Technik

Effizientes Schlackerecycling mit den mobilen und stationären Lösungen der Firma RCT

Die weltweite Stahlerzeugung ist von 40 Millionen Tonnen im Jahr 1900 auf etwa 1,54 Milliarden Tonnen im Jahr 2012 angestiegen. Um modernen Hochleistungsstahl herzustellen ist eine intensive Schlackearbeit nötig; dadurch fallen pro Tonne produzierten Rohstahl 140 kg Schlacke an. Diese wurde lange Zeit als nicht verwertbarer Abfall angesehen und deponiert, da beim Recycling der Schlacke mit herkömmlichen Anlagen enorme Kosten anfallen und Deponiekosten im Vergleich niedrig sind.

Ungefähr 600 Kilogramm Verwertbares werfen Europäer jedes Jahr in die Mülltonnen, macht rund 1,5 Milliarden Tonnen. Allein in deutschen Müllbergen ruht nach Schätzungen mehr Eisen, als das Land in einem Jahr verbraucht. Auf amerikanischen Mülldeponien liegen mehr als drei Weltjahresproduktionen Eisen. (Quelle: www.bundesabfallwirtschaftsplan.at)

Der mobile Backenbrecher R1 bei seinem Testeinsatz auf dem Gelände der ThyssenKrupp in Duisburg.
Der mobile Backenbrecher R1 bei seinem Testeinsatz auf dem Gelände der ThyssenKrupp in Duisburg.

Schlacken sind jedoch kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff für die Hoch-, Tief-, Wasser- und Straßenbauindustrie, und deren Wiederverwertung leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Schonung der natürlichen Ressourcen und zum Umweltschutz, da weniger Rohstoffe abgebaut, Deponieraum reduziert und fossile Energieträger eingespart werden. Je nachdem aus welchem Produktionsprozess die Schlacken entstehen, können sie in unterschiedlichen Bereichen wiederverwertet werden.

Die Einsatzgebiete für recycelte Schlacke sind umfangreich und reichen von Schüttmaterial für Verfüllungen, Baustoff für den Wasser- und Straßenbau über Zuschlagsstoffe für die Beton- und Zementproduktion bis hin zu Düngemitteln. Und natürlich kann der gewonnene Schrott auch in die Stahlproduktion rückgeführt werden.

Der neu entwickelte, patentierte Backenbrecher R1 der RCT recycling crushing technologies GmbH verfügt über eine Einlauföffnung von 1100 x 700 Millimetern und ist mit einer hydraulischen Überlastsicherung ausgestattet, die eine Verarbeitung von härtesten Materialien ermöglicht, ohne die Brechkammer zu beschädigen. Speziell entwickelt für die Aufbereitung von Schlacke und Eisenerz, eignet sich der Brecher aber auch für verschiedenste Einsätze im Recycling mit hohem Anteil an nicht brechbaren Materialien im Aufgabegut.

Das Funktionsprinzip der hydraulischen Überlastsicherung bewirkt, dass sich der Brecher bei Kontakt mit unbrechbaren Materialien (Eisenbären etc.) öffnet und sich innerhalb weniger Sekunden wieder schließt, sobald diese die Brechkammer verlassen haben. Auch der Abstand vom Brecher zum Hauptaustrageband wurde erhöht (800 Millimeter), um mögliche Verstopfungen bei großen, sperrigen Materialien zu verhindern und das Material problemlos abtransportieren zu können. Dies ermöglicht, dass schwierige Materialien, die bislang meist deponiert wurden, da es mit herkömmlichen Anlagen nicht möglich ist, das Material zu verarbeiten, aufbereitet und wiederverwertet werden können.

Backenbreche
Die hydraulische Überlastsicherung des Backenbrechers ermöglicht die Verarbeitung von Problemstoffen mit hohem Metallgehalt (Schlacke, Eisenbären, ...).

Bei Testläufen auf verschiedenen Schlackedeponien in der Tschechischen Republik und in Deutschland wurde unsere Anlage in den letzten Monaten mit äußerst schwierigen Materialien konfrontiert, die bislang nur schwer oder gar nicht verarbeitet werden konnten, da keine Anlage der Aufgabe gewachsen war. Der mobile Backenbrecher R1 bewies jedoch eindrucksvoll seine Leistungsstärke und konnte sämtliche Einsätze bravourös meistern.

Der Einsatz bei der ThyssenKrupp GmbH in Duisburg stellte die bislang größte Herausforderung dar. Innerhalb einer Woche wurden unterschiedlichste, vor Ort zusammengestellte Materialien wie LD-Schlacken, Pfannenschlacken und Ofenausbruch verarbeitet. Während die Materialien der ersten drei Tage weitgehend problemlos verarbeitet werden konnten, bei denen ein herkömmlicher Brecher bereits an seine Grenzen gestoßen wäre, wurde RCT ab Donnerstag vor große Herausforderungen gestellt. Massive Eisenbären mit einer Länge von bis zu 900 Millimetern und Dicke von 300 Millimetern ließen selbst diese Anlage teilweise an ihre Grenzen stoßen. Der Brecher selbst jedoch blieb von den Problemstoffen weitgehend unbeeindruckt und verarbeitete während des gesamten Testbetriebes insgesamt 1.180 Kubikmeter (ergibt ca. 2.950 Tonnen bei einem Schüttgewicht von 2,5 t/m3).

Bei weiteren Einsätze bei ThyssenKrupp in Brandenburg und Aurubis in Hamburg konnte der mobile Backenbrecher ebenfalls seine Funktionalität, Stärke und Leistungskraft unter Beweis stellen und überzeugte überdies mit hervorragenden Kornqualitäten.

Mit den verschiedenen Testeinsätzen dieser Anlage in den letzten eineinhalb Jahren konnte eindrucksvoll bewiesen werden, dass mit diesem Backenbrecher eine wirtschaftliche Aufbereitung von Problemstoffen erstmalig möglich ist.

Die Firma RCT wurde im November 2011 als Joint Venture zwischen Stefan Hartl, einem Spezialisten in der Entwicklung und Konstruktion mobiler sowie stationärer Recyclinganlagen, und der Inteco special melting technologies GmbH, dem Weltmarktführer im Anlagenbau für Sondermetallurgie und Qualitätsführer in der Sekundärmetallurgie, gegründet. Das Ziel der Firma RCT ist die Entwicklung und

Produktion moderner, individuell einsetzbarer Anlagen und die Entwicklung wirtschaftlicher Konzepte für das wachsende Recyclingsegment im Bereich “Urban Mining”.

Recycling von Stahlwerksschlacke auf einer Deponie in der Tschechischen Republik im Februar 2013.
Recycling von Stahlwerksschlacke auf einer Deponie in der Tschechischen Republik im Februar 2013.
 
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RCT recycling crushing technologies GmbH

hartl@rc-technologies.at

www.rc-technologies.at