Technik | Aufbereitung

Technologietage 2010 im neuen Kleemann-Werk

Modernste Maschinentechnik und die Bauverfahren der Zukunft standen im Mittelpunkt der Wirtgen Group Technologietage im September 2010. Die Wirtgen Group mit ihren weltweit 55 Niederlassungen hatte Unternehmer aus dem Straßenbau und der Gewinnung nach Göppingen eingeladen. Rund 2.600 Gäste kamen aus mehr als 80 Ländern ins neue Kleemann-Werk. Dort  erlebten sie neben der weltweit modernsten Produktionsstätte für Brecher- und Siebanlagen die Technologien der Wirtgen Group hautnah.

Über zwei Tage bot die Wirtgen Group ihren Gästen ein breit gefächertes Angebot an Fachinformationen und Maschinenpräsentationen. Mit der dritten Veranstaltung dieser Art hat sich dieses Event als internationaler Branchentreffpunkt etabliert. Aus allen europäischen Staaten vom Nordkap bis nach Andalusien kamen die Gäste. Aber auch viele hundert Besucher aus Asien, mehr als 250 Gäste aus Nord- und Südamerika, sowie zahlreiche Kunden aus Nahost, Australien und Afrika nutzten die Gelegenheit. Glanzlicht des Programms waren die Live-Demonstrationen aller Maschinensparten der Wirtgen Group. Fachvorträge, eine Maschinenausstellung und die Besichtigung des neuen Kleemann-Werks rundeten das Programm ab.

Vom Betonabbruch zum Material fertig zum Wiedereinbau: für die Zuschauer auch auf Großbildleinwand.
Vom Betonabbruch zum Material fertig zum Wiedereinbau: für die Zuschauer auch auf Großbildleinwand.

Kleemann stellt modernstes Werk vor

Seit 2006 ist die Kleemann GmbH, traditionsreicher Hersteller von Brecher- und Siebanlagen, Teil der Wirtgen Group. Damit hat der Unternehmensverbund sein Produktportfolio gezielt erweitert. Als ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland und ein Vertrauenssignal für die Belegschaft investierte die Unternehmensgruppe seit 2008 in den Bau eines neuen Kleemann-Werks nahe der alten Produktionsstätten.

Während andere Unternehmen der Branche 2008 und 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise ihre Investitionen drastisch reduzierten und Neubauprojekte auf Eis legten, entstand in Göppingen ein hochmodernes Werk, das Platz für weitere Entwicklung bietet. Das neue Kleemann-Werk bildet das Fundament für den Ausbau des Geschäftsbereichs „Mineral Technologies“, der weltweit ein beachtliches Wachstumspotenzial bietet.

Während der Technologietage 2010 stand das 125.000 Quadratmeter große Gelände für die Kunden offen. Jeder Gast konnte sich einen Eindruck von der großen Fertigungstiefe, den kurzen Wegen im Werk und der hohen Präzision bei der Herstellung der Brecher- und Siebanlagen verschaffen. Beim Werksrundgang erfuhren die Kunden, wie Einzelkomponenten hergestellt, die Anlagen montiert und auf Qualität geprüft werden.

Ruhe, Sauberkeit und Konzentration sind in der Endabnahme des neu gebauten Werks an der Tagesordnung.
Ruhe, Sauberkeit und Konzentration sind in der Endabnahme des neu gebauten Werks an der Tagesordnung.

Geschäftsführer Dr. Gerhard Schumacher sieht das neue Werk als „ideale Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Wir haben die technischen Voraussetzungen geschaffen, um mit einer gut ausgebildeten Mannschaft die internationalen Märkte mit hochwertigen Brecher- und Siebanlagen zu beliefern.“ Die Technologietage nutzte die Kleemann GmbH als Chance, um der Fachwelt ihr Verständnis von Qualität in der Produktion zu präsentieren. „Jeder Kunde konnte während der Technologietage persönlich erleben, auf welch hohem Niveau wir hier arbeiten und welche Lösungen und Technologien wir anbieten. Diese Botschaft werden unsere Gäste rund um den Globus in ihre Heimatländer tragen und mittelfristig sicher auch zur Steigerung unserer Marktanteile beitragen“, fasst Dr. Schumacher die Langzeitwirkung der Veranstaltung zusammen.

Gewinnungstechnologien hautnah

Aufmerksam verfolgten die Zuschauer die Live-Demos der Maschinen in einem simulierten Kalksteinbruch und bei der Sanierung einer Deckschicht. Maschinenentwickler, Produkttrainer und Vertriebsprofis der Hersteller kommentierten den Live-Einsatz der Kleemann-Brecher und -Siebe, eines Wirtgen Surface Miners 2500 SM, der neuesten Generation der Wirtgen-Großfräsen, des weltweit größten Asphaltfertigers von Vögele sowie der gesamten Palette neuer Asphaltwalzen von Hamm.

Vielseitigkeit und Flexibilität gehören zu den wichtigsten Merkmalen moderner Baumaschinen: Wie die Kunden davon profitieren können, zeigte die auf den ersten Blick unspektakuläre Umrüstung einiger Geräte während der Mittagspause. Kameras verfolgten die Umbauarbeiten und übertrugen Livebilder auf eine Leinwand, so dass die Gäste jeden Handgriff mitverfolgen konnten. Ohne Spezialaggregate tauschten die Monteure in nur zwei Stunden eine Fräswalze bei der W 200, änderten die Ballastierung einer Gummiradwalze GRW 280 und rüsteten den Asphaltfertiger Super 3000-2 um von einer starren Bohle auf eine Ausziehbohle.

Auch Geschäftspartner aus Pakistan (Mitte) verfolgten die Anlagenschau.
Auch Geschäftspartner aus Pakistan (Mitte) verfolgten die Anlagenschau.

Beton aufbereiten und fräsen, Kaltmischgut herstellen, eine HGT einbauen und verdichten sowie Betonprofile erzeugen – die Vernetzung dieser Technologien war das Thema der zweiten Präsentation. Vom brandneuen mobilen Kleemann Prallbrecher Mobirex MR 110 Z EVO mit Eisenabscheidung gelangte der gebrochene Betonabbruch direkt in eine Wirtgen-Kaltmischanlage KMA 220, die daraus Material für eine HGT herstellte. Den Einbau übernahm der Vögele-Fertiger Super 3000-2, die Verdichtung erledigten Tandem- und Gummiradwalzen der neuesten Generation von Hamm. Zum Schluss präsentierte Wirtgen den neuen Gleitschalungsfertiger SP 15 live beim Einbau eines Betonprofils.

Technologien zum Anfassen

Nach dem Ende der Live-Demos strömten die Gäste auf die Vorführfläche, um die produzierten Schichten, Frässpuren und Baustoffe in Augenschein zu nehmen. Wegen der Vielfalt der Technologien und Produkte gab es für jeden Gast neue Erkenntnisse: „Wir sind reine Fräsdienstleister und unser Fokus liegt selbstverständlich auf den Fräsen. Aber die Vorführungen der Brecher, Fertiger und Walzen sind für uns ebenso interessant, denn so lernen wir die Neuerungen bei den vor- und nachgeschalteten Gewerken kennen“, erklärten Gäste aus Schweden. Ein deutscher Steinbruchbetreiber formulierte seinen Nutzen folgendermaßen: „Die Livevorführungen sind sehr überzeugend. Sie manifestieren mein Vertrauen in die Marken und Produkte der Wirtgen Group, denn hier sehe ich, dass die Maschinen tatsächlich die versprochenen Leistungen bringen.“

Im Rahmen gesonderter Kurzpräsentationen im Außengelände erlebten die Besucher die Features der neuesten Maschinen. Die fachlich fundierten Erläuterungen überzeugten dabei ebenso wie die Vorführungen der Maschinen unmittelbar vor den Augen der Kunden. Alle Produktsparten aus den „Road and Mineral Technologies“ waren präsent, insbesondere die aktuellen Neuheiten. Wirtgen hatte sogar zwei Weltpremieren im Gepäck: die neuen Gleitschalungsfertiger SP 15 und SP 25.

Fachgespräche mit Blick auf die Maschinendetails der ausgestellten Produkte.
Fachgespräche mit Blick auf die Maschinendetails der ausgestellten Produkte.

Gigantische und praktische Neuheiten

Nach den Worten von Kleemann-Spezialist Otto Blessing sind für den neuen  Prallbrecher Mobirex MR 110 Z EVO mit Eisenabscheidung auch lange bewehrte Betonpfeiler beim Recycling kein Problem mehr. Zudem habe die Maschine die größte auf dem Markt dieser Geräte verfügbare Siebfläche, sagte er während der Fachvorträge zu den Kleemann Aufbereitungstechnologien. Mit dem Keilklemmsystem sei zudem ein leichter und sicherer Schlagleistenwechsel möglich. Als weiteres Sicherheitsmerkmal hob er die nur vom Boden aus lösbare, vollhydraulische Trichterverriegelung hervor.

250.000 Kubikmeter auf Halde

Während Thomas Mössner über den Backenbrecher der Superlative von Kleemann sprach, sah das Publikum hinter ihm den Koloss aufragen. 400 Tonnen wiegt der Mobicat MC 160, bis zu 1500 Tonnen Gestein in der Stunde kann er verarbeiten.

Mit ihm soll von Dezember 2010 an in der chilenischen Atacama-Wüste jodhaltiges Gestein gebrochen und zu Aufhaldung weiterverarbeitet werden. „Alle zwei Minuten kommen zwei 45-Tonnen Dumper, die gleichzeitig abkippen können“, berichtete Mössner.

Das Gestein wird auf einer riesigen, mit Folien unterlegten Halde abgekippt, die später mit Wasser aus dem Pazifik

berieselt werden soll, um das Jod auszuwaschen. Der Kleemann-Experte sieht vor diesem Hintergrund einen wachsenden Markt für Maschinen dieser Art im Mining, wo riesige Materialmengen anfallen.

Sein für den Vertrieb von Brechern zuständiger Kollege Markus Balkenhol referierte über die Vor- und Nachteile mobiler und stationärer Anlagen. Ein interessantes Plus für mobile Anlagen: „Ein Betreiber kann die kompletten Ressourcen im Gelände erschließen, die Anlage steht nicht im Weg, zudem spart er zwei schwere Skw für den Transport“, nannte er ein Beispiel.

Eine der Attraktionen beim Rundgang war der Montageplatz des 400 Tonnen schweren mobilen Backenbrechers Mobicat MC 160.
Eine der Attraktionen beim Rundgang war der Montageplatz des 400 Tonnen schweren mobilen Backenbrechers Mobicat MC 160.
 
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