Arbeitssicherheit | International

Weltbergbaukongress in Istanbul 2011

ISSA Mining unterstützt Sicherheit im türkischen Bergbau

Theodor Bülhoff, Präsident der ISSA Mining, und Generalsekretär Helmut Ehnes etablierten wichtige Kontakte zu den türkischen Akteuren für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der mineralgewinnenden Industrie.

In einem Gespräch mit dem Generaldirektor für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz des türkischen Arbeitsministeriums, Kasım Özer, wurden Kooperationsprojekte skizziert, die einen Informationsaustausch zwischen Experten für Arbeitssicherheit im Bergbau ermöglichen. Ziel ist die Verbesserung von Sozialstandards und eine erhöhte Produktivität in der Rohstoffgewinnung. Erste Ergebnisse sollen beim Weltbergbaukongress in Istanbul 2011 vorgestellt werden.

Kasım Özer, Generaldirektor für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz  im türkischen Arbeitsministerium (links) und Theodor Bülhoff.
Kasım Özer, Generaldirektor für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz  im türkischen Arbeitsministerium (links) und Theodor Bülhoff.

Bülhoff und Ehnes diskutierten mit den Repräsentanten des Organisationskomitees, Chairman Rifat Kont und Vice-Chairman Bilgin Kaynar, Optionen, qualifizierte Beiträge zum Weltbergbaukongress 2011 in Istanbul zu liefern. Dabei wurde Konsens über eine Beteiligung von ISSA Mining am Kongress erzielt, um die Aspekte der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes im Kongressprogramm zu verankern.

Bülhoff und Ehnes stellten Inhalte vor, die bewährte und erfolgreiche Arbeitsschutz-Konzepte im Bergbau einem internationalen Fachpublikum zugänglich machen. Ein Treffen mit Mehmet Torun und Can Dogan von der türkischen Bergbauingenieursvereinigung (Maden Mühendisleri Odası) schloss sich an.

Diese Institution vereinigt 13.500 Mitglieder und verantwortet unter anderem einen Sicherheitskongress mit begleitender Ausstellung, der alle zwei Jahre in Izmir stattfindet. Torun erläuterte einige wesentliche Fakten zum Bergbau in der Türkei, in dem etwa 120.000 Bergleute beschäftigt sind und im Jahr 2009 rund 92 Millionen Tonnen Steinkohle produziert wurden. Auch die Repräsentanten der Ingenieursvereinigung signalisierten den Wunsch nach künftiger Kooperation mit ISSA Mining und sicherten Unterstützung bei der Beteiligung ISSA Minings am Weltbergbaukongress zu.

Gespäche im Kernland des türkischen Bergbaus

In Zonduldak am Schwarzen Meer, einer der wichtigen Regionen für den türkischen Steinkohlenbergbau, trafen sich Bülhoff und Ehnes mit Erdal Ata, dem Gouverneur der Stadt  Zonguldak, der den Dialog mit ISSA Mining begrüßte und seine Schirmherrschaft für Projekte in der Region zusicherte.

Einen Einblick in den türkischen Steinkohlenbergbau und persönliche Eindrücke zum derzeitigen Niveau der Arbeitssicherheit brachte ein Besuch der Türkischen Kohlevereinigung (Türkiye Taşkömürü Kurumu, TTK). Die deutsche Delegation traf Generaldirektor Burhan Inan, der das von ihm geleitete TTK als größtes staatliches Bergwerk in der Türkei vorstellte, in dem rund 11.700 Mitarbeiter eingesetzt werden, davon etwa 9.600 Bergmänner unter Tage. TTK fördert seit 150 Jahren in Zonguldak und erzielte 2009 eine Produktion von 2,5 Millionen Tonnen Steinkohle; eine Steigerung auf 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr ist geplant. Der Abbau erfolgt in 22 Streben mit einer durchschnittlichen Mächtigkeit von drei Metern. Der Abbau geht bis in eine Teufe von 560 Meter, bei Vorkommen bis zu einer Teufe von 900 Meter. Aus Sicht der Arbeitssicherheit stellte Direktor Inan die Methangasproblematik dar, die kurz zuvor zu einem schweren Unglück mit 30 toten Bergleuten geführt hatte (siehe Infobox). Intensive Gespräche zur Sicherheit unter Tage wurden im Rahmen einer anschließenden Befahrung mit Ramazan Karaaslan, dem Direktor für Arbeitssicherheit, geführt. Mit Karaaslan wurden erste Schritte zur Verbesserung der Arbeitssicherheit diskutiert.

Helmut Ehnes, Erdal Ata, Gouverneur Zonguldak, Theodor Bülhoff, Nevzat Bagli (von links).
Helmut Ehnes, Erdal Ata, Gouverneur Zonguldak, Theodor Bülhoff, Nevzat Bagli (von links).

Die Unterstützung von ISSA Mining sicherten auch Ramis Muslu von der Bergarbeitergewerkschaft Zonguldak und Vertreter der örtlichen Handelskammer TSO zu. Dabei beschrieb Salih Demir, Eigentümer eines Bergwerks mit 2.000 Bergmännern, die Sicht eines privatwirtschaftlichen Betreibers.

Bülhoff und Ehnes hatten dabei Gelegenheit zu vertiefenden Gespächen mit dem Außenhandelsexperten Özgür Opsar, der bereits aus vorangegangenen Projekten bekannt war.

Die ISSA Mining-Manager nutzten das Treffen zu ergänzenden Gesprächen mit Erdogan Kaymakli, dem Vorsitzenden der Bergbauingenieursvereinigung Zonguldak, sowie Gönül Demirsu und Zeki Kömürcü von der Aufsichtsbehörde für Arbeitssicherheit in Zonguldak.


Bergbauunglücke in der Türkei

Zwei Monate vor dem Türkei-Besuch durch ISSA Mining gab es ein schweres Bergbauunglück in der Region Zonguldak: am 17. Mai ereignete sich eine Methangas-Explosion im Karadon- Steinkohlenbergwerk, das durch die Gesellschaft Türkiye Taşkömürü Kurumu (TTK) betrieben wird. Am 20. Mai wurden 28 tote Bergarbeiter durch die Grubenretter geborgen, zwei weitere Bergmänner gelten als vermisst. Dieses Unglück war das letzte in einer Reihe von drei Ereignissen innerhalb von sechs Monaten. Im Dezember 2009 tötete eine Methangas-Explosion 19 Männer in der Provinz Bursa, im Februar forderte eine weitere Explosion 13 Opfer in der Balıkesir-Provinz.

Statistiken der türkischen Allgemeinen Bergarbeitergewerkschaft (Genel Maden İşçileri Sendikası) zufolge, ereigneten sich in den vergangenen zehn Jahren 25.655 Unfälle im türkischen Kohlebergbau der TTK und 63 tödliche Unfälle.

Die türkische Bergbauingenieurskammer (Maden Mühendisleri Odası) gibt an, dass im gesamten türkischen Bergbau in 2008 und 2009 insgesamt 135 Bergarbeiter ihr Leben verloren.