Termine

Vorschau auf die A+A 2015

Gesundes Arbeiten durch gute Arbeitsgestaltung

Die A+A in Düsseldorf ist mit gut 1.800 Ausstellern die weltweit führende Markt- und Kommunikationsplattform für sicheres und gesundes Arbeiten. Vom 27. bis 30. Oktober wird sie sich in diesem Jahr in Fachmesse und Kongress wieder einem zentralen Schwerpunktthema widmen, der ergonomischen Ausgestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsprozessen.

In der neuen Betriebssicherheitsverordnung wird konkret vom Arbeitgeber gefordert, dass dieser bei der Auswahl von Arbeitsmitteln und bei der Festlegung von Maßnahmen zur Verwendung von Arbeitsmitteln auch die ergonomischen Zusammenhänge zu berücksichtigen hat. Dabei ist die Verwendung der Arbeitsmittel so zu gestalten und zu organisieren, dass Belastungen und Fehlbeanspruchungen, die die Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gefährden können, vermieden oder, wenn dies nicht möglich ist, auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Ergonomie im Fokus von Besuchern und Unternehmen

Ergonomie ist in den Unternehmen nichts Neues. Sie gewinnt aber weiterhin an Bedeutung. Michael Mohrlang, Arbeitsschutz-Experte bei der BMW AG, beschreibt es so: „Ergonomie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die in die meisten Bereiche des Arbeitslebens hineinwirkt. Unabhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen, wie etwa dem demografischen Wandel, sind ergonomische Erkenntnisse immer gleichbleibend wirksam. Demografische Veränderungen bestärken allerdings die Wichtigkeit zur Umsetzung der bereits seit vielen Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse.“

Dass eine demografiefeste Organisation in der Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigt aktuell auch das Beispiel der Continental AG. Klaus-Dieter Wendt ist dort Leiter Ergonomie: „Es ist unser Ziel, bis 2020 für 50 Prozent unserer Mitarbeiter demografiefeste Arbeitsplätze bereitzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir alle existierenden Produktionsarbeitsplätze in Deutschland mit einem Belastungs-Dokumentations-System analysiert und bewertet und bewerten alle neuen und umzugestaltenden Arbeitsplätze. Dadurch erhalten wir die ergonomierelevanten Daten zu dem jeweiligen Arbeitsplatz und können so Maßnahmen ergreifen, um ihn zum einen demografiefest und zum anderen für Männer und Frauen ohne Überlastung ausführbar zu gestalten.“

Der Weg zu guten ergonomischen Arbeitsbedingungen ist aber kein rein technischer Weg. Eine hohe Sicherheitskultur und das Bekenntnis zu guten, nachhaltigen Arbeitsbedingungen sind charakteristisch für erfolgreiche Unternehmen. Klaus Tech, leitender Sicherheitsingenieur der Linde Gas AG und langjähriger Besucher der A+A: „Bei uns werden Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz als Grundprinzipien unserer Geschäftstätigkeit definiert. Im Hinblick auf Gesundheitsschutz wird auf eine sichtbare Führung, Eigenverantwortung und direkte Verantwortlichkeit auf allen Ebenen der Unternehmensgruppe gesetzt. Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeitenden gehören somit zu unseren Kernaufgaben. Es ist ein entscheidender Faktor, dass die Mitarbeiter motiviert und geschult sind.“

Ergonomie im A+A Kongress

Der A+A Kongress spiegelt zum Thema Ergonomie das Interesse der Besucher und der Unternehmen wider und zeigt darüber hinaus Trends und Entwicklungen auf. Erstmals wird es in diesem Jahr Key-Notes am Beginn jedes Halbtags für alle Kongressbesucher geben. Einer der Speaker wird Prof. Dr. Ralph Bruder (Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt) sein. Sein Thema lautet „Menschengerechte Arbeitsgestaltung – Produktivität – Prävention“ mit der zentralen These: „Ergonomie nimmt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Digitalisierung und des demografischen Wandels ein.“

Übergreifend und praxisnah führt der Kongressblock „Ergonomie – von der Theorie in die Praxis“ unter Federführung der Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) in das Thema ein. Jeder Beitrag dieses Kongressblocks zeigt aus verschiedenen Blickwinkeln (KAN, Siemens AG, Robert Bosch GmbH, Continental AG) Möglichkeiten auf, wie Arbeit und Arbeitsplätze ergonomisch gestaltet werden können.

Zwei weitere große Kongressblöcke widmen sich dem Thema Ergonomie im Büro sowie in der Produktion.

Speziell für die Branche Bauwirtschaft gibt es die Veranstaltung „Altersgerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen in der Bauwirtschaft“. Gerade in der Bauwirtschaft wird es immer schwieriger, den Fachkräftebedarf zu decken. Daher kommt der Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Bedürfnisse der immer älter werdenden Beschäftigten eine zentrale Rolle für dauerhafte Leistungs- und Qualitätssicherung zu.

„Ergonomie-Scouts“ sensibilisieren für das Thema

Ergonomische Aspekte werden aber nicht nur in den speziellen Ergonomie-Themenblöcken berücksichtigt. Zum Beispiel wird am „Tag der Sicherheitsbeauftragten“ Ergonomie explizit Schwerpunktthema sein. Sicherheitsbeauftragte nehmen jetzt schon eine wichtige Rolle in der betrieblichen Sicherheitsorganisation ein und werden zukünftig noch verstärkt eingebunden und ausgebildet werden, um neue Aufgabenfelder abzudecken. Am „Tag der Sicherheitsbeauftragten“ wird u. a. Dr. Markus Bruch (RWE) von der Qualifizierung von Sicherheitsbeauftragten zu so genannten „Ergonomie-Scouts“ bei RWE berichten. Diese werden speziell dafür weitergebildet, ergonomischen Sachverstand in die jeweiligen Abteilungen zu bringen, ergonomischen Gestaltungsbedarf zu identifizieren und die Kolleginnen und Kollegen für diese Themen zu sensibilisieren.

Themenpark WorkplaceDesign und Corporate Health

Im Rahmen der A+A-Fachmesse wird die ergonomische Arbeitsgestaltung wesentlich in Halle 10 im Themensegment „Gesundheit bei der Arbeit“ aufgegriffen. In unmittelbarer räumlicher Nähe zum „Treffpunkt Sicherheit und Gesundheit“, der zentralen Gemeinschaftspräsentation der nicht-kommerziellen Akteure des Handlungsfeldes Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, sind die Ausstellungsbereiche „Corporate Health“ und „Workplace Design“ angesiedelt. Der Ausstellungsbereich „Corporate Health“ wurde speziell für Anbieter und Organisationen aus dem Gesundheitsbereich geschaffen. Hier finden sich Anbieter aus dem Bereich Arbeitsmedizin ebenso wie die freien Gesundheitsberufe und Angebote für die Suchtprävention.

Im Themenpark „Workplace Design“ zeigen mehrere Aussteller ergonomisch optimierte Arbeitsplätze. Die Besucher können hier verschiedene Arbeitsplatzlösungen testen und vergleichen. Auch können dynamische Sitzkonzepte mehrerer Hersteller direkt und mit Hilfe von Fachberatern verglichen und bewertet werden.

Für die beiden Ausstellungsbereiche „Workplace Design“ und „Corporate Health“ gibt es ein gemeinsames Bühnenprogramm mit praxisbezogenen Kurzvorträgen, Talkrunden, Präsentationen und Diskussionen. Darüber hinaus wird es erstmals Führungen über die A+A-Fachmesse geben, speziell ausgerichtet an den Belangen von Betriebs- und Personalräten.

Fazit: Durch die ergonomisch günstige Gestaltung von Arbeitsplätzen, Vorrichtungen, Werkzeugen und Maschinen kann der Mensch langfristig sicher und gesund arbeiten. Wie das Thema Ergonomie in der Praxis in diesem Sinne optimal umgesetzt wird, dazu wird die A+A 2015 die richtigen Konzepte und Angebotsneuheiten der Aussteller präsentieren. Das Interesse der Besucher wird groß sein. Von den gut 63.000 Besuchern der letzten A+A interessierten sich mehr als 20.000 auch speziell für ergonomische Arbeitsplatzgestaltung.

Vortrag auf Messe
Im Ausstellungsbereich „Workplace Design“ werden verschiedene Aussteller zeigen, wie man einen Arbeitsplatz ergonomisch optimieren kann. // Messe Düsseldorf
 
Weitere Informationen