Technik

Erster 80-Tonnen-Raupenbagger mit Klappschaufel von Hyundai in Europa

Unweit von Oppeln (Opole), der historischen Hauptstadt Oberschlesiens, betreibt die Gorazdze Cement S.A., ein Unternehmen der Heidelberg-Cement-Gruppe, den Steinbruch „Folwark“.

Hier arbeitet der erste 80-Tonnen-Rau­penbagger von Hyundai mit Klappschaufel in Europa. Bei seinem Testeinsatz soll der R800-7A FS (Front Shovel) unter realen Einsatzbedingungen sein Leistungspotenzial als Schlüsselgerät im Gewinnungsbetrieb unter Beweis stellen.

Gorazdze Cement produziert in seinem Werk in Chorula jährlich vier Mio. Tonnen Zement. Die eine Hälfte des Rohmaterials stammt aus „Folwark”, die andere Hälfte aus dem Steinbruch „Gorazdze“. Während in Folwark jährlich 2.500.000 Tonnen Mergel mit geringerem Kalksteinanteil gewonnen werden, liefert Gorazdze die gleiche Menge Material mit höherem Kalksteingehalt.

Folwark ist einer der größten Steinbrüche in der Region. Die Betriebsfläche beträgt rund 100 Hektar, der Abbau erfolgt auf bislang drei Ebenen bis in 48 Meter Tiefe.

Die gesamte Lagerstätte umfasst etwa 500 Hektar, das Material reicht bis in rund 80 Meter Tiefe. „Hier wird noch in weit über hundert Jahren Material gewonnen werden“, sagt Joachim Wilczek, Betriebsleiter im Steinbruch Folwark. „Danach soll in der ausgebeuteten Grube ein riesiger See entstehen, in dem die Menschen baden und auf dem sie Boot fahren können.“

Sprengen unmöglich

Wegen des nur 250 Meter entfernt gelegenen Dorfes Chrzaszczyce darf in den oberen Abbauebenen nicht gesprengt werden. Hier wird das Material von mehreren schweren Bulldozern aufgerissen und abgeschoben und anschließend von Baggern und Radladern auf eine Flotte von neun Muldenkippern verladen, die es zum Hammerbrecher transportieren.

Gearbeitet wird in drei Schichten an fünf Tagen in der Woche, dabei wird täglich bis zu 18.000 Tonnen Material gewonnen.

Dementsprechend hart beansprucht werden die Lade- und Transportgeräte. Der R800-7A FS arbeitet nur 100 Meter entfernt von einem vorhandenen Raupenbagger vergleichbarer Größe. Hier muss der Hyundai-Bagger unter realen Einsatzbedingungen zeigen, was er kann.

Gute Voraussetzungen bringt die Maschine mit. Das Einsatzgewicht mit der Klappschaufelausrüstung von 86,5 Tonnen verleiht dem Bagger hohe Standfestigkeit. Die Ladeschaufel fasst 4,5 Kubikmeter. Als Kraftzentrum dient ein Cummins Sechszylinder-Turbodiesel mit 517 PS (380 kW) Motorleistung, der die Abgasanforderungen von TIER 3 erfüllt. Ein integriertes Elektronikmodul sorgt für eine effiziente Motorregelung. Auch das Kühlsystem wird intelligent gesteuert und schaltet sich nur dann ein, wenn es notwendig ist. Das spart Kraftstoff und reduziert den Geräuschpegel.

Das bewährte CAPO-System (Computer Aided Power Optimization) ermöglicht eine bedarfsgerechte Ansteuerung des Hydrauliksystems in verschiedenen Auswahlstufen. Für besonders schwere Einsätze oder schnellere Arbeitsbewegungen wird damit beispielsweise mehr Kraft auf die Arbeitsausrüstung geleitet. Auf Knopfdruck am Joystick stehen zusätzlich kurzzeitig zehn Prozent mehr Losbrechkraft zur Verfügung.

Der Hyundai R800-7A FS zeigt in einem Steinbruch in Opole (Oppeln), Polen, seine Leistungsfähigkeit. Unter günstigen Bedingungen und mit geübtem Fahrer belädt er die Muldenkipper mit fünf Ladespielen in knapp zwei Minuten.
Der Hyundai R800-7A FS zeigt in einem Steinbruch in Opole (Oppeln), Polen, seine Leistungsfähigkeit. Unter günstigen Bedingungen und mit geübtem Fahrer belädt er die Muldenkipper mit fünf Ladespielen in knapp zwei Minuten.

Höhere Fahrerkabine

Die komfortable Fahrerkabine wurde höher angeordnet, um dem Fahrer einen optimalen Blick auf den Arbeitsbereich zu verschaffen. So kann er beim Laden in die Mulden hineinschauen und für eine optimale Materialverteilung beim Entleeren der Klappschaufel sorgen. Die Frontscheibe der Kabine ist mit einem Gitter gegen herabfallendes Gestein geschützt. Die viskosegedämpfte Lagerung der Kabine reduziert Stöße und Vibrationen und senkt zusätzlich den Geräuschpegel.

Betriebsleiter Joachim Wilczek berichtet, dass fünf verschiedene Fahrer mit dem neuen Bagger gearbeitet haben. „Alle Fahrer haben eine gute Meinung über die Maschine. Besonders betonen sie die geringe Lautstärke in der Kabine, hier ist der Hyundai deutlich leiser als der vorhandene Hydraulikbagger. Auch die gute Sicht in die Mulde durch die hochgesetzte Kabine wird durch die Bank gelobt.“

Wie gut sich das mitgebrachte Leistungspotenzial in der Praxis umsetzen lässt, zeigt sich bei der Beladung der Muldenkipper. Der R800 braucht für die rund 43 Tonnen unter günstigen Bedingungen und mit geübten Fahrern fünf bis sechs Ladespiele in einer Zeit zwischen 2 und 2,5 Minuten.    

 
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Frank Frickenstein (Hyundai-Verkaufsmanager Deutschland)

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