Technik

Neuer Straßenbelag reduziert Schadstoffe

Hamburg erprobt in Kürze als erste Stadt in Deutschland einen neuen Straßenbelag, der die Luft sauberer macht. Das von Eurovia entwickelte NOxer-Prinzip reduziert mittels einer chemischen Reaktion die bodennahe Stickoxidbelastung aus Autoabgasen um bis zu 30 Prozent.

Die Eurovia-Niederlassung in Hamburg präparierte bis Mitte September zwei Versuchsstrecken mit dem luftreinigenden Asphalt. Südlich des Elbtunnels wird ein 100 Meter langer Abschnitt der A7 mit NOxer- Technologie hergestellt. Nordwestlich des Krohnstiegtunnels beträgt die Länge der Teststrecke 170 Meter. In der Hansestadt liegt die Stickoxidbelastung seit Jahren deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Pilotphase soll der neue Straßenbelag dann verstärkt zur Anwendung kommen, beispielsweise auf weiteren Abschnitten der A7.

Für die Stickstoffabsorption ist bei NOxer der nach Ansicht von Eurovia unbedenkliche Inhaltsstoff Titandioxid (TiO2) verantwortlich. TiO2 fungiert als Katalysator und ist in der Lage, unter Einwirkung von UV-Strahlung in einer fotokatalytischen Reaktion den Sauerstoff in der umgebenden Luft zu aktivieren. Dieser wiederum bindet Stickoxide und neutralisiert diese durch den Kalk im Zement zu Nitrat, das anschließend beispielsweise durch Regenwasser ausgewaschen wird. Dabei sind die anfallenden Nitratmengen so gering, dass sie nicht zu einer zusätzlichen Kontaminierung des Bodens beitragen und das Grundwasser nicht belastet wird. Die fotokatalytische Reaktion ist beliebig oft wiederholbar. Es kommt zu keiner Abnutzung oder Materialverbrauch.

Gesundheitsschädliche Abgase wie Stickoxide können insbesondere eine Schädigung der Atemwege sowie chronische Bronchitis hervorrufen und das Risiko einer Atemwegsinfektion erhöhen. Stickoxide entstehen vorwiegend bei Verbrennungsvorgängen in Kraftfahrzeugen, Gebäudeheizungen und Kraftwerken. Dabei handelt es sich um farb-, geruch- und geschmacklose Gase, die sich nur schwer mit anderen Stoffen verbinden. Die häufigsten Stickoxide sind Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). Beide zusammen werden als NOx bezeichnet. Kommt es in einer mit Stickstoff angereicherten Umgebung zu Niederschlag, verbindet sich das NOx mit dem Wasser der Niederschläge zu Schwefel- und Salpetersäure und bildet den sogenannten „sauren Regen“.

Um die Lebensbedingungen für Verkehrsteilnehmer und Anwohner zu verbessern, arbeitet Eurovia seit vielen Jahren in Forschung und Entwicklung an umweltfreundlichen Technologien für den Straßenbau.

NOxer, das in Frankreich bereits erfolgreich erprobt wurde, kommt überall dort zum Einsatz, wo eine hohe Schadstoffkonzentration die Lebensqualität einschränkt, zum Beispiel auf Stadtautobahnen, bei innerstädtischen Tunnelportalen oder in Bereichen erhöhten Fußgängeraufkommens. Weitere Verwendung findet NOxer darüber hinaus in Schallschutzwänden aus Beton, die von Eurovia angeboten werden.

Straßenbelag
So wird der neue Straßenbelag auch in Hamburg aufgetragen. // Foto: Eurovia
 
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