Unternehmensführung

IT-Outsourcing im Kommen

Cloud Computing und Co.

Outsourcing im IT-Bereich ist gang und gäbe, auch wenn das oftmals gar nicht so wahrgenommen wird. Welches Unternehmen lässt seine Internetseite nicht über einen externen Provider laufen? Viele Firmen verfügen nicht über eigene physikalische Server. Webhoster übernehmen diese Aufgabe und stellen Kapazitäten zur Verfügung. Auch in anderen Bereichen ist es üblich, Aufgaben an Spezialisten outzusourcen.

So kümmern sich Suchmaschinenoptimierer um die gute Platzierung der Firmeninternetseite, auch das Erstellen und die Pflege der Seite übernehmen häufig externe Agenturen. Sind in einem Unternehmen mehr als neun Personen mit der Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt, ist der Einsatz eines Datenschutzbeauftragten vorgeschrieben. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen setzen dazu oft einen externen Datenschutzbeauftragten ein. Outsourcing ist in vielen weiteren Bereichen eine Möglichkeit für Unternehmen, die IT-Kosten zu senken. In den letzten Jahren entwickelte sich Cloud Computing zu einem umsatzträchtigen Geschäftsmodell. Ursprünglich vor allem von Privatanwendern genutzt, die auf Plattformen wie Flickr ihre Fotos hochgeladen haben, gewinnen auch im Unternehmensbereich Cloud-Dienste zunehmend an Relevanz. Der Umsatz in Deutschland wurde vom Branchenverband BITKOM für das Jahr 2013 auf 7,8 Milliarden Euro beziffert. Mehr als die Hälfte davon, 4,6 Milliarden, erzielten Cloud-Dienste für Unternehmen. Prognosen sagen ein Anwachsen auf mehr als 20 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 voraus. Diese Dienste stellen Hard- und Softwarestrukturen extern bereit, auf die von Firmenrechnern zugegriffen wird. Auch Daten werden so ausgelagert.

Möglichkeiten des Outsourcings

Cloud Computing unterteilt sich in drei Bereiche: Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) sowie Software as a Service (SaaS). IaaS wird unter anderem genutzt, um im Bedarfsfall über zusätzliche Serverkapazitäten zu verfügen, ohne diese Inhouse ständig bereitzuhalten. Mit PaaS lassen sich Anwendungen entwickeln, der Anbieter stellt dazu die notwendige Hard- und Software zur Verfügung. Software as a Service bietet Unternehmen die Möglichkeit, auf die teure Anschaffung von Programmen und IT-Infrastruktur zu verzichten und auf diese on demand über den Webbrowser zuzugreifen. Für die Nutzung reicht dann ein Computer mit einer Internetanbindung. Für Unternehmen bietet die Nutzung von Cloud-Diensten einige Vorteile. So lassen sich die Anschaffungskosten für IT-Strukturen und Software signifikant senken. Vor allem bei Leistungen, die selten abgerufen werden, ist Cloud Computing eine Alternative zur Investition in IT-Komponenten und Software. Die Anbieter übernehmen dabei Aufgaben, für die im Unternehmen selber keine Arbeitskraft mehr eingesetzt werden muss. Server, Rechner, Speicher, Datenbanken werden bereitgestellt und gewartet, Softwareupdates und Anpassungen durchgeführt.

Nicht erst durch Cloud Computing wurden IT-Bereiche outgesourct. Auch IT-Unternehmen selbst übertragen Aufgabenbereiche externen Dienstleistern im In- und Ausland. So werden unter anderem Programmierleistungen beim sogenannten Offshore Outsourcing an Unternehmen mit Sitz außerhalb Europas vergeben. Hierbei kommen die unterschiedlichen Lohnniveaus zum Tragen, vor allem die Auslagerung von zeitintensiven Arbeiten senkt die Entwicklungskosten von Software – ein wesentlicher Faktor für den Erfolg auf dem Markt. Aber auch für einzelne Projekte kann es empfehlenswert sein, Teilbereiche der Entwicklung an externe Fachkräfte abzugeben.

Vertrauenssache

In welchem Maß ein Unternehmen IT-Leistungen auslagert, hängt natürlich von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Neben den Chancen, die diese Kooperationen bieten, müssen immer auch die damit verbundenen Risiken beachtet werden. Ein Unternehmen, das Leistungen outsourct, begibt sich in eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Abhängigkeit vom beauftragten Dienstleister. Wenn das termingerechte Fertigstellen eines Projektes in Gefahr ist, wird es zum Nachteil, wenn ein externer Dienstleister auf einem anderen Kontinent sitzt und die Kommunikation nicht funktioniert. Auch das Vertrauen in Anbieter von Cloud-Diensten muss vorhanden sein, wenn das Funktionieren der Unternehmensabläufe von der Verfügbarkeit der notwendigen Strukturen abhängt. Bei der Nutzung von Cloud-Computing-Angeboten geben Unternehmen die Kontrolle über diese Bereiche ab.

Ein sensibler Punkt ist zudem die Gewährleistung der Datensicherheit. Die Herausforderung – und die Chance für Cloud-Anbieter - besteht darin, Regelungen und Mechanismen zu finden und weiterzuentwickeln, die das höchste Maß an Sicherheit und Stabilität versprechen.

Stefan Möller
Redaktion STEINE+ERDEN

Wolkensymbol auf Eingabetaste eines Computers
// © Denys Rudyi - Fotolia.com

Outsourcing – wie den richtigen Dienstleister finden?

Zwei zentrale Begriffe sind bei der Wahl des Partners entscheidend: Vertrauen und Kontrolle. Unternehmen machen sich durch Outsourcing abhängig, sodass bei der Wahl des Dienstleisters nicht ausschließlich auf möglichst geringe Kosten geachtet werden darf. Einige Punkte, die es zu beachten gilt:

Gestapelte alte Computer und Monitore
Cloud-Computing hat einige Vorteile. Es reduziert beispielsweise die Kosten für voll ausgestattete, schnell veraltete Einzelplatzrechner – schlank konfigurierte, internetfähige Endgeräte ohne großen Speicher und Softwarebedarf reichen oft aus. // © Sergey Yarochkin - Fotolia.com