IFF Weimar: Mit den Augen hören – Schallortung mit der akustischen Kamera

Tätigkeiten in der Roh- und Bau-stoffindustrie werden oft in einem stark lärmbelasteten Umfeld ausgeführt. Weltweit werden ständig Anstrengungen unternommen, um die Entstehung und Ausbreitung von Lärm zu reduzieren.

Die effektivste Form der Lärmminderung ist die Verhinderung seiner Entstehung. Ausgehend von der Gestaltung der Arbeitsplätze ist daher zu ermitteln, wo sich die eigentlichen Lärmquellen befinden, damit erkennbar wird, wo Maßnahmen und Strategien  zur Lärmminderung effektiv ansetzten müssen. Insbesondere bei mehreren, zeitgleich abstrahlenden Schallquellen war es schwierig, die Herkunft und den Anteil der Exposition genauer zu lokalisieren, um so gezielt an der Lärmquelle anzugreifen.

Eine verhältnismäßig neue Methode zur Ortung von Schallquellen ist das Beamforming – bekannt und inzwischen auch allgemein gebräuchlich ist auch die Bezeichnung Lärmkamera.

Über eine geometrische Anordnung von Mikrofonen (Mikrofonarray) erfasst eine Reihe von Messstellen die ankommenden Schallwellen. In Abhängigkeit der Position der Schallquelle ergeben sich minimale Laufzeitunterschiede, die messtechnisch aufgenommen, über eine Software ausgewertet und optisch aufbereitet werden. Die Darstellung erfolgt über Falschfarben, die parametrierbaren Wertebereichen gleicher Schallintensität zugeordnet werden können.

Zur Erleichterung der gedanklichen Übertragung auf das Messobjekt ist meist eine digitale Kamera zugeordnet, deren optische Aufnahme etwas reduziert und anschließend mit der Falschfarbdarstellung überlagert wird. Im Ergebnis werden die Positionen von Schallquellen bildhaft und damit leicht erfassbar dargestellt.

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Aufnahme einer Lärmkamera am Versuchsstand „Steinfertiger“ im Technikum des IFF Weimar e. V.
Aufnahme einer Lärmkamera am Versuchsstand „Steinfertiger“ im Technikum des IFF Weimar e. V.