Technik

R-Beton: Werkstoff der nächsten Generation bei HeidelbergCement

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Im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft rücken aktuell auch Baustoffe wie ressourcenschonender Beton (R-Beton), der teilweise auf sekundäre Rohstoffe zurückgreift, in den Fokus.

Vor diesem Hintergrund hat die Technische Universität Kaiserslautern zusammen mit HeidelbergCement, universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie weiteren Partnern aus der Industrie ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Ressourcenschonender Beton – Werkstoff der nächsten Generation“ begonnen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative „Neue Werkstoffe für urbane Infrastrukturen – HighTechMatBau“ gefördert (FKZ 13N13119 – 13N13125). Ziel der Verbundpartner ist es, auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen dazu beizutragen, dass künftig noch höhere Anteile an rezyklierten Gesteinskörnungen im Bau eingesetzt werden können.

Adäquate Alternative

„Qualitativ steht R-Beton dem aus primären Rohstoffen produzierten Beton in nichts nach. Selbst die Ausgangsstoffe sind die gleichen, einziger Unterschied ist, dass bei R-Beton statt einer direkt gewonnenen Gesteinskörnung eine aus dem Rückbau von Bauwerken stammende rezyklierte Gesteinskörnung zum Einsatz kommt“, erklärt Raymund Böing, Vertreter des Konsortialführers HeidelbergCement, Abteilung Entwicklung und Anwendung bei HeidelbergCement. „Als nachhaltiger Baustoff schont er nicht nur Ressourcen, sondern ermöglicht eine hochwertige Verwendung und geschlossene Materialkreisläufe.“

Bisher wenig Anreiz für die Praxis

In Deutschland hat sich R-Beton bisher nicht auf dem Markt etablieren können. Ein wesentlicher Grund: Zahlreiche restriktive Grundbedingungen der aus den 90er Jahren stammenden Regelwerke bieten für eine - dem heutigen technischen Stand entsprechende - praxisgerechte Verwendung kaum einen Anreiz. „Dabei sind durch innovative Entwicklungen im Bereich Betontechnologie und Zusatzmittel die Möglichkeiten für ein weitreichendes Wertstoffrecycling inzwischen gegeben“, so Böing weiter. „Da die Vorräte natürlicher Gesteinskörnung sehr wertvoll sind, sollte dieses Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung des Bauens in Deutschland nicht ungenutzt bleiben.“ Bei einem Erfolg des dreijährigen Projekts sollen die Ergebnisse in die Praxis umgesetzt werden und dazu dienen, die Normen und Richtlinien nach dem neusten Stand der Technik anzupassen. Böing: „Denn nur durch den wissenschaftlichen Nachweis, dass man die rezyklierten Gesteinskörnungen qualitativ uneingeschränkt verwenden kann, hat dieser große Anteil am Materialstrom eine Chance - entsprechend seinen Möglichkeiten -  einer sehr hochwertigen Nutzung zugeführt zu werden.“

Raymund Böing, Vertreter des Konsortialführers HeidelbergCement, Christian Knell, Sprecher der Geschäftsleitung HeidelbergCement Deutschland, und Eckhard Bohlmann, Leiter Entwicklung & Anwendung HeidelbergCement Deutschland, bei der Unterzeichnung des Konsortialvertrags.
Raymund Böing, Vertreter des Konsortialführers HeidelbergCement, Christian Knell, Sprecher der Geschäftsleitung HeidelbergCement Deutschland, und Eckhard Bohlmann, Leiter Entwicklung & Anwendung HeidelbergCement Deutschland, bei der Unterzeichnung des Konsortialvertrags.
 
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