Technik

Wirtgen Group Mineral Technology Days

Mit den Mineral Technology Days etablierte die Wirtgen Group nun auch einen internationalen Branchentreff für ihr zweites Geschäftsfeld – die Wirtgen Group Mineral Technologies: Rund 1.400 Mining-Fachleute und Steinbruchbetreiber aus über 65 Ländern waren der Einladung nach Windhagen gefolgt und erlebten Maschinentechnik live.

Während der Pressekonferenz zeigten die geschäftsführenden Gesellschafter des Familienunternehmens, wohin die Reise der Unternehmensgruppe mit mittlerweile 5100 Mitarbeitern gehen soll. Jürgen und Stefan Wirtgen sind mit ihren Firmen zwar nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Baumaschinen-Sparte Road Technologies  (etwa Hamm Walzen, Vögele Straßenfertiger oder Wirtgen Kaltfräsen), aber im Bereich Mineral Technologies (Kleemann Brecher, Wirtgen Surface Miner) bestehe durchaus noch ein Nachholbedarf. Klar wird die Zielvorgabe, wenn man die prozentualen Anteile der Bereiche am Gesamtweltmarkt der Baumaschinen vergleicht: Road Technologies kommt auf vier Prozent, Rohstoffgewinnung und Verarbeitung liegen mit 27 Prozent weit voraus.

Die Firmenchefs sehen hier ein enormes Potenzial: Steigende Rohstoffnachfrage und -preise sowie die Erschließung neuer Lagerstätten führten zu einer weltweit steigenden Nachfrage nach Minenausrüstungen.

Die präsentierten Zahlen stützen die Zielsetzung: 361 Anlagen verkaufte der Unternehmensbereich Kleemann 2012. Im besten Jahr vor der weltweiten Finanzkrise waren es 2008 gerade mal um die 200. Wo bei Kleemann ein Entwicklungsschwerpunkt bei den mobilen Brech- und Siebanlagen liegt, will sich das Windhagner Unternehmen mit Maschinen wie dem Surface Miner 2500 SM Vario Synergieeffekte zwischen Gewinnen und Brechen erarbeiten. Die für einen australischen Kunden (mit entsprechend großer Anwendungsfläche)  entwickelte Maschine kann an den Abtrag weicher Deckschichten und die Gewinnung harter mineralischer Lagerstätten auch mit variabeler Drehzahl der Schneidewalzen angepasst werden.

Zwar sehen sich die Chefs beim Surface Mining durchaus im Wettbewerb mit den konventionellen Abbautechniken wie Sprengen, werden aber nicht müde, die Sicherheitsaspekte ihrer aus den ursprünglichen Kaltfräsen entwickelten Technologie zu propagieren: „Das Bohren und Sprengen fällt weg, ebenso muss zum Vorbrechen nicht verladen werden, die erste Stufe ist in die Geräte integriert“, sagte Jürgen Wirtgen.

Show
Die nächtliche Show „Spotlight on the Giants“ illustrierte die Nachricht, die den Branchentreff der Wirtgen Group im Zeichen der Mineral-Faust dominierte: Brecherlinien von Kleemann sollen im Zusammenspiel mit den Surface Minern von Wirtgen die Techniken bei der Gewinnung von Rohstoffen verändern.

Um diese Argumente visuell zu stützen, war am Stammsitz der Gruppe in Windhagen neben der Maschinenpräsentation und der Werksbesichtigung eine Projektwelt aufgebaut worden. Bauxit im Amazonasgebiet, Eisenerz in Australien Kohle in Indien oder – besonders interessant für die hiesige Baustoffindustrie – Kalksteingewinnung in Russland, überall wurden die Vorteile der Tagebauförderung ohne Bohren und Sprengen herausgestellt. So unterschiedlich die Anforderungen, so passgenau sind die Lösungen, die Wirtgen und Kleemann jeweils individuell konzipieren. Filmclips, die in allen acht Welten Einsatzbilder auf die Leinwand projizierten, vermittelten den Besuchern das Gefühl, live bei den Projekten dabei zu sein.

Sicher sei nicht jede Mine aufgrund der Topographie für den Einsatz von Surface Minern geeignet, schränkte Jürgen Wirtgen ein, bekräftigte aber die Wettbewerbsfähigkeit. Hochselektiver Gesteinsabbau, nahezu 100prozentige Lagerstättenausnutzung und geringe Betriebskosten und Kapitalbindung seien weitere Vorteile. Durch die stete Erweiterung des Einsatzspektrums werden Surface Miner auch für Sonderanwendungen im Salzabbau, Granit, Kimberlit oder Ölschiefer genutzt.

Mit dem Wechselhaltersystem HAT15 und der Wirtgen Pick Inspection (WPI) bietet die Firma für die Surface Miner zudem Systeme an, die einen schnellen und selektiven Meißelhalterwechsel an den Walzen möglich macht. Der Meißelhalterverschleiß wird reduziert, indem mit Hilfe des WPI immer die ausgetauscht werden, die auch wirklich anstehen. Und die Rüstzeit verkürzt sich im Vergleich zum Schweißtechnik-basierten Vorgängersystem von 60 bis 90 Minuten auf 10 bis 15 Minuten.

Natürlich gehörte zu den Mineral Days auch sonst wieder ein kurzweiliges Programm aus informativen Fachvorträgen und spannenden Live-Demos bis hin zur nächtlichen Show „Spotlight in the Giants“, bei der beispielsweise der größte Miner 4200 SM aus einem pyrotechnischen Wasserfall auftauchte.

Neben diesen Eindrücken referierten internationale Experten über die Lösungskompetenz der Wirtgen Group für die Gewinnung von Nutzmineralien sowie deren Aufbereitung. Beispielsweise gab Marian Schäfers, Produktionsleiter im Steinbruch Brilon der Spenner Zement GmbH & Co. KG, einen Erfahrungsbericht über ein Jahr mit dem mobilen Backenbrecher Mobicat MC 120 Z. Er lobte vor allem die schnelle Verfügbarkeit („die Konkurrenz hat teilweise bis zu sechs Monaten Lieferzeit“), die durchdachten Teillösungen wie den luftgefederten Schaltschrank („ich komme aus dem Anlagenbau, ich habe schon Schränke vibrationsbedingt sterben sehen“) und die Möglichkeit, die Mobilität der Anlage durch ein ergänztes Stecksystem für die Stromzuführung zu erhöhen.

Jörg Nierzwicki, BG RCI

Ausstellung
Die Projektwelten stellten für die Gäste eine Beziehung zwischen dem abzubauenden Mineral und dem entsprechenden Werkzeug her.
 
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