Erfolg ist kein Zufall: Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland

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Der Mittelstand ist das Herz der sozialen Marktwirtschaft und der Motor für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Nun bekommen die mehr als drei Millionen kleinen und mittleren Betriebe mit dem Leitfaden und der Checkliste „Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall“ ein einzigartiges Instrument an die Hand, das ihnen zeigt, wie erfolgreiche, mittelständische Unternehmen ihre Organisation und Arbeit gestalten – und Krisen besser bewältigen.

Die „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“ wurde unter der Federführung des Initiativkreises  INQA-Mittelstand (Initiative Neue Qualität der Arbeit der Bundesregierung) ins Leben gerufen. Sie führte erstmals eine große Bandbreite gesellschaftlich relevanter Partner zusammen. Drei Projekte bilden den Kern der Initiative: Die Checkliste „Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall“ und der dazugehörende Leitfaden sowie die Entwicklung eines Transferkonzeptes zur bundesweiten Umsetzung. Der Leitfaden definiert branchenübergreifend elf allgemeingültige Standards für eine erfolgreiche Unternehmensführung.

Ziel der an der Offensive beteiligten Unternehmen, Sozialpartner, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, Ministerien, Unfallversicherungsträger und Krankenkassen ist es, eine Basis zu schaffen, die es kleinen und mittleren Firmen ermöglicht, Verbesserungspotenziale zu erkennen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Leitfaden und Checkliste als Analyseinstrumente

Im Leitfaden „Guter Mittelstand – Erfolg ist kein Zufall“ finden sich die wesentlichen Aspekte einer präventiven Arbeits- und Organisationsgestaltung zusammengefasst.

Dazu gehört ein Analyseinstrument, der „Mittelstands-Check“. Dieser Soll-Ist-Vergleich dient als einfacher Einstieg zur Umsetzung des Leitfadens. Der Check ist sowohl für Unternehmer und Manager zur Selbstkontrolle, als auch für Berater als systematisches Werkzeug geeignet. Elf Schwerpunkte lassen sich mit dem „Werkzeugkasten“ überprüfen:

„Langfristig können wir uns vorstellen, dass es eine Art freiwilliges Referenzinstrument werden kann, wie es sich meist nur Großunternehmen beispielsweise mit teueren Qualitätsmanagementsystemen leisten können“, sagt Dr. Annette Icks vom konzeptionell beteiligten Institut für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM). So könne man Kennziffern festlegen, die dann einen Betrieb für die Öffentlichkeit als „gesund“ ausweisen. Icks ist wichtig, das alle Partner den Check als gemeinsames Praxisinstrument weiter entwickeln und so vielfältige Synergien auf den unterschiedlichsten Ebenen ermöglichen.

Leitfaden und Checkliste der „Offensive Mittelstand“
Leitfaden und Checkliste der „Offensive Mittelstand“

Qualifizierung durch Berater und Multiplikatoren

Als drittes Projekt kommt die Qualifizierung zum Tragen. Die bereits erarbeiteten Grundlagen sollen zusammen mit Beratern für den Mittelstand genutzt werden. Die Offensive will nicht in Konkurrenz zu etablierten Wirtschaftsberatungsstrukturen treten, sondern ein gemeinsames Verständnis fördern.

Darüber hinaus sollen ganzheitliche Weiterbildungsangebote für Berater und Betriebe bei den Partnern der Offensive entwickelt und regionale, branchen-spezifische Beratungsnetzwerke gestärkt werden. So entsteht ein Dach, unter dem sich auch der präventive Arbeitsschutz und die Gesundheitsvorsorge der Berufsgenossenschaften wiederfinden.

Gute Mittelständler zeigen anderen, wie es geht, speziell qualifizierte Berater helfen den Betrieben bei Bedarf: Die (neue) Qualität der Arbeit basiert in diesen Unternehmen auf systematischem und präventivem Management, konsequenter Personalförderung und -bindung, guter Unternehmenskultur und Innovationsfähigkeit.

Als Multiplikatoren sind lokale Initiativen willkommen, die eng in ihren Re-
gionen vernetzt sind. Fachleute in Institutionen wie Kammern und Innungen, in den Verwaltungen der Städte und Kreise, kennen die Unternehmen, können Beratung vermitteln, schnell Ansprechpartner nennen. Oftmals ist in kleineren, familiengeführten Betrieben etwa der Steuerberater der erste Gesprächspartner, wenn sich Probleme ankündigen. „Ein gut informierter Steuerberater könnte als erste Orientierungshilfe sofort einen Blick in den Leitfaden anbieten“, kann sich Helmut Ehnes vorstellen. Eine Konkurrenzsituation zu bestehenden Wirtschaftsberatungsstrukturen sieht der Vorsitzende von INQA-Mittelstand nicht: „Für jeden ist in diesem Ensemble Platz.“

Als Fernziel kann sich der Leiter des Geschäftsbereiches Prävention der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft vorstellen, dass am Ende der Qualifizierungsoffensive für Berater auch ein Gütesiegel herauskommt, das die Synergien erzeugende Arbeit für den Mittelstand auszeichnet.

Für die Umsetzung des Vorhabens sind Dieter Grittern, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsförderung in Lage und engagiertes Mitglied der Initiative, zwei Dinge wichtig. „Der Leitfaden und der Check dürfen nicht als Instrument missverstanden werden, mit dem man ein Unternehmen aus der aktuellen Wirtschaftskrise führen kann“, sagt Grittern. „Sie sind bewusst branchenübergreifend pauschalisiert, sie dienen unter normalen Bedingungen zur Bestandsaufnahme.“ Er möchte nicht, dass sich große Beratungsgesellschaften das Knowhow einverleiben, sondern sie mit in den Prozess einbinden: „Wir wollen mit einer öffentlichen Finanzierung etwas für die Allgemeinheit tun und müssen versuchen, die Berater aus der Privatwirtschaft in unser Lager zu integrieren.“

Mitglieder des Initiativkreises Mittelstands in Langenhagen: Prof. Dr. Oliver Kruse (Fachhochschule des Mittelstands), Dieter Grittern (Wirtschaftsförderung Lage), Bernd Engel (Arbeitsschutz, Medical Airport Service GmbH), Dr. Annette Icks (Institut für Mittelstandsforschung) und Wolfgang Schröter (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft)
Mitglieder des Initiativkreises Mittelstands in Langenhagen: Prof. Dr. Oliver Kruse (Fachhochschule des Mittelstands), Dieter Grittern (Wirtschaftsförderung Lage), Bernd Engel (Arbeitsschutz, Medical Airport Service GmbH), Dr. Annette Icks (Institut für Mittelstandsforschung) und Wolfgang Schröter (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft)

Erste positive Resonanz auf Aktivitäten

Mit den Inhalten des Leitfadens „Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall“ stieß die INQA-Mittelstandsinitiative schnell auf großes Interesse und positive Resonanz. Während des Sommerfestes des Instituts für Mittelstand in Lippe bekundeten im September bereits Arbeitskreise der Bitkom, des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, und der Sparkassen Interesse an Vorträgen für ihre Klientel. „Die Berater der Sparkassen sind ja in erster Linie für die Finanzanalyse geschult. Mit unserer Initiative bietet sich auch für sie die Gelegenheit, bei einem Kundenkontakt branchenübergreifend effizienter beraten zu können“, fasst Annette Icks vom IfM zusammen und freut sich über neue Multiplikatoren.

Um diesen Prozess fortzusetzen, arbeitet eine Projektgruppe der Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld mit Prof. Oliver Kruse unter anderem an einer Strategie, die die bundesweite Verbreitung des Leitfadens und seine Durchsetzung als Standard im Mittelstand gewährleisten soll. Der Unternehmertag während der Fachmesse A+A (Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit) bietet nun im November die Gelegenheit, die viel Erfolg versprechenden Erkenntnisse einem internationalen Publikum zu kommunizieren.

Die Inhalte des Checks und neue Entwicklungen werden wir in den nächsten Ausgaben der INDUSTRIE der STEINE+ERDEN noch ausführlich darstellen.

Den Leitfaden mit den Praxishilfen gibt es in der jeweils aktuellsten Fassung im Internet: www.guter-mittelstand.de

Dort finden sich ebenfalls Links zu den Ansprechpartnern von INQA-Mittelstand mit weiteren Checklisten, Forschungsberichten und Organisationshilfen.

Screenshot der website „guter-mittelstand.de“
Screenshot der website „guter-mittelstand.de“

Checkliste „Guter Mittelstand“

Selbst im globalen Konjunkturabschwung ruhen die Hoffnungen der deutschen Wirtschaft auf dem Mittelstand. „Viele Firmen dürften bestrebt sein, die Produktionsanlagen nicht veralten zu lassen und knappes Fachpersonal auch in der Krise zu halten, um für den nächsten Aufschwung gerüstet zu sein.“ Zu diesem Schluss kommen die Experten, die sich für den MittelstandsMonitor 2009 der exklusiven Daten beispielsweise der KfW-Bankengruppe und des Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung bedienen.

Die in dieser Analyse entscheidenden Themen Personalentwicklung und Beschaffung sind zwei der elf am Wertschöpfungsprozess der Unternehmen orientierten Elemente, die sich als Praxisbeispiele im Leitfaden „Guter Mittelstand: Erfolg ist kein Zufall“ wiederfinden. Die von den Partnern der „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“ entwickelte Orientierungshilfe fasst die gute Praxis erfolgreicher kleiner und mittlerer Unternehmen für eine konkrete Umsetzung zusammen.

Orientierungshilfe aus der Praxis erfolgreicher Unternehmen

Was kann ich als Leiter eines Familienunternehmens tun, wenn es vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden?

Als gute Praxis hat sich hier unter anderem erwiesen, das Unternehmen als Ausbildungsbetrieb zu führen und so Nachwuchs zu binden. Auszubildenden und Berufsanfängern sollte die Möglichkeit zu Traineeprogrammen oder gar Austauschmaßnahmen mit Betrieben anderer Branchen gegeben werden, um den Erfahrungshorizont zu weiten.

Ich kann als Chef dazu beitragen, dass gute Arbeitsbedingungen, Entwicklungschancen und soziale Leistungen meines Betriebes öffentlich werden. Die eigene Internetseite, Presseartikel, Schulpraktika, Familientage und Kooperationen mit Hochschulen, Berufsschulen und Innungen sorgen für aktives Personalmarketing.

Dies sind nur zwei von zig bewährten Ideen guter Praxis, die sich zum Stichwort Personalentwicklung im Leitfaden finden. Die konkreten Fragestellungen im „Mittelstands-Check helfen dann nach dem Einlesen in die Thematik, diese in betriebliche Praxis umzusetzen. „Wir legen Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und entwickeln dafür spezielle Maßnahmen“ lautet die Maßgabe beim sechsten von sieben Punkten zum Thema Personal.

Zu beantworten wären die Fragen:

Für manche Führungskraft werden beim Durcharbeiten der Stichpunkte sicher kontrovers zu diskutierende Reizthemen auftauchen. Aber gerade dieses sind dann die Ansatzpunkte für ein bewusstes, innovatives Umdenken.

Als Anregung dazu lohnt sich vielleicht gerade beim Punkt Personalentwicklung ein Blick auf die Anforderungen an „gute Arbeit“ aus der Sicht der Erwerbstätigen. Eine entsprechende Analyse gibt es auf der Internetseite von INQA-Mittelstand.

Beispiel einer Checkliste zum Schwerpunkt „Strategie“
Beispiel einer Checkliste zum Schwerpunkt „Strategie“

Der Verband Creditreform kennt als Full-Service-Anbieter im integrierten Kunden- und Risikomanagement mit mehr 125.000 Mitgliedern in Deutschland die Probleme der Betriebe genau. Mehr als 71 Prozent der Insolvenzen bei Mittelständlern gehen nach Creditreform-Angaben auf Managementfehler zurück.

Planen und kontrollieren bringt geschäftlichen Erfolg

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Wer nur von Auftrag zu Auftrag vor sich hin arbeitet, kann nicht erfolgreich sein. Voraussetzungen für geschäftlichen Erfolg ist, eine klare Vorstellung davon zu entwickeln, wo die besten Chancen für Produkte und Leistungen liegen. Dazu gehören Instrumente, die Strategie planen, umsetzen und kontrollieren zu können. Hierzu finden sich unter dem  Stichwort „wirtschaftliche Jahres- und Investitionsplanung“ im Hinweise im Leitfaden.

Die Tipps zu den elf Schwerpunktthemen sind keinesfalls losgelöst voneinander zu betrachten. Querverweise zur „Risikobewertung“ und „Liquidität“ helfen dem Leser, wichtige flankierende Maßnahmen nicht zu vergessen.

Da der Mittelstands-Check kurz und prägnant die wesentlichen Aspekte aufgreift, ist er auf eine Bearbeitungszeit von 30 bis 90 Minuten angelegt. Danach lohnt sich ein Blick auf die Homepage von INQA-Mittelstand, wo sich unter www.guter-mittelstand.de weitere nach den elf Themen gegliederte Organisationshilfen und wissenschaftliches Hintergrundmaterial finden. Links zu den Partnern und Netzwerken von INQA-Mittelstand ermöglichen schnelle Kontaktaufnahme bei konkreten Fragen.

Ihr Ansprechpartner ist:

INQA-Mittelstand
„Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“
Theodor-Heuss-Straße 160
30853 Langenhagen
Tel: (05 11) 72 57-755 (Elmar Neuhaus)
Fax: (05 11) 72 57-791
E-Mail: info@guter-mittelstand.de

Besuchen Sie den A+A Unternehmertag 2009

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Ein besonderes Angebot der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft für ihre Mitglieder ist der „A+A Unternehmertag 2009“ am 4. November.

Dieser Tag ist ein von der Basi (Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit) und den Berufsgenossenschaften organisiertes Angebot, das ganz im Zeichen der „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“ steht. Er soll dazu dienen, einem breiten Publikum aus Unternehmern, Führungskräften und Beratern des Mittelstandes die Offensive und deren Instrumente Leitfaden und Mittelstands-Check vorzustellen.

Flankierend geht es um aktuelle Themen wie „Führung und Innovationsförderung“ und die „Steuerung von Kreditrisiken“. Ein spannender Bericht von Eisforscher und Expeditionsunternehmer Arved Fuchs über seine „Grenzerfahrungen“ rundet die abwechselungsreichen Vorträge ab

„Innovationen für sichere und gesunde Unternehmen“ lautet der Leitgedanke des die Fachmesse A+A 2009 vom 3. bis 6. November in Düsseldorf begleitenden Kongresses, zu dem auch der Unternehmertag gehört. Die Tageskarte für Kongress und Messe kostet 85 Euro. Die beteiligten Berufsgenossenschaften halten teilweise für ihre Mitglieder Sondereintrittskarten bereit.

Genaue Informationen über den Ablauf der entnehmen Sie bitte der Anzeige (PDF-Datei).

Gespräch im Betrieb
Die Initiative bietet Unterstützung bei der unternehmerischen Planung
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