Arbeitssicherheit

Verband Deutscher Sicherheitsingenieure veröffentlicht Befragungsergebnisse

DGUV Vorschrift 2 zeigt positive Effekte in den Betrieben

Die DGUV Vorschrift 2 durchdringt mehr und mehr die Betriebe und zeigt positive Effekte. Zu diesem Schluss kommt der Verband Deutscher Sicherheitsingenieure (VDSI) nach Auswertung einer Mitgliederbefragung, an der im Herbst 2012 1.339 Fachkräfte für Arbeitssicherheit teilgenommen hatten. Zum zweiten Mal in Folge hatte der Verband wissen wollen, wie die neue Unfallverhütungsvorschrift in der Praxis ankommt.

Demnach führen aktuell 68 Prozent aller Befragten die sicherheitstechnische Betreuung teilweise oder ganz nach DGUV Vorschrift 2 durch – rund 20 Prozent mehr als zur ersten Befragung im Jahr 2011. Die Umstellung zeigt in den Betrieben erste Wirkung: Jede zehnte Fachkraft für Arbeitssicherheit hat den größeren Handlungsspielraum, den die DGUV Vorschrift 2 eröffnet, genutzt und neue Tätigkeitsfelder aufgegriffen. Rund zehn Prozent berichten von verbesserten Absprachen mit allen Beteiligten.

„Die neue Vorschrift scheint ihr Versprechen einzulösen und eine situationsgerechte Präventionsarbeit in den Betrieben zu fördern. Bevor sie jedoch ihre volle Wirkung entfalten kann, muss die Umstellung aller Betriebe abgeschlossen sein“, erklärt Prof. Dr. Rainer von Kiparski, Vorstandsvorsitzender des VDSI.

Zum Zeitpunkt der Befragung hatte jeder siebte Betrieb noch nicht damit begonnen, die sicherheitstechnische Betreuung umzustellen. Jeder Fünfte steckte mitten in der Planung. Besonders hier melden die Fachkräfte für Arbeitssicherheit noch Informations- und Unterstützungsbedarf zurück.

Gewünscht sind Informationsangebote im Internet sowie Vortragsveranstaltungen. Praktische Unterstützung erhoffen sich die Befragten von Lehrgängen und Seminaren, persönlicher Beratung sowie web- oder computerbasierten Tools.

„Die DGUV Vorschrift 2 ist nur dann ein Gewinn für Betriebe und Beschäftigte, wenn sie als Chance und nicht als normatives Korsett begriffen wird“, fordert von Kiparski. „Die Betriebe müssen den neuen Handlungsspielraum, der sich ihnen für den Arbeits- und Gesundheitsschutz bietet, auch aktiv nutzen.“

In der Gesamtbeurteilung der neuen Vorschrift ist der Anteil der Kritiker um zehn Prozent zurückgegangen. Doch nach wie vor sind die Fachkräfte für Arbeitssicherheit geteilter Meinung: Ein Drittel hält die DGUV Vorschrift 2 für eine Stärkung der Präventionsarbeit, jeder Achte für eine Schwächung. Über die Hälfte glaubt an keine Auswirkungen auf den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Am 01. Januar 2011 war die DGUV Vorschrift 2 in Kraft getreten. Als erste einheitliche Unfallverhütungsvorschrift sorgt sie für eine branchenübergreifende Gleichbehandlung von Unternehmen, öffentlichen Betrieben und Verwaltungen. Zudem soll sie den Handlungsspielraum für die betriebliche Präventionsarbeit vergrößern und das Zusammenspiel aller Beteiligten verbessern.

 
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