Technik

Die neue HBM 160 von Hausherr

Schwierige Bedingungen? Kein Problem!

Mit der Einführung der neuen HBM 160 bietet Hausherr ab sofort eine neue Alternative bei Sprenglochbohrgeräten im mittleren Größenbereich. Konzipiert für den Einsatz in Kohle- und Erzminen aller Art, verfügt die HBM 160 über eine besonders robuste Bauweise und viele einzigartige Details.

Die im Werk Drolshagen produzierte Maschine ist sowohl für Drehbohr- als auch für DTH-Anwendungen mit verschiedenen Nieder- oder Hochdruckkompressoren im Durchmesserbereich von 153 bis ca. 203 mm (6 - ± 8 Inch) geeignet. Das Einsatzgewicht liegt je nach Variante und Ausstattung bei etwa 41.500 kg. Ein neues, modernes Steuerungskonzept vereinfacht sowohl die Bedienung als auch die Überwachung und Fehlerdiagnose. Das Bedien- und Servicedisplay zeigt nach Wahl den Maschinenstatus, Bedienhinweise oder Fehlermeldungen an. Eine Diagnose ist nun weitestgehend ohne Messgerät und ohne besondere Fachkenntnisse möglich. Durch die Verwendung von insgesamt weniger Komponenten ist das Gesamtsystem störungsunempfindlich, durchgehend diagnosefähig und sichert so eine hohe Verfügbarkeit.

Hydraulische Andruckregulierung

Die Drehbohrvariante der HBM 160 ist mit einem einstufigen Schraubenverdichter ausgerüstet, welcher 35 m³/min. (1.235 cfm) bei 7 bar (100 psi) liefert. Angetrieben wird die Maschine von einem Caterpillar C 15 Dieselmotor mit 403 kW. Zusätzlich sind verschiedene Hochdruck-Kompressoren für den DTH-Einsatz mit max. 36 m³/min. (1.270 cfm) bei bis zu 30 bar (435 psi) erhältlich. Dieselmotoren verschiedener Größen stehen wahlweise nach TIER 3 oder TIER 4f zur Verfügung. Die Bohrlafette ist stufenlos zwischen 90° und 60° verstell- und arretierbar. Der Kettenvorschub ermöglicht einen maximalen Andruck von etwa 170 kN (37.500lb Bit-Load) auf das Bohrwerkzeug sowie eine Rückzugskraft von 160 kN. Dies ermöglicht hohe Bohrleis-tungen und minimiert das Risiko von Gestänge- und Werkzeugverlusten. Für den DTH-Betrieb verfügt die Maschine über eine hydraulische Andruckregelung, die es ermöglicht, den Andruck genau auf die Anforderung des jeweiligen Hammers zu justieren. Im Revolvermagazin sind 6 Bohrstangen mit einer Länge von je 9 m untergebracht, üblicherweise mit einem Durchmesser 127 (5“) oder 140 mm (5 ½“). Bei Verwendung von 7 Stangen beträgt so die maximale Bohrtiefe 63 m.

Sprenglochbohrgerät
Die robuste HBM 160.

Komfortabel zu bedienen

Die neu entwickelte FOPS-Kabine wurde in Sachen Sicherheit, Ergonomie, Platzangebot und Bedienungsfreundlichkeit deutlich verbessert. Alle Bedienelemente für die Hauptfunktionen sind in den neuen Multifunktions-Joysticks und in den Armlehnen des luftgefederten und beheizten Fahrersitzes integriert. Dieser ist zum Einsteigen und für den Fahr- oder Bohrbetrieb um 270° drehbar, sodass sämtliche Bedien- und Überwachungsinstrumente stets vom Operator aus einer bequemen Sitzposition erreicht und abgelesen werden können. Durch schalldämmende Maßnahmen wird der Geräuschpegel innerhalb der Kabine auf unter 80 dB(A) abgesenkt. Eine großflächige Sicherheitsverglasung mit getönten, wärmeisolierten Scheiben sorgt in jeder Situation für eine ideale Rundumsicht auf das gesamte Arbeitsumfeld, das bei Dunkelheit von diversen LED-Scheinwerfern optimal ausgeleuchtet wird. Kabinenheizung, Standheizung, Klimaanlage und Sonnenschutzrollos sorgen bei allen klimatischen Bedingungen für angenehme Arbeitsbedingungen. Eine große Dachscheibe mit Scheibenwischer und Waschanlage ermöglicht nun eine noch bessere Sicht auf die Lafettenspitze. Neu sind auch die beheizbaren Front-, Dach und Seitenscheiben, die nicht mehr beschlagen. Dank einer Auftaufunktion sind diese auch im Winter in wenigen Minuten eisfrei. Ein Lüftungssys-tem sorgt außerdem für einen stetigen Überdruck in der Kabine, das eventuelle Eindringen von gesundheitsschädlichen Feinstäuben wird dadurch verhindert. Eine robuste Schiebetür mit Rastfunktion verhindert zuverlässig ein unbeabsichtigtes Zuschlagen und beugt so Unfällen und Verletzungen vor.

Spezielles Paket für den Einsatz in der Kälte

Das robuste Raupenfahrwerk ist über eine Kugeldrehverbindung mit dem Oberwagen verbunden. Somit lässt sich das Gerät 90° gegenüber der Fahrtrichtung schwenken. Dies ist ein  Vorteil beim Bohren geneigter Sprenglöcher, da es die unproduktiven Fahrwege und damit die Bohrnebenzeiten um bis zu 50 % verkürzt. Die Abstützung und Ausrichtung wird mittels 4 stabiler Stützzylinder mit großen Bodenplatten ausgeführt. Serienmäßig ist das Gerät mit einer Entstaubungsanlage ausgestattet, die über wasserunempfindliche und abriebfeste Filterelemente verfügt, deren Standzeit bis zu 10.000 Stunden betragen kann. Optional kann die Maschine auch mit einer Wasserinjektionsanlage zur Staubunterdrückung ausgerüstet werden. Für den Einsatz in kalten Regionen kann die Maschine mit einem umfangreichen Arktik-Paket ausgestattet werden. Es besteht aus einer Kombination von verschiedenen Heizsystemen sowie einer speziellen Kupplung, die es dem Dieselmotor ermöglicht vollkommen lastfrei zu starten. Besonders leistungsstarke und für tiefe Temperaturen geeignete Batterien, ein zusätzlicher Anlasser sowie die intelligente Kupplungssteuerung ermöglichen so den problemlosen Start des vorgewärmten Dieselmotors. Der temperaturbedingten erhöhten Sprödbruchgefahr bei Strukturbauteilen wird durch die Auswahl geeigneter Werkstoffe sowie durch Verwendung spezieller Schweißzusatzstoffe Rechnung getragen. Die Verwendung von tieftemperaturgeeigneten Betriebsstoffen rundet das Paket ab. Für den Einsatz in Höhen ab 2.500 m über dem Meeresspiegel können ebenfalls diverse Anpassungen des Antriebsstranges vorgenommen werden. Diese umfassen verschiedene Optimierungen des Kompressors sowie die Auswahl eines leistungsstärkeren Dieselmotors, um die höhenbedingten Leistungsverluste zu kompensieren.

Der Mittelgang der Maschine.
Der Mittelgang der Maschine.
 
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