Schwerpunkt Persönliche Schutzausrüstung

Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Wie Schutzkleidung in den Arbeitsalltag einzog

Der diesjährige Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (28. April) stellte das Thema „Prävention von Berufskrankheiten“ in den Mittelpunkt. Wie können Arbeitsbedingungen gesünder und sicherer werden, um arbeitsbedingte Krankheiten und Unfälle zu vermeiden?

Das Tragen von Schutzkleidung ist dabei ein wesentlicher Faktor. In den letzten 50 Jahren hat sich auf diesem Terrain viel getan: die Erweiterung der europäischen Richtlinien, die steigende Verantwortung des Arbeitgebers, leichte Gewebe, moderne Outfits und – damit verbunden – die wachsende Akzeptanz, Schutzkleidung zu tragen. Das war nicht immer so. „Lange Zeit kam das Tragen von Schutzkleidung einer Strafe gleich: Die schützenden Gewebe, die in den 1960er und 1970er Jahren hergestellt wurden, hatten den Tragekomfort einer Ritterrüstung“, berichtet Nicole Kiefer, Leiterin der Produktentwicklung bei Mewa. Auch die ersten Sicherheitsschuhe, die um 1920 zum Einsatz kamen, waren schwere Treter, flexibel wie ein Brett. Dagegen ist die heutige Schuh-Generation mit Fersendämpfungssystem bequemer als mancher Freizeitschuh. Noch bis in die 1970er Jahre trug man in manchen Produktionshallen Holzpantinen. Undenkbar aus heutiger Sicht.

Rechtliche Regelung seit den sechziger Jahren

Erste nationale Standards zur Gewebeprüfung bei der Herstellung von Schutzkleidung gab es in den 60er und 70er Jahren. Verschiedene Brennklassen und Aussagen über den Chemikalienschutz entstanden in dieser Zeit. Mit der Richtlinie 89/656/EWG wurden 1989 erste europaweit einheitliche Mindestvorschriften bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstung durch Arbeitnehmer festgelegt. Seit 1996 ist sie unter anderem mit dem Arbeitsschutzgesetz und der „PSA-Benutzungsverordnung“, die den Arbeitgeber in die Pflicht nimmt, in deutsches Recht umgesetzt. In der PSA-Benutzungsverordnung werden auch Auswahl, Bereitstellung, Wartung, Reparatur, Ersatz sowie Lagerung von persönlichen Schutzausrüstungen durch den Arbeitgeber und seine Verpflichtung zu Unterweisung geregelt.

Leichter und vielfältiger

Währenddessen wurde in den Forschungslabors der Textilindustrie an der Weiterentwicklung der Fasern gearbeitet. Zwei Trends zeichnen sich ab: Erstens werden die innovativen Gewebe immer leichter. Damit genügen sie den wachsenden ergonomischen Ansprüchen bei kontinuierlich verbesserter Schutzfunktion. „Es gibt bereits Gewebe mit 350 Gramm pro Quadratmeter, die einer Schutzklassifizierung D3 entsprechen, das ist z.B. eine Schutzkleidung für hitzeexponiertes Arbeiten zum Schutz vor flüssigen Aluminiumspritzern“, erklärt Nicole Kiefer. Zweitens: die Multifunktionalität. Inzwischen sind Gewebe Standard, die mehrere Schutzziele erfüllen, also z. B. Hitze- und Flammschutz plus Antistatik, Warnschutz plus Hitzeschutz plus Chemikalienschutz und mehr, bieten.

Arbeitsschutzkleidung
Moderne Arbeitsschutzkleidung bietet mehr Tragekomfort und Schutz.
 
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