Arbeitssicherheit

Preiswürdig: Sicherheitsrisiko durch parkende Lkw vermindert

Der Sicherheitspreis „Die Unfallkommission 2012" der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) wurde in diesem Jahr der Unfallkommission der Autobahndirektion Nordbayern verliehen.

Der Preisträger bewarb sich für den Sicherheitspreis mit einer Unfallhäufungsstelle an der Bundesautobahn A7 in Richtung Norden. Im breiten Einfahrtbereich zur Tank- und Rastanlage Rhön-Ost kam es wiederholt zu Auffahrunfällen durch parkende Lkw, die zumeist auch noch schlecht oder gar nicht beleuchtet waren. Die Kraftfahrer parkten ihre Fahrzeuge dort verbotswidrig, um die Ruhezeiten einzuhalten, ausreichende Stellplätze waren nicht vorhanden.

Drei schwerste Unfälle mit einem Getötetem und drei verletzten Verkehrsteilnehmern sowie zwei Sachschadenunfälle in den Jahren 2007 bis 2009 gaben Anlass zum Handeln. Die Unfallkommission zögerte nicht, eine Sofortmaßnahme umzusetzen. Bis zur Freigabe von 67 zusätzlichen Lkw-Stellplätzen auf der Tank- und Rastanlage Rhön-Ost sicherte die Unfallkommission den Einfahrtbereich mit transportablen Schutzeinrichtungen. Der Einfahrtbereich wurde baulich so verschmälert, dass das Provisorium ausgedient hatte.

Bis zur Freigabe der neuen Stellplätze ereignete sich dann ledig­lich ein Unfall nur mit Sachschaden. Bayern hatte das Problem bereits 2008 landesweit erkannt und wird bis 2014 insgesamt 2.200 neue Stellplätze allein in Nordbayern schaffen. Seit

Inbetriebnahme der Parkplätze im Dezember 2011 und der baulichen Verengung des Einfahrtbereichs geschahen keine Unfälle mehr.

Die mit Prof. Dr. Jürgen Follmann von der Hochschule Darmstadt, Prof. Dr. Dieter Müller, Hochschule der sächsischen Polizei, sowie Prof. Dr. Herbert Staadt von der Fachhochschule Potsdam hochrangig besetzte Jury zur Bestimmung des Preisträgers entschied sich auch deshalb für die Unfallkommission der Autobahndirektion Nordbayern, weil sie vorbildlich dem Grundsatz folgte, auch dann Sofortmaßnahmen umzusetzen, wenn endgültige Maßnahmen bereits beschlossen wurden.

Bei der Preisverleihung: (von links) Die Herren Meyer (VPI Schweinfurt/Werneck), Ehmke (Leiter der Dienststelle Würzburg der Autobahndirektion Nordbayern), Pirner (Präsident der Autobahndirektion Nordbayern) und Hemm (Polizeipräsidium Unterfranken).
Bei der Preisverleihung: (von links) Die Herren Meyer (VPI Schweinfurt/Werneck), Ehmke (Leiter der Dienststelle Würzburg der Autobahndirektion Nordbayern), Pirner (Präsident der Autobahndirektion Nordbayern) und Hemm (Polizeipräsidium Unterfranken).

Die Maßnahme

Einengung des Einfahrtbereichs mittels transportabler Schutzeinrichtungen seit Oktober 2009. Es erfolgte dann der Bau neuer Stellplätze, die im Dezember 2011 für den Verkehr freigegeben wurden, und die dauerhafte bauliche Einengung des Einfahrtbereichs. Gleichlange Vorher/Nachher-Zeiträume sind in diesem Fall nicht möglich, da es eine „Überbrückungsmaßnahme“ bis zur endgültigen Lösung war. Das Investitionsvolumen der Sofortmaßnahme belief sich auf etwa 17.000 Euro.

 
Weitere Informationen