Industrienachrichten

Frac-Technologie – ein Beitrag zur Energiewende?

Zwei Gutachten zeigen Wege für verantwortungsvolle Exploration und Gewinnung unkonventioneller Erdgasvorkommen auf. Der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) begrüßt die Fertigstellung der Gutachten, mit denen im Auftrag des Bundesumweltministeriums und der Landesregierung NRW die Erschließung von unkonventionellen Erdgasvorkommen untersucht wurde.

Beide Gutachten zeigen, dass kein Anlass für ein generelles Verbot der Frac-Zechnologie in Deutschland besteht. Vielmehr zeigen die Gutachter die noch offenen Fragen und den Forschungsbedarf in Bezug auf die zukünftige Nutzung von Schiefer- und Kohleflözgas auf und empfehlen eine schrittweise Vorgehensweise. Durch Erkundungsbohrungen und wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte wollen die Gutachter die Datenbasis für die Erschließung unkonventioneller Erdgasvorkommen verbessern.

Der Vorschlag einer vorsichtigen Herangehensweise ist für den WEG nachvollziehbar, da in Deutschland zwar jahrzehntelange Erfahrungen mit dem Einsatz der Frac-Technologie in sehr tief gelegenen Porengesteinen bestehen, bisher jedoch kaum Erkenntnisse in den flacher liegenden unkonventionellen Lagerstätten gewonnen werden konnten.

Die vorgelegten Gutachten sieht der WEG als Beitrag zu einem breit angelegten Dialog an. Der WEG ist bereit, an der Weiterentwicklung von technischen und rechtlichen Standards mitzuwirken, um auch in Zukunft eine umweltverträgliche Nutzung der bedeutenden heimischen Erdgaspotenziale zu ermöglichen.

Diese Erdgasvorkommen sind als zuverlässige Basisenergie für die Energiewende in Deutschland unverzichtbar.

2,3 Billionen Kubikmeter

Einer aktuellen Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zufolge wird das förderbare Erdgaspotenzial in Schiefergesteinen in Deutschland auf bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter beziffert.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung, Dr. Gernot Kalkoffen, wertet dies als gute Nachricht für Deutschland. „Erdgas gewinnt vor dem Hintergrund der Energiewende zunehmend an Bedeutung. Die neue Ressourcenschätzung stimmt uns als Industrie optimistisch, dass wir auch in der Zukunft einen ganz wesentlichen Beitrag zur Energieversorgung leisten können“, betont Kalkoffen. Zurzeit beläuft sich die heimische Erdgasproduktion auf etwa 12 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.

Blick vom Bohrturm der RWE Dea-Bohranlage T 160 auf den Betriebsplatz während eines Fracs
Blick vom Bohrturm der RWE Dea-Bohranlage T 160 auf den Betriebsplatz während eines Fracs.  // Foto: RWE Dea
 
Weitere Informationen

weg-Logo

Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung

T +49 511 1 21 72-0

info@erdoel-erdgas.de

www.erdoel-erdgas.de