Praxis Transportbeton 2008 mit Teilnehmerrekord

Transportbetonindustrie tagte in Magdeburg

Am 3. und 4. September fand in Magdeburg mit „Praxis Transportbeton“ die Jahresveranstaltung der deutschen Transportbetonindustrie statt. Der Bundesverband der Deutschen Transportbetonindustrie e. V. (BTB) hatte zum fünften Mal zu der im Wechsel mit den Transportbeton-Tagen durchgeführten Fachveranstaltung eingeladen.

Ziel des Kongresses ist die Aufbereitung aktueller und künftiger technischer sowie wirtschaftlicher Themen aus der Unternehmenspraxis. In Magdeburg bedeutete dies zwölf Fachvorträge und drei Seminare zu den Themen Management, Technik/Innovation, Marketing und Arbeitssicherheit in der Transportbetonindustrie. Dass der Verband mit dieser Gewichtung und ihrer inhaltlichen Ausgestaltung die Interessen der Unternehmen traf, belegt die hohe Zahl der diesjährigen Teilnehmer: Erstmals kamen über 300 Gäste zu Praxis Transportbeton.

Status Quo und Ausblick

In seiner Eröffnungsrede ging BTB-Präsident Dr. Erwin Kern insbesondere auf die wirtschaftliche Situation der Branche ein. Für ein „kollektives Klagen“ sah Dr. Kern jedoch keinen Anlass: Die mittelfristige Zukunft böte – gestützt auf Prognosen der Wirtschaftsinstitute – reelle Chancen in den wichtigsten Marktsegmenten, die die Unternehmen ergreifen sollten.

Mit Zukunftsaussichten beschäftigte sich auch der Einführungsvortrag zu Praxis Transportbeton von Dr. Reiner Klingholz, Direktor des „Berlin-Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung“. Unter der Fragestellung „Wie zukunftsfähig sind Europas Regionen?“ entwickelte er mögliche Perspektiven für die demografische Zukunft bis 2030. Wichtigste Erkenntnisse: Für drei Viertel aller Regionen der EU ist Zuwanderung der einzig mögliche Wachstumsfaktor - Deutschland führt gemeinsam mit Rumänien und der Ukraine die „Liga der künftigen Schrumpfländer“ an.

Von Preisen und Pizzen

Moderiert von BTB-Vizepräsident Klaus Schneider setzten sich die Referenten im Themenblock „Management Praxis“ insbesondere mit Preispolitik und Logistik auseinander. Dieter Wirth, Niederlassungsleiter Köln-Bonn der Dyckerhoff Beton GmbH & Co. KG, beschäftigte sich mit den Mechanismen der Preisbildung in Oligopolmärkten und entwickelte Handlungsperspektiven für die Unternehmen.

Dr.-Ing. Gerd vom Bögel vom Fraunhofer Institut Mikroelektronische Schaltungen und Systeme in Duisburg stellte den aktuellen Stand der Technik im Bereich der Baustellenlogistik vor. Schwerpunkt seiner Ausführungen war die zukünftige Bedeutung der RFID-Technologie im Bausektor. Als gelungenes Benchmarking lassen sich die Ausführungen von Thomas Wilde, Geschäftsführer der Call a Pizza Marketing GmbH, verstehen, der in erstaunlichen Parallelen zur Transportbetonindustrie nachzeichnete, wie sein Unternehmen „Logistik im Dienste der Kundenzufriedenheit“ praktiziert.

Technik und Innovation

Die inhaltliche Verknüpfung von Logistik und Technik/Innovation stellte Stefan Dams, ROBA Transportbeton GmbH, mit seinem Vortrag über das durch den BTB initiierte Projekt „ELSE – Elektronische Lieferscheine für Transportbeton“ her. Die Transportbetonindustrie ist dabei einen Standard für Lieferscheindaten zentral zu entwickeln und allen Kunden Daten in einheitlichem Format zur Verfügung zu stellen.  Prof. Harald Beitzel vom Institut für Bauverfahrens- und Umwelttechnik in Trier setzte sich mit dem Thema „Ultrahochfeste Betone“ auseinander. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den praktischen Konsequenzen für das herstellende Betonwerk. Vor allem standen Aspekte der Lager-, Dosier- und Fördereinrichtungen, der Anlagensteuerung, der Feuchteermittlung sowie der Mischtechnik im Zentrum seiner Ausführungen. Werner Hambrecht, MAN Nutzfahrzeuge AG, zeigte zum Abschluss des Themenblocks zukunftsfähige Konzepte für Fahrgestelle und Antriebe von LKW auf, die besonders auf Kostenoptimierung, Umweltschutz und der Kombination dieser beiden Parameter fußten.

Arbeitssicherheit

Wichtiges Verbandsanliegen ist seit jeher das Thema Arbeitssicherheit. In dem diesem Kontext eigens gewidmeten Themenblock analysierte Wolfgang Pohl von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft das Unfallgeschehen in Transportbetonwerken und bei Betonpumpen-Einsätzen. Er konstatierte u .a. die ausreichende und kontinuierliche Schulung des Personals sowie die richtige Kommunikation und Abstimmung vor und während der Arbeitsprozesse sowie sichere Maschinen als entscheidende Kriterien unfallfreien Arbeitens.

Ingo Lothmann, Heidelberger Beton GmbH, stellte im zweiten Vortrag des Themenblocks flexible Arbeitszeitmodelle vor, die sowohl dem Gesundheitserhalt der Arbeitnehmer Rechnung tragen als auch ein für die Beschäftigten ausreichendes Einkommen gewährleisten. Er zeigte weiterhin, dass im Zuge dieser Modelle zusätzliche Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen und finanziert werden können, ohne Personalkosten durch Mehrpersonal überproportional zu steigern.

www.transportbeton.org

Praxis Transportbeton: Blick ins Auditorium
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Fachausstellung während der Praxis Transportbeton 2008
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Allgegenwärtig (auch in klein): der Fahrmischer
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