Besonderer Wert sollte dabei auf korrosionsbeständige Verbindungen gelegt werden, damit eine Schwächung der Stahlkonstruktion durch Wasser oder schwache Säuren ausgeschlossen werden kann. In den Betrieben, in denen Kies und Sand mit den Verfahren der Naßgewinnung abgebaut werden, sollten die Silos so ausgelegt sein, daß sie direkt vom Saugbagger beschickt werden können (Abb. 2).

Abb. 2: Silos zur Entwässerung von Sand (Foto AJO)
Abb. 2: Silos zur Entwässerung von Sand (Foto AJO)

Dies setzt innenliegende Flutrinnen, Entwässerungsrohre und -schieber voraus. Über den Silos sind Laufstege vorzusehen, damit das Personal alle Arbeiten von einem sicheren Standplatz aus vornehmen kann.

Schotter, Splitt und Füller der Steinbrüche erfordern in der Regel geschlossene Silos (Abb. 1), um Staubemissionen weitgehend ausschließen zu können. Im Mittelpunkt der Arbeitssicherheit steht hier die Aufrechterhaltung des Materialflusses, ohne daß sich Mitarbeiter der Betriebe in das Siloinnere begeben. Ein wichtiger Faktor hierfür ist die Konusneigung des Silos. Diese muß an allen Stellen gleich sein, damit eine stets gefährliche Brückenbildung vermieden wird. Damit wird deutlich, daß für den unteren Bereich eines Silos nur eine runde Konstruktion die Anforderungen erfüllen kann. Bei Rollern und grobkörnigen Material reicht eine Konusneigung von 45" normalerweise aus. Bei schwer auszutragenden Schüttgütern sollte die Konusneigung auf 55' und bei extrem schwer fließenden Gütern auf 6o" erhöht werden. Für die Silos zur Lagerung von Kohlestaub ist eine Konusneigung von 70' vorgeschrieben; hiermit wird auch der Forderung nach einem gleichmäßigen Materialfluß innerhalb des Silos weitgehend Rechnung getragen.

Abb. 3: Drehbrückensilo (Zeichnung AJO)

Welche Bedeutung die spezifischen Eigenschaften des Füllgutes auf die Silokonstruktion haben, wird besonders deutlich am Beispiel des AJO-Drehbrückensystems (Abb. 3); in solchen Silos werden REA-Gips, Ruß, Flugasche und ähnliche Materialien gelagert und ausgetragen. Das wichtigste Bauelement innerhalb des Silos ist die spiralförmige torsionssteife Scheibensäule (1) mit der über Drehverbindungen aufgesetzten Drehbrücke (2). Die Drehbrücke nimmt die Eintragschnecke (4) und die Hubwinde für den Hub- und Drehteil der Verteilerschneckenbrücke (3) auf. An den Hubseilen der Hubwinde hängen das Hubstück mit einem über eine Drehverbindung verbundenen Drehteil mit angebauter Verteilerschneckenbrücke (5) und das aufgesetzte Teleskoprohr (13), welches die Verbindung zwischen der Eintragschnecke und den Verteilerschnecken herstellt.

Die Drehbrücke und die Verteilerschneckenbrücke sind in ihrer Drehbewegung synchron geschaltet. Das zugeführte Fördergut wird in horizontalen Schichten automatisch eingelagert, indem es über die Eintragschnecke und durch das teleskopierbare Fallrohr im Bereich der Silomitte herabfällt und dann mittels einer sich über die Kreisfläche hinwegdrehenden Verteilerschnecke auf der Querschnittsfläche des Silos gleichmäßig verteilt wird. Nach jeder Volldrehung wird die Verteilerschneckenbrücke über die Hubwinde (10) automatisch um eine Schichtdicke hochgezogen, und zwar so lange, bis das Silo gefüllt ist.

Beim Befüllvorgang wird das Schüttgut oben auf dem Silo über eine Eintragschurre zur Silomitte gefördert und dort durch ein kurzes Doppelschneckensystem über das Teleskop-Fallrohr den Verteilerschnecken kontinuierlich zugeführt. Dreh- und Verteilerschneckenbrücke sind in ihrem Umlauf synchron.

Die Verteilerschnecken sorgen für eine schichtweise, gleichmäßige Einlagerung des Schüttgutes. Sonden, die am Ende der Verteilerschneckenbrücke nahe der Silowand angebracht sind, steuern durch Berührung mit dem Schüttgut die Dreh- und Hubbewegung der Verteilerschneckenbrücke.

Beim Entleeren wird die Verteilerschneckenbrücke um eine Brückenbreite vorgefahren und um eine Schichtdicke abgesenkt, die Verteilerschnecken auf Entleerung geschaltet und die Eintragsonden abgeschaltet. Dann wird die Drehbewegung der Verteilerschnecken umgekehrt, so daß diese voll in das Schüttgut greifen.

Die Verteilerschnecken schieben das Schüttgut durch den Ringspalt der Scheibensäule in den Fallschacht. Das auszutragende Schüttgut fällt durch diesen bis zum Siloboden, wo es entweder von Fahrzeugen oder auf Transportbändern übernommen wird.

Maßnahmen zur Verbesserung des Materialflusses

Überall wo Schüttgüter hergestellt, gelagert und verarbeitet werden, sind Bunker und Silos Ausgangspunkt für die nachfolgenden automatischen Betriebsabläufe.

Wichtige Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb ist ein einwandfreier Materialfluß der eingesetzten Schüttgüter. Brücken- und Schachtbildungen in den Silos stören aber nicht nur den Betriebsablauf, sondern bringen erhebliche Gefahren für die Beschäftigten mit sich, die des öfteren zur Wiederherstellung des Materialflusses in die Silos einsteigen. Dieser Gefahr sollte durch Einsatz geeigneter Geräte begegnet werden.

In den Betrieben der Steine und Erden-Industrie haben sich für diese Aufgabe die Shock-Blower Luftstoßgeräte (Abb. 4) gut bewährt.

Abb. 4: SHOCK-BLOWER (Zeichnung Agricherna)
Abb. 4: SHOCK-BLOWER (Zeichnung Agricherna)

Die Geräte speichern stark komprimierte Druckluft oder Inertgase bis 10 bar und entladen diese bei Bedarf schlagartig in Millisekunden. Indem die explosionartigen Luftstöße gezielt in die Trennfläche zwischen Schüttgut und Wandung eingeleitet werden, wird das Schüttgut von der Wand gelöst und in Richtung Auslauf bewegt. Größe und Anzahl der einzusetzenden Shock-Blower sowie die Auswahl der Ausblassysteme (Abb. 5 zeigt Luftkissen-Vibrationsrohre für Lagerboxen und Halden mit flachen Böden)

Abb. 5: Luftkissen Vibrationsrohre (Zeichnung Agricherna)
Abb. 5: Luftkissen Vibrationsrohre (Zeichnung Agricherna)

werden durch die Schüttguteigenschaften, Lagerzeit, Austragsleistung und die örtlichen Gegebenheiten bestimmt. Die zum System gehörende Steuereinheit gewährleistet eine hohe Sicherheit beim Betrieb der Luftstoßgeräte.

Das 3/2-Wege-Steuerventil ist direkt am Speicherbehälter angeordnet. Dadurch kann das Öffnen und Schließen der Ventileinheit in Millisekunden gesteuert werden und die Luftstöße erreichen explosionsartig ihre optimale Wirkung.

Austragen und Verladen der Schüttgüter


Abb. 6: JET-Belader für Schotter (Foto Stanelle)
Abb. 6: JET-Belader für Schotter (Foto Stanelle)

Für den Schotterbeladebereich wurde von Stanelle ein neuer JET-Belader entwickelt (Abb. 6). Dickwandige Achteck-Einlaufrohre mit einer mittleren Härte von 400 HB schützen die Belader, welche mit Nennweiten von 600 bis 800 mm hergestellt werden.

Bedingt durch die unterschiedlichen Abwurfparabeln der Schotter- bzw Splittkörnungen kommt es im Einlaufbereich der Verladegarnituren zu starkem Verschleiß. Wegen der geschraubten Bauart sind die Einlaufrohre leicht auswechselbar.

Ihre Achteckform ermöglicht mehrmaliges Drehen und einfaches Ausbessern verschlissener Rohre durch Aufschweißbleche.

Ultraschallsonden zur optimalen Hubsteuerung der Auslaufglocke während der Verladung erhöhen den Emissionsschutz.

Hierdurch ist es möglich, - auch bei starker Staubentwicklung durch das Verladegut und Einsatz von Staubabsaugungen mit Absaugleistungen von 2000 - 3000 ml/h den Materialstand der ausfließenden Schüttgüter zu erkennen. Mittels einer SPS-Steuerung wird die Auslaufglocke dem ausfließenden Schüttgutkegel angepaßt, wobei beim Verfahren des Lkws der vergrößerte Abstand zur Pritsche erkannt und die Glocke automatisch abgesenkt wird. Die Staubentwicklung wird dadurch so gering wie möglich gehalten.

Die für robusten Betrieb ausgelegten und gefertigten JET-Belader mit Verladeleistungen bis 1000 t/h bringen die höchstmögliche Effektivität. Die kompakte Bauweise ermöglicht den Einbau in Verfahrrahmen, an Kranen oder auch an Bandauslegern. Die an Ketten aufgehängten Rohre haben eine ausreichende Flexibilität, um sich dem jeweiligen Beladezustand des Fahrzeugs anzupassen. Der Absaugstutzen gewährleistet eine optimale Luftströmung zur Staubabsaugung. Das komplette Schotter- und Sonderbeladerprogramm mit JET-Beladern von 300 - 1000 mm Nennweite ist zum Beladen von Lastkraftwagen, Bahnwaggons und Schiffen geeignet. Alle Geräte werden im Werk geprüft und anschlußfertig ausgeliefert.

Meß- und Regeltechnik für Silos

Seit ca. 50 Jahren ist Wöhwa im Bereich der Automation für die Schüttgüterindustrie tätig. Ausgereifte und innovative Produkte auf den Gebieten der Wäge-, Dosier- und Steuerungstechnik helfen den Betrieben der Steine und Erden-Industrie, sichere, rationelle und damit kostengünstige Lösungen für ihre Anlagen zu finden. Die Systeme zeichnen sich durch hohe Flexibilität, individuelle Anpaßbarkeit, einfache Bedienung und Erweiterung sowie schnellen Service aus. Diese Punkte wurden bei der Entwicklung des neuen Steuerungskonzeptes noch stärker berücksichtigt (Abb. 7).


Abb. 7: Steuerungskonzept (Zeichnung WÖHWA)
Abb. 7: Steuerungskonzept (Zeichnung WÖHWA)

Die komplette Benutzung von Aufbereitung, Verladung und Waagen läuft über IBM-kompatible PCs. Auf diesen Rechnern läuft das Betriebsystem Windows NT/95 von Microsoft, mit dem mehrere Programme gleichzeitig auf einem Rechner laufen können (multitaskingfähig). Die komplette Softwarepalette, wie Visualisierung für Aufbereitung, Dosierung, Wägedatenverarbeitung und Fakturierung, ist inzwischen unter Windows NT/95 erhältlich. Die verschiedenen PCs können über ein Standard-Büro-Netzwerk miteinander verbunden werden. Dies ermöglicht einen einfachen Datenaustausch unter den einzelnen Systemen. Außerdem besteht die Möglichkeit, andere Systeme, wie z. B. Rechner aus der Betonmischzentrale, dem Kalksandstein- oder Schwarzdeckenwerk sowie dem Büro einfach und effizient an das Gesamtsystem zu koppeln. Von diesen Systemen können wiederum Beschickungsprozesse über das Netzwerk in den einzelnen Werksteilen angestoßen werden.

Die komplette Software für den Aufbereitungs-, Dosierungs- und Verladebereich sowie den Wäge- oder Fakturierungsbereich ist nun unter der einheitlichen Standard Microsoft Windows NT/95 Oberfläche erhältlich. Grundsätzlich werden die werkspezifischen Prozesse in Aufbereitung und Dosierung individuell angepaßt und visualisiert. Kameraausschnitte können direkt auf dem Monitor in die Visualisierungsmaske der Dosierungs- und Werksteuerungssoftware eingebunden werden.

Die Bedienung über Maus, Touch-Screen und Tastatur kann in jedes System integriert werden. Außerdem wurde beim Design der neuen Softwaregeneration sehr darauf geachtet, daß Benutzer der Vorgängerversion keine Umstellungsprobleme bekommen. Dies wurde erreicht, indem die bekannten Tastenkombinationen beibehalten wurden. Für neue Anwender enthält jede Wöhwa-Software standardmäßig umfangreiche Hilfe-Funktionen nach Microsoft Windows-Standard.

IBM-kompatible PCs, das Betriebsystem Windows NT/95 von Microsoft und die Integration der Wöhwa PC's in die Standard Büro-Netzwerke (Intranet) bilden die Basis für eine einheitliche Kommunikation zwischen Wöhwa-Rechnern untereinander sowie zwischen Wöhwa- und Fremd-Rechnern. Wöhwa stellt alle Daten, wie z. B. spezifische Kundendaten, im Microsoft Office-Format (Excel oder Access) via Ethetnet zur Verfügung.

Somit können Daten oder Statistiken sehr einfach und schnell an Rechner im Büro übergeben werden. Via Modem, ISDN oder Richtfunk können Daten auch an die zentrale Verwaltung übertragen werden. Via ISDN oder Modem kann ein Fernwartungssystem direkt an einzelne PCs des Kunden angekoppelt werden, so daß die Software direkt von Wöhwa aus überwacht werden kann. Auf diese Weise können eventuelle Änderungen schnell und einfach vorgenommen oder Bedienfehler erkannt, behoben und in Zukunft vermieden werden. Diese Technik ermöglicht es, den Einsatz von Servicetechnikern vor Ort, und damit auch die Kosten, auf ein Minimum zu reduzieren.

Alle wesentlichen Steuerungs- und Regelungskoponenten, wie z. B. Füllstandssonden, Förderbandwaagen usw., werden via Feldbus (z. B. Profibus, Siemens Standard Bustechnik für den Anlagenbau) mit den verschiedenen Lastteilen verbunden. An diesen Lastteilen besteht immer die Möglichkeit eines zentralen Hand-Notbetriebs, so daß bei Ausfall der Rechneranlage immer ein sicherer Betrieb der Gesamtanlage möglich ist. Außerdem kann zentral von hier oder vom darüberliegenden PC auf alle Motorschutzschalter zugegriffen werden.

Alle Dosierkomponenten, wie z.B. die neue Generation des Dosierschiebers, das Dosierband mit integriertem Frequenzumrichter am Dosierband, der Tellermischer oder die neue Verladegarnitur können Feldbusfähig ab Werk ausgestattet werden. Alle Dosierkomponenten können mit einer zweirädrigen Steuerleitung und einer Spannungsversorgung (400V) versorgt werden. Dies verringert die Investitionskosten im Bereich der Vernebelung erheblich. Außerdem ermöglicht dieses Konzept eine kostengünstige Vorort-Handbedienung an jeder einzelnen Dosierkomponente und den Zugriff auf jeden einzelnen Motorschutz zentral vom Bedienungs-PC.

Die wägetwchnischen Komponenten, wie z. B. Bandwaagen (eichfähig/nichteichfähig), Behälterwaagen oder Fahrzeugwaagen können in Zukunft via Feldbus in die Steuerungsabläufe auf einfache und standardisierte Art und Weise integriert werden.

Dieses einheitliche und offene Systemkonzept gibt dem Anwender die Möglichkeit, ausgereifte und robuste Waagen und Dosierkomponenten mit einer gut organisierten und auf der heute üblichen Standardsteuerungstechnik basierenden Steuerung (dezentralisiertes Konzept) zu verbinden. Der Hersteller legt großen Wert auf die Integration von Standardkomponenten in Mechanik, Elektrotechnik und Software, so daß eine schnelle und zuverlässige Ersatzteilversorgung gewährleistet werden kann. Außerdem steht eine Steuerungs-, Dosierungs-, Waagen- und Fakturierungssoftware zur Verfügung, die jedem einzelnen Anwender die Möglichkeit gibt, über eine einfache und standardisierte Bedienerführung die Anlage zu benutzen.

Wägetechnik

Komponenten der Wägetechnik an den Silos für Sand, Schotter und Splitt sind Produkte der HBM Wägetechnik GmbH (Abb. 8).

Abb. 8: Ausschnitt aus der Produktpalette (Foto HBM)
Abb. 8: Ausschnitt aus der Produktpalette (Foto HBM)

Das Wägezellen Programm zeichnet durch hohe Qualität, Zuverlässigkeit und individuelle Einsatzmöglichkeiten aus.

Vielfältige Einbauhilfen erleichtern den Einbau der Wägezellen, bieten hohen Komfort und gewährleisten die Genauigkeit der eingesetzten Wägezellen auch für den eichpflichtigen Verkehr. Bei Wägezellen, die mit dem Zubehörteil "Elastomerlager" eingesetzt werden, z. B. die Wägezellenreihe HLC, schützt ein Gummi-Metall-Verbund vor schockartigen Belastungen und gleicht horizontale Verschiebungen aus. Die Schichten aus Stahl und Gummi sind durch Vulkanisierung miteinander verbunden. Die obere Platte des Lagers kann so bei einer Seitenkraft ausweichen, ohne daß an der unteren Platte eine Reaktionskraft in den Aufnehmer eingeleitet wird.

Wägezellen der Typenreihe RSC eignen sich in Verbindung mit Gelenkösen insbesondere für eine hängende Behälterverwiegung. Eine wesentliche konstruktive Erleichterung beim Einsatz von Wägezellen unter Silos, Behältern usw. wird durch vollständig aufgebaute Einbaumodule erreicht. Die Wägezelle ist als Bauteil in die Konstruktion mit eingebunden. Die Nennlastbereiche der Module erstrecken sich von 50 kg bis 200 t. Sie sorgen dafür, daß die aufgebrachte Last sicher und genau ermittelt wird. Die integrierte Fesselung ermöglicht auch eine Verwendung bei Seitenkräften. Bei außenstehenden Behältern bewirkt die stabile Konstruktion der Module, in Verbindung mit einer Abhebesicherung, eine optimale Standfestigkeit selbst bei hohen Windlasten.

Die Wägezellen aus rostfreiem Stahl besitzen eine Konformitätsbescheinigung (EEx ib lIC T4) für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen.

Zur Weiterverarbeitung der von den Wägezellen ausgehenden Meßsignale werden verschiedene Elektroniken angeboten. Die selbsttätige Wägeelektronik WED 3000 eignet sich für Abfüllwaagen sowie Annahme-, Abgabe- und Dosierwaagen. Sie ist eine leistungsfähige Wäge- und Steuereinheit, die automatisch zeitoptimierte Abfüllvorgänge durchführt. Die Elektronik optimiert Grob- und Feinstrom in Abhängigkeit von Materialform und Gewichtszunahme. Bis zu 32 Füllgewichte lassen sich parametrieren und können automatisch an Schüttgüter mit unterschiedlichem Fließverhalten angepaßt werden.

Speziell für eichfähige Waagen ist die Wägeelektronik WE21 10 konzipiert worden. Sie benötigt eine Versorgungsspannung von 86V bis 260V AC und ist somit weltweit einsetzbar.

Zwei RS232-Schnittstellen ermöglichen die Integration in vorhandene Waagensysteme. Zahlreiche Zusatzfunktionen, z. B. Grenzwertschalter und Spannungs-Stromausgänge, erlauben auch den Einsatz in der Prozeßindustrie. Die mitgelieferte Software ermöglicht eine komfortable Bedienung vom PC aus.

In der Automatisierungstechnik, z. B. zur Steuerung von komplexen Prozeßabläufen, gibt es die Aufgabenstellung, Wägezellensignale zu erfassen, zu verarbeiten und auf busfähigen Schnittstellen, dem Produktionsprozeß entsprechend konditionierte Daten zur Verfügung zu stellen. Die digitale Aufnehmerelektronik AED übernimmt hierbei die Aufgabe analoge Ausgangssignale der Wägezellen in äquivalente aufbereitete digitale Signale umzusetzen. Die AED ist komfortabel über ein Frontplattenprogramm auf dem PC parametrierbar. Die Aufnehmerelektronik benötigt extern nur eine Gleichspannung von 1 OV bis 30V.

Mit Hilfe eines eingebauten anwählbaren Schnittstellenkonverters RS232/RS422 und RS485 kann ein System mit bis zu 32 AEDs aufgebaut werden. Die Umsetzung analog/digital erfolgt mit hoher Geschwindigkeit und zugleich hoher Auflösung (16bit) oder mit normaler Geschwindigkeit und sehr hoher Auflösung (20bit).

Füllstandmeßtechnik

Ein umfassendes Programm von Füllstandanzeigern bietet die Maihak AG an, mit dem praktisch alle auftretenden Füllstandmeß-Probleme für feste Medien und für Flüssigkeiten zu lösen sind. Das einfache Meßprinzip, die robuste Bauart und die hohe Betriebssicherheit, zusammen mit der einfachen Auswahl, lassen die Drehflügel-Meßgeräte als besonders empfehlenswert erscheinen; sie erhöhen die Betriebssicherheit von Anlagen. Die Geräte sind wartungsfrei, langlebig und verschleißarm. Sie arbeiten unabhängig von den Füllguteigenschaften. Die Fernanzeige erfolgt ohne Störeinflüsse.

Abb. 9: Füllstandmeßgerät MBA 8 (Zeichnung MAIHAK)
Abb. 9: Füllstandmeßgerät MBA 8 (Zeichnung MAIHAK)

Die Ausführung MB 8 (Abb. 9) stellt eine preisgünstige Möglichkeit für einfache Max- bzw. Min-Anzeige dar. Bei diesem Gerät treibt ein Synchronmotor über ein Getriebe einen in den Behälter hineinragenden Drehflügel an. Sobald das Füllgut den Drehflügel erreicht, wird er in seiner Drehung gehindert und festgehalten. Das Reaktionsmoment des Motors wird genutzt, um über einen Mikroschalter die angeschlossenen Signal- und Steuereinrichtungen zu betätigen. Der Motor des Füllstandanzeigers wird dann abgeschaltet. Sinkt der Füllstand, so wird der Drehflügel wieder freigegeben und der Mikroschalter durch eine Feder wieder in seine ursprüngliche Lage gebracht. Dadurch wird der Motor wieder eingeschaltet und eine Umschaltung des Signals oder der Steuerung bewirkt

Der Füllstandanzeiger MBA 14 hat besonders kleine Abmessungen und wird nur über R 1 1/2"-Anschlußgewinde eingebaut. Das Meßgerät MBA 9 FL hat eine flexible Stahlseilwelle mit Schlaffgewicht, an dem der Flügel angebracht ist. Die flexible Stahlseilwelle gewährleistet Unempfindlichkeit gegen Füllgutseitendrücke, einstürzende Wächten etc. Ein problemloses Kürzen des Seiles vor Ort ist möglich.

Die Füllstandanzeiger MBA 5 für senkrechten Einbau und MBA 7 für seitlichen Einbau (Winkelausführung) dienen zur Voll- und Leeranzeige in Behältern, Bunkern und Silos.

Die sehr robusten Füllstandanzeiger MBA 2 für senkrechten Einbau und MBA 3 für seitlichen Einbau werden speziell in der Holz- und Spanplattenindustrie, in der Beton- und Fertigteilindustrie sowie in Gießereien zum Einsatz gebracht.

Fast alle Geräte können bei Temperaturen von 250C, 350C bzw. 800C aber auch bei überdrücken bis 3, 6, 10 bzw. 16 bar verwendet werden. Die meisten Geräte können auch in explosionsgeschützter und eigensicherer Ausführung geliefert werden. Sie sind gleichzeitig zum Einsatz in durch brennbare Stäube explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 10 zugelassen.

Das Gerät vom Typ MBL 5 ist ein elektromechanisches Lotsystem, mit dem Füllhöhen in Behältern, Bunkern und Silos abgetastet werden. Es handelt sich dabei um ein quasikontinuierliches Meßgerät, das zur Bestandsüberwachung von Schüttgütern aller Art eingesetzt wird. Der Meßvorgang wird auf Knopfdruck oder mittels Zeitrelais ausgelöst. Der Meßzyklus sollte im Bereich von einer Messung pro Woche bis maximal einer Messung je 1/2 Stunde liegen. Während des Befüllvorganges sollte das Gerät nicht betrieben werden, weil das Tastgewicht verschüttet werden könnte. Der größte Meßbereich beträgt 30 m.

Die Arnold GmbH bietet auf diesem Sachgebiet die kapazitiv arbeitende Füllstandmeßsonde MES an (Abb. 10).

Abb. 10: Füllstandsonde MES (Foto Arnold)
Abb. 10: Füllstandsonde MES (Foto Arnold)

Der Sensor wird mit einer Spannung von 10 VDC bis 40 VDC versorgt. Der Transistorausgang (PNP-Schließer) dient zur Ansteuerung von Relais oder Schützen. Der Füllstandsensor ist geschützt gegen Verpolung und Kurzschluß, er weist eine hohe Störfestigkeit gegen elektrostatische Entladungen, Elektromagnetfelder und Spitzenspannungen (Bursts) auf. Wenn Material vor dem Sensor anliegt, schaltet er den Transistor durch. Wird die Meßfläche nicht bedämpft, so fällt er in den Ursprungszustand zurück.

Der Füllstandsensor MES ist im Edelstahlgehäuse vergossen und mit hochverschleißfester Keramikmeßfläche versehen. Diese ist für härteste Anwendungen konzipiert und mit geringem mechanischen Aufwand zu installieren.

Von Rembe wird die komplette Meß- und Regeltechnik für den sicheren Betrieb von Silos angeboten. Ein wichtiges Produkt ist in diesem Zusammenhang die nachrüstbare Siloverwiegung MIKROZELL, die an allen Silos mit Standzargen oder auf Stützen installiert werden kann. Das Nachrüsten erfolgt ohne Betriebsunterbrechung und ohne Eingriffe in die statische Konstruktion. Die patentierten Microzellsensoren werden einfach an die Stützkonstruktion der Silos geschraubt. Dort erfassen sie die gewichtsabhängige Verformung (Stauchung, Dehnung) im Materialgefüge und wandeln sie in ein proportionales Spannungssignal um, das von der nachgeschalteten Elektronik digitalisiert und angezeigt wird.





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