Technik

Fackelanlage in Saudi-Arabien mit Terex-Kran installiert

Dem Wind getrotzt

Saudi Aramco ist der erste Erdölkonzern, der an seinem Standort Yanbu in Saudi-Arabien eine den neuen, strengen saudi-arabischen Umweltrichtlinien entsprechende Hochfackel mit einer Höhe von 200 Metern errichtet hat. Mit den Schwerlasthüben für die zwischen 21 und 104 Tonnen schweren modularen Segmente wurde die Firma GHHL beauftragt.

Angesichts des hohen Gewichts und der Abmessungen der Segmente in Verbindung mit den schwierigen Standortbedingungen kam man zu dem Ergebnis, dass nur ein Kran des Transportunternehmens in der Lage sein würde, das Projekt pünktlich und innerhalb des vorgegebenen Budgets abzuschließen: der Terex CC 8800-1 Raupenkran. Bereits Größe und Gewicht der Segmente machten das Projekt zu einer Herausforderung. Darüber hinaus war das Zeitfenster, das den Teams zum Einbau der Segmente zur Verfügung stand, durch die besondere Lage der Raffinerie direkt am Roten Meer sehr eng. „Täglich gegen 11 Uhr morgens wurden aus einer leichten Brise mit Windgeschwindigkeiten von 2 m/s Windböen von bis zu 16 m/s, die oft den gesamten Nachmittag und Abend anhielten“, erklärt Sanjay Pachisia, General Manager von GHHL. Dies brachte erhebliche Probleme mit sich, da die zulässige Windgeschwindigkeit für das Heben der Segmente je nach Abschnitt zwischen 4,1 m/s und 7,1 m/s lag. Das Projekt ließ zudem nur einen geringen Bodendruck von 12 Tonnen pro Quadratmeter für den Aufbau der Auslegerkonfiguration des Krans sowie für das Heben der Fackelsegmente zu. „Der CC 8800-1 verfügt über Raupenbreiten von zwei Metern sowie über eine Spurbreite von 10,5 Metern, wodurch das Gewicht auf eine große Fläche verteilt wird. So wird das Heben derart schwerer Lasten überhaupt erst möglich“, berichtet Christian Kassner, Senior Sales Manager bei Terex Cranes. Die große Spurbreite sowie der Einsatz einer hochbelastbaren, 5 Meter langen, 2,8 Meter breiten und 36 cm dicken Stahlmatte half den Mitarbeitern von GHHL, die Bodendruckvorgaben zu erfüllen.

Zeitersparnis durch kluge Auslegerstrategie

Am Zielort begann das fünfköpfige Montageteam von GHHL unverzüglich mit dem Aufbau des Krans. Für den ersten Hub, bei dem das dritte Fackelsegment auf eine Höhe von 100,3 Metern gebracht wurde, wurde der CC 8800-1 mit einem Hauptausleger von 108 Metern Länge und Superlift ausgestattet, um das 104 Tonnen schwere Segment in die richtige Position zu heben. Für die beiden weiteren Hubvorgänge, bei denen das vierte Segment von 62 Tonnen sowie das 28 Tonnen schwere fünfte Segment positioniert wurden, änderte das Team die Konfiguration des CC 8800-1 lediglich durch Hinzufügen eines wippbaren Hilfsauslegers. Hydraulisch verbolzte Verbindungen zwischen den Auslegersegmenten vereinfachten den Umbau erheblich. Die letzten drei Hübe für die Segmente sechs bis acht erforderten eine letzte Konfigurationsänderung. Zusätzlich zum Hauptausleger setzte das Team nun einen 108 Meter langen wippbaren Hilfsausleger ein, sodass die Gesamtlänge 216 Meter betrug — damit war die maximale Auslegerlänge erreicht. Eine Runnerwinde sorgte für die erforderliche Höhe und Kontrollmöglichkeit zum Positionieren dieser Segmente.

Insgesamt benötigte GHHL für die sechs aufwendigen Hübe der Hochfackelsegmente im Rahmen des Yanbu Aramco Sinpec Refinery-Projekts nur 11 Arbeitstage.

Installation einer Hochfackel mit einem Kran
Windböen vom Roten Meer machten die Installation zu einer Herausforderung.
 
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