Unternehmensführung

Naturschutz bei Hannover

Gute Nachbarschaft in der Sandgrube

Ungestört lässt der Unternehmer die geschützten Vögel in der steilen Abbauwand brüten und holt seinen Sand einfach an anderen Stellen nebenan ab: In der Kiesgrube der Familie Bluhm zwischen Wettmar und Kleinburgwedel in der Wedemark nördlich von Hannover wird gute Nachbarschaft gepflegt. Dort haben sich Uferschwalben ihre Wohnröhren eingerichtet.

Die Uferschwalbe (riparia riparia), die mit einer Länge von rund 13 Zentimetern die kleinste Schwalbe Europas ist, lebt in großen Teilen Eurasiens und Nordamerikas. Sie ist ein sehr geselliger Koloniebrüter und überwintert als Zugvogel von August an in Zentral- und Nordwestafrika.

Zur Brutzeit graben beide Partner mit Schnabel und Krallen etwa armtiefe Brutröhren in lehmige oder festsandige Steilufer oder Küsten. Als Ersatzlandschaft dienen oft frisch abgegrabene Abbruchkanten in Lehm- und Kiesgruben. Diese Röhren, die in der festen Erde leicht ansteigen, werden am hinteren Ende erweitert und mit Halmen und Federn ausgepolstert, wo fünf bis sechs Eier abgelegt und von beiden Elternteilen ausgebrütet werden. Danach werden die Jungvögel ebenfalls von beiden Eltern gefüttert, bis sie die Brutröhre verlassen.

Wegen ihrer Ansprüche an den Nistplatz, die Überwinterungsgebiete und der dichten Besiedlung in Mitteleuropa, ist die Uferschwalbe mittlerweile nur noch sehr lückenhaft vertreten und unregelmäßig als Brutvogel zu beobachten. Sie ist in Deutschland nach dem Bundesartenschutzgesetz und dem Bundesnaturschutzgesetz „streng geschützt“ und darf vor allem während der Brutzeit nicht gestört werden.

Das ist in Kleinburgwedel kein Problem. Und so freuen sich die Menschen über die seltenen Besucher und die Uferschwalben über frische Böschungen sowie die zuvorkommende Gastfreundschaft.

Martin Böttcher, BG RCI

Schwalben im Steinbruch