Technik

Farbbeton für Versorgungskanal am Airport Frankfurt

Grüne Flächen mit Signalwirkung

Wo der Großraum-Airbus A380 abheben und landen soll, sind kluge Ingenieursleistungen gefragt, auch am Boden. Vor allem an die Rollfelder der Flughäfen werden hohe Anforderungen gestellt, wie aktuell auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens. Besonders herausfordernd: die Betonarbeiten an einem Versorgungs- und Verbindungskanal zwischen dem bestehenden Terminal 1 und dem neuen Terminal. Hier verlaufen u.a. auch Kerosinleitungen für die Betankung der Flugzeuge.

Um die Pumpen-Schächte der Kerosinleitungen und die Position der Not-Auffangbecken der Pipeline auf der Oberfläche der Rollbahn sichtbar zu machen, werden diese Bereiche mit grünen Farbfeldern markiert. Das erhöht die Sicherheit und erleichtert die logistischen Abläufe auf dem Rollfeld. Um die Felder in Grün zu tauchen, gäbe es verschiedene Möglichkeiten. So könnte ein Anstrich auf der Rollbahnoberfläche diese Funktion ebenso übernehmen wie eine Beschichtung. Die Fraport AG als Bauherr entschied sich jedoch gegen beide Ausführungen. Um Nachbesserungen und damit einen erhöhten Wartungsaufwand zu vermeiden, wählte man statt der für Abrieb anfälligen, oberflächlichen Färbung eine nachhaltige Lösung. Gemeinsam mit der Heidelberger Beton GmbH entwickelte man hierfür einen Farbbeton. Dieser wird ab Werk grün eingefärbt und kann somit seine Farbe nicht verlieren. Frank Wollny von Heidelberger Beton weist darauf hin, dass die Realisierung eines solchen Farbbetons mit erhöhten Ansprüchen nicht einfach, aber im Ergebnis sehr erfolgreich gewesen sei.

grünen Flächen als Markierung für die Kerosin-Schächte auf dem Rollfeld
Die grünen Flächen als Markierung für die Kerosin-Schächte sind gut sichtbar und senden sowohl an die Piloten als auch ans Bodenpersonal eine klare Botschaft

Hohe Anforderungen an Beton

Was Frank Wollny mit den erhöhten Ansprüchen meint, liegt im Verwendungszweck des Betons. Dieser muss sowohl als Fahrbahn- bzw. Rollbahnbeton geeignet sein, als auch den Richtlinien für Betone beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen entsprechen. Daher galt es, einen komplett durchmischten, grünen Beton herzustellen, der nach der ZTV Beton StB und nach den Richtlinien des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) im Zusammenhang mit Flächen an trinkwassergefährdenden Anlagen zulässig ist. Geliefert wurde schließlich ein Beton der Festigkeitsklasse C 35/45 mit einem Fahrbahndeckenzement und Luftporenbildner, dem grüne Flüssigfarbe zugemischt wurde. So konnte eine durchgängige und gleichmäßige, grüne Durchfärbung des Betons erreicht werden.

Auf dem Frankfurter Flughafen hat man bereits gute Erfahrungen mit Farbbeton aus Heidelberg gemacht: Er steckt auch in Farbflächen auf der Rollbahn, im „The Squaire“ über dem DB-Bahnhof und im neuen Flugsteig A-plus für die Abfertigung der großen A380-Flugzeuge.

Baustelle
Der Beton wurde bereits eingefärbt ab Werk geliefert und direkt vor Ort mit Betonpumpen verarbeitet.
 
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