Unternehmensführung

Erstes Naturferiencamp bei Röhrig granit

Kinder lernen hautnah den Umgang mit wertvollen natürlichen Rohstoffen

Aus den Workshops, die bei Steinbruchsbesichtigungen von Schulklassen oder Kindergartengruppen von der Röhrig granit GmbH in Heppenheim angeboten wurden, entstand die Vision von Geschäftsführer Marco Röhrig, ein einwöchiges Feriencamp zum Thema „Steine, Natur und Lebensräume“ für 40 Kinder anzubieten.

Den Kindern sollte nicht nur der  Ablauf der Natursteingewinnung gezeigt werden. Wichtig war es Marco Röhrig, den Kindern die Bedeutung der Rohstoffe als Werte zu vermitteln. So erhielten sie Einblicke in die Einsatzmöglichkeiten von Naturstein wie Straßenbau, Beton, Gartengestaltung, Putze, Mörtel, Keramik, Kunststoff, Farben, Lacke, Glas, Kosmetik und vieles mehr.

Alles über Stein: die Präsentationsmeile beim Abschlussfest.
Alles über Stein: die Präsentationsmeile beim Abschlussfest.

Röhrig granit ist nicht nur in der Produktpalette breit aufgestellt, das Gleiche gilt für die Öffentlichkeitsarbeit. So wurden für das Feriencamp in Schulen der Region Flyer verteilt. Der angebotene Malwettbewerb zum Thema: „Steine, Natur und Lebensräume“, trug dazu bei, dass Lehrer das Thema in Projektarbeit oder im Kunstunterricht aufgriffen.

Ein weiteres Ziel  Marco Röhrigs war es, das negative Bild, welches teilweise in der Öffentlichkeit über Steinbrüche exis­tiert, zu korrigieren. „Unsere Branche ist in ihrer Außenwirkung gebeutelt und wird genau beobachtet. Negative Schlagzeilen sind bundesweit im Internet oder in der Presse zu verfolgen. Vorwürfe wie Staub- und Dreckschleuder, Naturzerstörer, Raubbau, Spreng- und Lärmbelästigungen, verantwortlich für Risse an Häusern oder Umweltverschmutzer sind an der Tagesordnung.“ Es soll mehr Verständnis auf breiter Ebene entwickelt werden – von jung bis alt. Ebenso wichtig ist es, den praktizierten Umweltschutz sowie die Renaturierungsarbeiten, die Röhrig granit betreibt, bekannt zu machen.

„Dass wir als Privatunternehmen und wohl erster Steinbruchbetrieb in Deutschland ein Feriencamp für Kinder anbieten, ist auch im Zusammenhang unserer Emas-Zertifizierung (Auszeichnung von Umweltmanagementsystemen) zu sehen“, betont Geschäftsführer Röhrig. Es gab in der Vergangenheit bereits „Tage der offenen Tür“, Spenden- oder Sponsoringaktionen. Doch dies ist nach Ansicht von Marco Röhrig zu wenig, um das angestrebte Verständnis zu erreichen.

Ebenso bedeutend ist es für den Natursteinindustriellen, das Interesse der Nachwuchskräfte von morgen zu wecken. Kinder sind ein guter Multiplikator. Deshalb auch die provokative Frage in Marco Röhrigs Rede beim Abschlussfest: „Ist Granit aus China nicht günstiger? Ist das der Weg, den wir gehen wollen?“ Die Aufklärungsarbeit müsse „unten“ bei den Kindern begonnen werden, so sein Credo.

Unter dem Motto „Mit Spiel, Sport und Spaß der Natur auf der Spur“ wurde ein abwechslungsreiches Programm für fünf Tage zusammengestellt. Zum Betreuerstab gehörten neben sechs Mitarbeitern ebenso der im Kreis Bergstraße bekannte Mineraloge und Pädagoge Michael Fettel, seine Frau Maria Nimz-Fettel (Kunstpädagogin), der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Heppenheim, Günther Hagemeister, Förster Erich Steffen sowie sein Kollege und Waldpädagoge Klaus-Peter Winterfedt.

Der Höhepunkt des Feriencamps, der Steinbruch selbst.
Der Höhepunkt des Feriencamps, der Steinbruch selbst.

Gezielt wurden Mitarbeiter von Nabu und Forst mit einbezogen, da diese ständig mit dem Steinbruch (Biotope, Nistplätze) in Kontakt stehen. Durch den aktiven Steinbruchbetrieb werden neue Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten wie Uhu, Wanderfalke und Gelbbauchunke geschaffen, die bei Röhrig granit geschützt werden. Früher waren Steinbrüche gerade den Naturschützern ein Dorn im Auge. Hier hat ein umfassender Sinneswandel stattgefunden, den es galt, zu kommunizieren.

Die fünfköpfige Jury hat es sich beim Malwettbewerb nicht leicht gemacht und hätte am liebsten alle Bilder genommen. 40 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren durften schließlich nach der Auswahl am Camp teilnehmen. Die Resonanz war überwältigend und zeigte, wie gut die Idee war. „Wir hätten mehr als 120 Kinder mitmachen lassen  können, doch dann hätte die Qualität wohl gelitten“, so Marco Röhrig. Die Kinder, die nicht dabei sein konnten, bekamen als Trostpreis für ihre Bilder einen Einkaufsgutschein von je 10 Euro.

Damit berufstätige Mütter ihre Kinder ins Camp bringen konnten, war die Betreuung von 7.30 Uhr an gesichert. Die Teilnehmer bekamen ein gesundes Frühstück, Mittagessen, Snacks und Rohkost für Zwischendurch sowie abwechslungsreiche Lunchpakete zu den Ausflügen.

Der Start in die Stein-Woche

Nach den Kennenlernspielen begann der Montag mit einem Einführungsgespräch über Steine: „Welche Steine kennt Ihr? Woher kommen Steine? Was wird aus Steinen gemacht?“ Mit einem Stein-Memory  wurde spielend gefühlt, wie Steine sein können: 35 Adjektive, wie Steine sein können, kamen zusammen. Danach durften die Kinder in Workshops ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Im Angebot: Edelsteinsieben, Schatzkisten mit Steinen und Sanden verzieren, Mosaike legen, Türme aus Steinen bauen. Die mit Glimmersanden gestalteten Armbänder und Ketten wurden in den selbst gestalteten Schmuckschatullen untergebracht.

Die Kinder wanderten in zwei Gruppen mit Günther Hagemeister (Nabu Heppenheim) zu dem vom Nabu gekauften Naturschutzgelände am Bruchsee. Hagemeister war es wichtig, dass Kinder die Natur anders erleben. Vorsichtig wurden Nistkästen geöffnet und gesäubert – wobei Überraschungen zum Vorschein kamen. Der Mann vom Nabu erklärte aufgrund der Materialien, welche Vögel hier genistet hatten. Gemeinsam wurden Tümpel angelegt und die Kinder lernten, welche Tiere und Pflanzen in den Biotopen leben.

Steinbruch und Wald – kein Widerspruch.
Steinbruch und Wald – kein Widerspruch.

Am zweiten Tag gab’s eine Exkursion in den Steinbruch und seine Umgebung. Die Förster Winterfeldt und Steffen hatten eine Waldrallye vorbereitet. Die Kinder lernten durch Entdecken, Sammeln und Rätseln, was der Wald rund um den Steinbruch zu bieten hat. Die Besichtigung im Steinbruch war dann sicher der Höhepunkt des Tages. Der Ablauf der Steingewinnung und Aufbereitung wurde den Kindern anhand der großen Maschinen erklärt. Günther Hagemeister stand den Kindern zur Seite, wenn es um Biotope und Nistplätze von Uhu oder Wanderfalke ging.

Mittwochs besuchte man das Senckenberg Museum für Naturkunde in Frankfurt. Gleich am Eingang steht ein drei Meter hoher Granitstein aus dem Steinbruch Röhrig in Sonderbach. Nach einem Picknick im Wald ging’s mit Hämmern und Lupen ausgestattet auf Mineraliensuche am Otzberg. Von außen sahen die Steine oft unscheinbar aus. Doch wenn man an ihnen herumkratzte, sie auseinander klopfte, kam Erstaunliches zum Vorschein.

Die Kinderaugen leuchteten, wenn glitzernde Silbereinschüsse und Quarzkristalle zu sehen waren. Am Donnerstag der Erlebniswoche war der Odenwald das Ziel. Die Exkursion zur Tropfsteinhöhle in Eberstadt/Buchen stand an. Die Höhle wurde erst 1971 durch eine Sprengung im nebenan gelegenen Steinbruch entdeckt.

Kinder
Kreativität war gefragt.

Am Freitag liefen die Vorbreitungen für das große Abschlussfest an, zu dem die Familienmitglieder eingeladen wurden, auf Hochtouren. Die Kinder halfen, eine Präsentationsmeile für alle in der Woche entstandenen Kunstwerke aufzubauen.  Zum Thema „Steine, Natur und Lebensräume“ passend, gab es eine beeindruckende Greifvogelschau von den Hobbyfalknern Adam und Thomas Jäger aus Lorsch, sowie deren Kollegen Horst Kilian aus Lampertheim mit Uhus, Adlern und Falken zu bestaunen. Das Naturferiencamp stieß nicht nur bei den Kindern und ihren Eltern auf Begeisterung. Auch bei Politikern, Bürgermeistern, Ortsvorstehern, Vereinsvorsitzenden fand die Idee von Marco Röhrig Zuspruch. Beim Abschlussfest mit mehr als 200 Gästen legten diese in ihren Ansprachen branchenübergreifend anderen Unternehmern ans Herz, dass ein solch großzügiges Geschenk sowie die Aufklärungsarbeit für Kinder absolut nachahmenswert sei.

Das Camp hat nach Ansicht aller Beteiligten selbst hochgesteckte Erwartungen übertroffen. Nutznießer des Engagements waren auch Betreuerstab und Werksleitung. Marco Röhrig formulierte es in seinem Dankeswort an die Schüler so: „Mit euch zusammen zu sein und viele tolle Stunden erleben zu dürfen, war für uns aus heutiger Sicht ein Geschenk – ein Geschenk auf Gegenseitigkeit.“ Dieser Meinung schlossen sich alle Betreuer an.

Günther Hagemeister, der Vorsitzende der Heppenheimer Nabu-Ortsgruppe, lobte das vorbildliche Verhalten des Sonderbacher Steinbruchunternehmens nach dem Motto: „Kooperation statt Konfrontation“. So wurde 2004 zwischen der Firma Röhrig granit und dem Land Hessen die erste Vogelschutzvereinbarung in Deutschland getroffen, die beinhaltet, den Abbau so zu gestalten, dass Vögel wie Uhu und Wanderfalke nicht beeinträchtigt werden.

Wie oft das Feriencamp stattfinden wird, und in welcher Form, darüber wird gemeinsam nachgedacht. „Auch wir sind innovativ und werden mit neuen Ideen das begonnene Projekt sicher weiterentwickeln“, sagt Marco Röhrig.

Die Kinder mit ihren Betreuern.
Die Kinder mit ihren Betreuern.
 
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