Technik

Schwimmbad-Neubau in Potsdam

Fingerspitzengefühl ist gefragt

Bis Ende 2016 lassen die Stadtwerke Potsdam das neue Sport- und Freizeitbad „blu“ errichten, und Cemex Deutschland liefert Transportbeton für die zum Teil technologisch anspruchsvollen Konstruktionen.

Der Neubau des Sport- und Freizeitbads am Brauhausberg entsteht auf einem Grundstück von ca. 18.000m² in zentraler Lage unweit des Hauptbahnhofs. Über eine Bauzeit von etwa zwei Jahren wächst hier ein Gebäudekomplex mit 19.300 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und einem Bruttorauminhalt von 113.600 Kubikmetern. Das Schwimmbad am Brauhausberg ist zurzeit eine der größten Baustellen in Potsdam.

Die Firmengruppe um die Glass Bauunternehmung führt das Projekt im Rohbau aus. Mit der Betonversorgung der Großbaustelle hat sie Cemex Deutschland betraut. Zwischen dem Frühjahr 2015 und dem Frühjahr 2016 produziert das Transportbetonwerk Potsdam mehr als 17.000 Kubikmeter Beton mit erhöhtem Wassereindringwiderstand bis zu einer Güte von C45/55 für die Fundamente, Innen- und Außenwände, Decken, Stützen, Unterzüge und Wasserbecken.

Hohe Ansprüche an den Beton

„Allein für die Herstellung der Bodenplatte hat die Baustelle 5.250 Kubikmeter WU-Beton abgerufen. Den Einbau hat unsere Betonförderung mit Großmastpumpen bis M52 unterstützt“, erklärt Torsten Schiller vom Key Account Management Cemex Deutschland. „Die betontechnologischen Ansprüche sind außergewöhnlich hoch. Dabei werden die konstruktiv und baustofftechnisch schwierigsten Bauteile den Augen der Badegäste verborgen bleiben: Im Technikgeschoss unterhalb des Schwimmbads liegen große Rohwasserspeicher, die einen Teil der Wassermenge der Schwimmbecken bereithalten, aufbereiten und säubern werden. Diese Wasserbehälter im Tiefgeschoss bestehen aus einem Beton der Druckfestigkeitsklasse C35/45 und der Expositionsklasse XF2 XF3 XD2.

„Um hier allen Anforderungen des Bauherren gerecht zu werden, war bei der Einstellung des Betons viel Fingerspitzengefühl nötig“, meint Jörg Hölzgen, Leiter der Cemex-Betonprüfstelle Potsdam. „Die Rissbreitenbegrenzung war anspruchsvoll. Zum Teil waren bei der Oberflächenqualität ebenso hohe Standards zu erfüllen wie bei Sichtflächen. Doch zugleich hatten wir es aufgrund der konstruktiven Durchbildung im Grunde mit einem Massenbeton zu tun, auch wenn die Bauteile nur etwa 40 Zentimeter stark waren. Gefordert war eine Betonkonsistenz im oberen F4-Bereich, denn die Bauteile waren extrem stark bewehrt. Wir haben den für die Expositionsklasse erlaubten Mindestzementgehalt von 270 kg eingesetzt. Im Rahmen unserer Eigenüberwachung wurde dieser Beton besonders intensiv begutachtet.“ Um die Zwangsspannungen so gering wie möglich zu halten, kam ein Hochofenzement mit niedriger Hydratationswärmeentwicklung aus dem Werk Eisenhüttenstadt von Cemex Zement zum Einsatz.

Keimfreie Oberfläche

Für die besonderen Anforderungen an die Betonqualität und die Bauausführung waren keine ästhetischen Gründe ausschlaggebend – sondern hygienische. Die Rohwasserbehälter müssen möglichst glatte Oberflächen haben, damit sich Keime nicht in Rissen und Poren einnisten können. Der Neubau erhält fünf Geschosse, davon zwei Untergeschosse für Technik und Tiefgarage. Im Erdgeschoss werden unter anderem ein 50-Meter-Becken mit zehn Bahnen nach FINA-Standard C, ein Lehrbecken mit Hubboden und Umkleiden liegen.

Der Neubau des Sport- und Freizeitbads am Brauhausberg
Der Neubau des Sport- und Freizeitbads am Brauhausberg entsteht in zentraler Lage unweit des Hauptbahnhofs.
 
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