Industrienachrichten

Deutz will Asiengeschäft ausweiten

Die aktuelle Eintrübung der weltwirtschaftlichen Entwicklung, die auch zu einer Senkung der Prognosen internationaler Wirtschaftsinstitute geführt hat, hat sich ebenso auf die Geschäftsentwicklung der Deutz AG ausgewirkt.

Im ersten Halbjahr 2012 hat die Deutz AG Aufträge im Wert von 701 Millionen Euro verbuchen können. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem die Kunden aufgrund der konjunkturellen Situation und der guten Produktionsauslastung bei Deutz ihre Aufträge frühzeitig platziert hatten, entspricht dies einer Verringerung um 12,1 Prozent (H1 2011: 797,1 Millionen Euro). Abgeschwächt hat sich auch der Motorenabsatz. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte Deutz 93.853 Motoren verkaufen, dies sind 12,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (H1 2011: 107.198 Motoren). Die Erlöse beliefen sich im ersten Halbjahr 2012 auf 681 Millionen Euro und lagen so um 6 Prozent unter dem hohen Vorjahreswert (H1 2011: 724,1 Millionen Euro). Aufgrund der höheren Komplexität und Wertigkeit der Motoren der neuen Emissionsstufe Tier 4 interim, deren Anteil an den verkauften Motoren stetig zunimmt, sind die Umsätze nur unterproportional zum Absatz gesunken.

„Wir konnten im ersten Halbjahr nicht an den guten Start in das Geschäftsjahr anknüpfen, dies ist insbesondere eine Folge der gesamtwirtschaftlichen Situation, die derzeit noch mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Wir sind aber davon überzeugt, dass Deutz mittel- bis langfristig weiter profitabel wachsen wird. Unser neues Joint Venture in Shandong hat Fahrt aufgenommen, damit können wir unsere Ziele in Asien rasch erreichen. Auch unser Vorhaben mit Volvo für ein gemeinsames Joint Venture in China macht gute Fortschritte. Zur Steigerung unseres Servicegeschäfts haben wir zudem neue Servicecenter in Moskau und Madrid gegründet“, so Deutz-Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Leube.

Großaktionär AB Volvo

Der schwedische Lastkraftwagen- und Baumaschinenhersteller AB Volvo hat seine Beteiligung an der Deutz AG von 6,7 Prozent auf knapp über 25 Prozent erhöht. Wie bereits im Juni 2012 angekündigt, hat AB Volvo 22.117.693 Aktien vom langjährigen Mehrheitsaktionär Same Deutz-Fahr für rund 130 Millionen Euro erworben. Die Transaktion macht AB Volvo mit 25 Prozent plus eine Aktie zum größten Anteilseigner der Deutz AG. Der italienische Landmaschinenhersteller Same Deutz-Fahr bleibt mit rund 8,4 Prozent an Deutz beteiligt und wird die erfolgreiche Kunden- und Lieferantenbeziehung sowie die strategische Partnerschaft mit Deutz fortsetzen.

Im Frühjahr dieses Jahres hatten Deutz und Volvo eine Absichtserklärung unterzeichnet, mit dem Ziel, die Möglichkeit einer Erweiterung der langfristigen Kooperation beider Unternehmen durch die gemeinsame Entwicklung einer nächsten Generation von mittelschweren Motoren für Industrieanwendungen zu untersuchen. Die Absichtserklärung sieht ebenfalls vor, die Bedingungen für die Gründung eines mehrheitlich Deutz gehörenden Joint-Ventures in China zu analysieren. Die Produktionsgesellschaft optimiert die Asienstrategie von Deutz und soll das erwartete Wachstum der Volvo Gruppe in Asien mit der Herstellung mittelschwerer Motoren für Industrieanwendungen unterstützen. 

Deutz-Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Leube
Deutz-Vorstandsvorsitzender Dr. Helmut Leube.
 
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