Sicher – wirtschaftlich – produktiv:

Mehr als 7 Millionen Euro Prämien für Sicherheit und Gesundheit

Prämiensystem-Logo

Die zeitgemäße Präventionsstrategie der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft setzt auf weniger Vorschriften und mehr Eigenverantwortung. Neben praxisgerechten Präventionsmedien und Präventionsinitiativen sind finanzielle Anreizelemente eine wesentliche Säule der StBG-Präventionsangebote.

Zusätzlich zu dem seit zwölf Jahren erfolgreich etablierten Förderpreis Arbeit – Sicherheit – Gesundheit und dem Belohnungssystem für Versicherte bietet die StBG seit 2005 ein Prämiensystem an, das unter dem Motto „Wer mehr tut wird belohnt“ wirksame Investitionen in Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie messbare Erfolge in der Unfallprävention honoriert. In den ersten drei Jahren des Angebots wurden bei 2.700 Anmeldungen Zahlungen in Höhe von insgesamt 5,3 Millionen Euro geleistet. Zusammen mit den im laufenden Jahr gezahlten Prämien ergeben sich über 7 Millionen Euro!

Das Prämiensystem der StBG

Im Jahr 2004 beschloss die Selbstverwaltung der StBG vorausschauend, freiwillige Investitionen in wirksame Prävention und erfolgreiche Ergebnisse in der Vermeidung von Arbeitsunfällen durch ein attraktives Anreizsystem zu fördern – damit wurde ein Prämiensystem geboren, das den Mitgliedsunternehmen 2005 erstmalig angeboten wurde. Dieses eindeutige Bekenntnis zur Investition in eine wirtschaftliche und humane Zukunft in der Arbeitswelt wurde 2006 von allen gewerblichen Berufsgenossenschaften aufgenommen: die Förderung von finanziellen Anreizsystemen ist Teil der „Bonner Erklärung“, welche die gemeinsam getragene Präventionsstrategie der gewerblichen Berufsgenossenschaften definiert.

Das Prämiensystem wurde finanziell attraktiv ausgestattet. Durch die Höhe der Prämie von 20 Prozent auf die Netto-Investitionen wurde sichergestellt, dass echte motivierende Anreize geschaffen werden, die nachhaltig dazu beitragen, Arbeitsunfälle und die daraus resultierenden Kosten zu minimieren. Ab dem Jahr 2007 wurde die Prämie auf 30% erhöht. Gleichzeitig wurde die Zahl der Prämiengruppen von fünf auf zehn erweitert, um die Beteiligungsmöglichkeiten zu erhöhen.

Prämien sind für vielfältige Initiativen in folgenden Gruppen möglich:

Bei Investitionen gilt: Arbeitssicherheit oder Gesundheitsschutz müssen wirksam verbessert werden – und die Maßnahme muss über den vorgeschriebenen Mindest-Standard hinaus gehen. Ein Beispiel: im lärmgefährlichen Arbeitsbereich eines Betonwerks müssen die Mitarbeiter Gehörschutz tragen. Üblich sind hierbei Kapselgehörschützer oder Gehörschutzstöpsel. Werden stattdessen individuell dem Gehörgang angepasste Gehörschützer – sogenannte Otoplastiken – beschafft, steigt die Schutzwirkung und auch die Trageakzeptanz nimmt in der Regel zu.

Reflektierende Arbeitskleidung erhöht die Sicherheit
Reflektierende Arbeitskleidung erhöht die Sicherheit

Das Verfahren

Eine Prämienanmeldung ist leicht und unbürokratisch. Nach Abschluss der Investition erfolgt die Anmeldung über ein Formular, das der Prämienbroschüre beiliegt und das auch unter www.stbg.de bereit steht. Obwohl das Formular nicht ganz auf den sprichwörtlichen Bierdeckel passt, sind die Angaben schnell gemacht: Neben den Angaben zum Unternehmen werden bei Investitionen Art und Umfang sowie Zielsetzung und Erfolg der Maßnahme in kurzen Worten beschrieben. Bei komplexeren Projekten empfiehlt es sich, Fotos, Bauzeichnungen oder ähnliche Dokumente zur Erläuterung beizulegen. Die Fremdkosten werden durch Rechnungskopien belegt.

Bei der Einführung oder nach dem Re-Audit des Gütesiegels „Sicher mit System“ oder eines gleichwertigen Arbeitsschutz-Managementsystems sind wenige Daten zur Erlangung und zur Zahl der Mitarbeiter gefragt; bei einer Prämie für Unfallfreiheit wird das Datum des letzten meldepflichtigen Arbeitsunfalls angegeben, bei der Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements genügen ebenfalls wenige Daten zur Einführung. Die Formulare lassen sich damit innerhalb weniger Minuten ausfüllen – ein minimaler Aufwand, insbesondere in Relation zur Prämienhöhe.

Das Anmeldeformular - kurz und übersichtlich
Das Anmeldeformular - kurz und übersichtlich

Lohnenswert: Erfolgreiche Maßnahmen zur Staub- und Lärmprävention

Die Prämiengruppe VII – Umsetzung erfolgreicher Maßnahmen zur Staub- oder Lärmprävention –  widmet sich den traditionellen Gefährdungsschwerpunkten der Steine und Erden-Industrie, Lärm und silikogener Staub.

Zielsetzung ist, die Exposition der Beschäftigten an dauerhaft besetzten Arbeitsplätzen so weit herabzusetzen, dass mindestens die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte nachhaltig sicher eingehalten werden. Soweit der Stand der Technik eine weiterreichende Unterschreitung der Grenzwerte ermöglicht, wird hierdurch die Zielvorgabe bestimmt. Dasselbe gilt für den Fall, dass auch bei Erreichen des Standes der Technik die Grenzwerte nicht eingehalten werden können. Dabei sollen Arbeitsplätze und Tätigkeiten bevorzugt berücksichtigt werden, die einer hohen Belastung unterliegen und/oder die hinsichtlich des Entstehens einer Berufskrankheit mit einem besonders hohen Gesundheitsrisiko verbunden sind.

Ausgangspunkt für die Durchführung Erfolg versprechender Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung der Staubsituation ist in der Regel ein „Experten-Gutachten“, in welchem die betriebsspezifischen Verhältnisse analysiert werden. Die Umsetzung der in einem solchen Gutachten ausgewiesenen Verbesserungsmaßnahmen sowie die Aufwendungen für das Gutachten selbst werden von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft in einem festgelegten Umfang unterstützt.

Die Prämie wird auf die tatsächlich am Arbeitsplatz oder bei ihrer Tätigkeit exponierten Mitarbeiter bezogen. Nach entsprechender Absprache ist hierbei die Untergliederung eines Betriebes in Teilbereiche, die diese Anforderungen erfüllen, ebenso möglich wie die Betrachtung von Einzelfall-Lösungen.

Das Gutachten zur Beschreibung der betriebsspezifischen Situation und daraus abgeleiteter Maßnahmen soll insbesondere folgende Fragestellungen beantworten:

Unabhängig von dieser Bewertung der Gesamtsituation können auch Einzelmaßnahmen prämiert werden.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Umsetzung und Prämierung finden Sie in Ausgabe 1/2008 der Industrie der Steine und Erden unter dem Titel „In Sachen Staub vorbildlich“ (auch online unter www.steine-und-erden.net/se108/obernkirchen.html).

Ohne Antrag: Prämien für Unfallfreiheit

Um die Beteiligung noch weiter zu vereinfachen, hat die StBG erstmals im Dezember 2007 allen Unternehmen,  die sich für eine Unfallfreiheitsprämie qualifizieren,  eine Prämie ohne Anmeldung gezahlt. Neben einem wichtigen Beitrag zum Bürokratieabbau werden im Sinne der finanziellen Gerechtigkeit so auch die Unternehmen belohnt, die sich trotz einer möglichen Prämie noch nicht angemeldet haben. Exzellente Ergebnisse in der Prävention sollen sich lohnen!

684 Unternehmen haben auf dieser Basis insgesamt rund 850.000 Euro Prämien bekommen. Im April 2008 wurden weitere 94 Unternehmen ermittelt, die insgesamt ca. 150.000 Euro erhielten. Prämien für Unfallfreiheit werden in Zukunft regelmäßig ermittelt und ausgezahlt.

Regelmäßige Information über weitere Prämienmöglichkeiten

Zur besseren Information über im laufenden Jahr gezahlte Prämien und weitere Möglichkeiten der Inanspruchnahme erhalten alle Mitgliedsunternehmen zukünftig regelmäßig eine Information über erhaltene Prämien und weitere Möglichkeiten bis zum Erreichen der unternehmensspezifischen Grenze von 75.000 Euro jährlich – vorausgesetzt, dass das Gesamtbudget für Prämien durch die StBG noch nicht erschöpft ist.

Der Einkaufsführer „Menschen & Maschinen“

Im April 2007 erschien erstmalig der Einkaufsführer „Menschen & Maschinen“. Als Ergänzung zum Fachmagazin „Die Industrie der Steine + Erden“ stellt dieses Medium beispielhaft Maschinen, Anlagen und Ausrüstungen vor, die einen Gewinn für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und somit die Möglichkeit zur Zahlung von Prämien bieten. Nach der zweiten Ausgabe im Januar 2008 ist der aktuelle Einkaufsführer jetzt zur Branchenmesse Steinexpo 2008 erschienen.

Aber auch die sechsmal jährlich erscheinende Zeitschrift „Die Industrie der Steine + Erden“ geht in der Berichterstattung über Produkte auf mögliche Prämien ein. Entsprechende Angebote sind mit dem Signet „Prämienfähig!“ gekennzeichnet.


2.700 Prämien, 5 Millionen Euro – eine Bilanz der ersten drei Jahre

Das Prämiensystem der StBG wird auf breiter Basis gut angenommen. Unternehmen aller Branchen haben sich erfolgreich beteiligt, und gerade auch die wichtige Zielgruppe der kleinen Unternehmen profitierten: die Gruppe der Unternehmen, die bis zu fünf Mitarbeiter beschäftigen, erhält die meisten Prämien!

In den ersten drei Jahren des Angebots wurden mehr als 2.700 Prämien angemeldet und Zahlungen in Höhe von insgesamt 5,3 Millionen Euro geleistet. Die Beteiligung im laufenden Jahr ist erneut sehr hoch – im September waren bereits fast zwei Millionen Euro ausgezahlt..

Exemplarisch für die Beteiligung werden die Daten für das Jahr 2007 näher betrachtet.

Beteiligung am Prämiensystem der StBG

Beteiligung nach Prämiengruppen

Die mit Abstand meisten Prämien wurden mit 814 Zahlungen für einen langen Zeitraum ohne meldepflichtigen Arbeitsunfall geleistet (Prämiengruppe IX), gefolgt von Prämiengruppe II – Arbeitssicherheit – mit 236 Prämien und Prämiengruppe III – Gesundheitsschutz – mit 103 Zahlungen.

Anerkannte Prämien 2007 nach Prämiengruppen

Von 1.401 Prämienanmeldungen in 2007 konnten 1.295 anerkannt werden, entsprechend einer Anerkennungsquote von 92,4 Prozent. Die häufigsten Ablehnungsgründe waren

Beteiligung nach Größenklassen

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen partizipieren. Die höchste Zahl an Prämien ging 2007 an Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern, 80 Prozent der Prämienempfänger beschäftigen bis zu 50 Mitarbeiter.

Dass das Prämiensystem alle Unternehmen erreicht, zeigt nicht nur die Beteiligung über alle Unternehmensgrößen; auch alle bei der StBG versicherten Branchen haben das System genutzt. Die größte Zahl kam 2007 aus der Natursteinindustrie mit 307 Anmeldungen, gefolgt von Kies und Sand-Betrieben mit 213 und der Transportbetonindustrie mit 181 Anmeldungen.

Im Rahmen des Prämiensystems wurden bereits für ca. 300 Fahrzeuge Systeme zur Verbesserung der Rückraumsicherheit – insbesondere Kamera/Monitorkombinationen – und über 220 ergonomische Fahrersitze prämiert.

Prämienanmeldungen 2007 nach Unternehmensgrößen

Profitieren Sie jetzt von den Prämien der StBG!

Erfolgreiche Prävention in Ihrem Betrieb bedeutet: keine Ausfalltage, störungsfreier Betrieb, verbessertes Unternehmens-image und motivierte Mitarbeiter. Zudem resultieren für Ihr Unternehmen und alle Mitglieder der StBG geringere Kosten durch Unfälle und Erkrankungen. Dank des Prämiensystems lohnt sich Prävention nun noch mehr. Beteiligen Sie sich mit Ihren Initiativen am Prämiensystem der StBG! Da das Budget begrenzt und die Beteiligung hoch ist, empfehlen wir Ihnen, jetzt zu handeln!

Peter Schrandt, StBG

Caterpillar Muldenkipper mit serienmäßiger Sicherheitsausstattung
Caterpillar Muldenkipper mit serienmäßiger Sicherheitsausstattung

Beispiele für prämierte Maßnahmen

In einer Beton-Wand-, Boden- und Deckenfertigung wurde die Rüttelstation auf ein lärmarmes Verdichtungsverfahren (Gyroshake) umgestellt. Dadurch wurde der Lärmpegel vom 111 dB(A) auf 74 dB(A) reduziert.
Prämie: 22.565 Euro

Gyroshake
Gyroshake

In einem Betonwerk wurde der Antrieb der Glättmaschinen von Pneumatik  auf Elektrik umgestellt. Dabei wurde eine erhebliche Lärmreduktion erzielt: vor der Umrüstung 115 dB(A), danach 85 dB(A). Zudem wurde durch die Umstellung das Gerätegewicht von 16 kg auf 10 kg reduziert.
Prämie: 2.076 Euro

elektrisch angetriebene Glättmaschine
elektrisch angetriebene Glättmaschine

In einem Natursteinbetrieb wurde eine mobile Staubabsaugung inklusive Staubkappe und Saugkappe angeschafft, um den Staub bei der Trockenbearbeitung von Naturstein mit elektrischen Handmaschinen aufzunehmen. Die Stäube werden so direkt am Entstehungsort erfasst und gelangen nicht in die Atemwege der Mitarbeiter. Der Abscheidegrad des Geräts liegt bei über 99,9 Prozent (Herstellerangabe).
Prämie: 872 Euro

In einem Kies- und Sandwerk wurde zur Schwingungsreduktion ein ergonomischer Fahrersitz in einen Radlader eingebaut. Der Fahrer ist damit weniger Belastungen ausgesetzt.
Prämie: 673 Euro

Ein Kies- und Betonwerk beauftragte einen Arbeitsschutzausrüster mit der Anfertigung spezieller Arbeitskleidung mit Reflektionsstreifen nach der Norm DIN EN 471 für alle Mitarbeiter. Die Erkennbarkeit der Mitarbeiter im internen Werksverkehr, in dem unter anderem zahlreiche externe Lkw eingesetzt werden, wurde damit deutlich erhöht.
Prämie: 4.118 Euro

Arbeitskleidung mit Reflektionsstreifen
Reflektierende Streifen verbessern die Erkennbarkeit bei schlechten Sichtverhältnissen erheblich

In einem Dachsteinwerk wurde für alle Mitarbeiter in der Produktion individuell dem Gehörgang angepasster Gehörschutz (Otoplastiken) beschafft. Die flexibel in einem Werk mit überwiegend 90 dB(A) Lärmemission eingesetzten Mitarbeiter verfügen nun über einen effizienten und komfortablen Gehörschutz mit einer Lärmdämmung von 25 dB.
Prämie: 404 Euro

Individuell dem Gehörgang angepasster Gehörschutz
Individuell dem Gehörgang angepasster Gehörschutz: schützt das Gehör – und wird prämiert!

Durch ein Unternehmen mit drei Vollzeitbeschäftigten wurde eine Prämie für Unfallfreiheit angemeldet. Da sich seit über zehn Jahren kein Arbeitsunfall mit mehr als drei Tagen Ausfallzeit ereignet hatte, wurde eine Prämie in Höhe von 40% des letzten Jahresbeitrags gezahlt.
Prämie: 1.459 Euro

In einem Baustoffwerk wurden automatische externe Defibrillatoren (AED-Geräte) sowie Notrufschränke beschafft.

In der Mehrzahl der plötzlichen Herztode liegt anfangs ein so genanntes Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch die Stimulation der Herzmuskelzellen unterbrechen. Entscheidend bei der Defibrillation ist der schnelle Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff (Gehirnschämie) binnen kurzer Zeit zu massiven neurologischen Defiziten führen kann.

Aus diesem Grund wurden automatisierte externe Defibrillatoren (AED) entwickelt, bei denen eine Software den Herzrhythmus analysiert und danach entscheidet, ob eine Defibrillation notwendig ist, so dass auch für die Geräte geschulte medizinische Laien die Geräte in Verbindung mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung anwenden können.

Durch eine Ersthelferorganisation  wurden die Mitarbeiter für die Reanimation mit AED-Geräten trainiert.
Prämie: 6.752 Euro

Hinweisschild für einen Defibrillator zur Reanimation
Hinweisschild für einen Defibrillator zur Reanimation

In einem Betonwerk wurden die Verdichtungsanlagen auf lärmarme Technik umgerüstet. Lärmmessungen bestätigten, dass die Belastung der 12 Mitarbeiter im Werk erheblich reduziert wurde.
Prämie: 13.500 Euro

In einem Gipswerk wurde ein Muldenkipper mit einer Nutzlast von 46,5 t angeschafft, der mit einem umfangreichen Sicherheitspaket ausgestattet ist, bestehend aus treppenartigen Aufstiegen, beheizten Spiegeln, Kamerasystem, Dreipunktgurt und automatischem Bremssystem.
Prämie: 9.758 Euro

In einem Quarzwerk wurde an einer Montageöffnung ein Schleusengeländer und ein elektrischer Kettenzug mit Katzfahrantrieb installiert. Damit wurde die Absturzgefahr der mit Transportarbeiten beauftragten Mitarbeiter minimiert.
Prämie: 2.580 Euro

In einem Betonsteinwerk wurden die Fertigungsmaschinen in vier Arbeitsbereichen mit Absauganlagen ausgestattet. Die Effizienz wurde durch Staubmessungen belegt.
Prämie: 3.450 Euro

In einem Quarzwerk wurde ein Vakuumheber beschafft. Mit diesem Hilfsmittel entfällt die erhebliche körperliche Belastung der Mitarbeiter beim Umstapeln von Säcken. Der Vakuumheber lässt sich durch einen Gabelstapler transportieren und ist damit mobil einsetzbar.
Prämie: 2.371 Euro

Vakuumheber
Das Umstapeln von Säcken erfolgt rückenschonend mit einem Vakuumheber

In einem Fertigteilwerk wurden fünf lärmarme Rütteltische konstruiert, mit denen der Lärmpegel bei der Herstellung von Betonprüfkörpern drastisch reduziert wurde. Die Prüfkörper werden dabei von Elektromagneten gehalten.

Durch eine Lärmmessung wurde die Senkung des äquivalente Dauerschallpegels (Messdurchschnitt) von 106,3 dB(A) beim alten Verfahren mit formschlüssiger Halterung der Formen auf 86,0 dB(A) beim neuen Verfahren bestätigt.
Prämie: 2.561 Euro

Prüfkörper auf dem neu entwickelten Rütteltisch. Vorne sind die Haltemagneten zu erkennen.
Prüfkörper auf dem neu entwickelten Rütteltisch. Vorne sind die Haltemagneten zu erkennen.

In einem in der Grauwacke-Gewinnung eingesetzten Liebherr-Bagger R984 (Baujahr 1992) wurde eine zusätzliche Treppe mit einer Plattform installiert, um einen sicheren Aufstieg zu gewährleisten. Die Nachrüstung leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Absturzgefahr beim Aufstieg zur Fahrerkabine.
Prämie: 4098 Euro

Bagger mit zusätzlicher Treppe und Plattform
Bagger mit zusätzlicher Treppe und Plattform

Interviews

Wie sind die Erfahrungen der Anwender? Die „Steine + Erden“ hat nachgefragt und mit Mitgliedsunternehmen und Herstellern gesprochen.

Siegmund Hien
Hans Wolf GmbH & Co. KG, Straubing
www.kies-wolf.de

S+E: Erzählen Sie uns etwas über Ihr Unternehmen!

Hien: Unsere Firma produziert Sand und Kies, betreibt einen großen Fuhrpark, um unsere Produkte zur Kundenbaustelle zu transportieren. Außerdem werden von unserer Firma auch größere Erdbewegungen oder Abbrucharbeiten durchgeführt. Wir verfügen auch über eine eigene Bauabteilung, die schlüsselfertige Objekte im Kundenauftrag erstellt.

S+E: Was war der Grund für Ihre Investition, die prämiert wurde?

Hien: Die Gesundheit unserer Mitarbeiter hat in erster Priorität immer Vorrang.

S+E: Hilft Ihnen das Prämiensystem bei Investitionen?

Hien: Das Prämiensystem der Berufsgenossenschaft ist eine große finanzielle Unterstützung und hilft uns bei der Entscheidung über neue Investitionen.

S+E: Wie haben Sie vom Prämiensystem der StBG erfahren?

Hien: Wir wurden per Post von der StBG über das Prämiensystem informiert.

S+E: Haben Sie sich schon mehrfach beteiligt? Werden Sie das Prämiensystem weiter nutzen?

Hien: Wir beteiligen uns bereits seit 2007 regelmäßig am Prämiensystem und werden dies auch weiterhin nutzen.

S+E: Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Prämiensystem? Gibt es Verbesserungsbedarf am Verfahren? Wie schätzen Sie Ihren Bearbeitungsaufwand ein?

Hien: Die Erfahrungen mit dem Prämiensystem sind durchweg nur positiv. Den Bearbeitungsaufwand für den Antrag schätzen wir mit 15 bis 20 Minuten ein.


Grit Schellbach
Safety & Environmental Manager, Lafarge Gips, Werk Lippendorf
www.lafarge-gips.de

S+E: Erzählen Sie uns etwas über Ihr Unternehmen!

Schellbach: Das Gipsplattenwerk, 20 km südlich von Leipzig in Lippendorf gelegen, ist auf eine jährliche Produktionskapazität von 20 Mio. Quadratmetern ausgelegt. Wir beschäftigen 75 Mitarbeiter und 3 Auszubildende.

S+E: Was war der Grund für Ihre Investitionen, die prämiert wurden?

Schellbach: Wir haben mit der Implementierung der Lafarge Standards „Arbeiten in Höhe“, Persönliche Schutzausrüstung, Mobile equipment, viele Verbesserungen hinsichtlich der Arbeitssicherheit erreicht und umgesetzt.

S+E: Hilft Ihnen das Prämiensystem bei Investitionen?

Schellbach: Ja, die Entscheidung, 20 Prozent der Investitionen zurück zu bekommen, hat insbesondere bei der Entscheidung des Baues von stationären Arbeits- und Wartungsbühnen geholfen und allen Mitarbeitern, die Brillenträger sind, eine Arbeitsschutzbrille mit Dioptrien zur Verfügung zu stellen (keine unhandliche Überbrille).

S+E: Wie haben Sie vom Prämiensystem der StBG erfahren?

Schellbach: Durch das StBG-Mitteilungsblatt und durch die intensive und hilfreiche Betreuung von Herrn Dr. Schneider (Technischer Aufsichtsbeamter, Anm. der Redaktion) bzw. Verleihung des ersten Gütesiegels 2003, wo die Möglichkeit der Prämienförderung erstmals bekannt gegeben wurde

S+E: Haben Sie sich schon mehrfach beteiligt? Werden Sie das Prämiensystem weiter nutzen?

Schellbach: Wir nutzen das Prämiensystem seit Januar 2006. Das Prämiensystem werden wir weiterhin intensiv nutzen, leider nicht mehr dieses Jahr, da wir schon am Limit der maximalen Prämierungssummen sind.

S+E: Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Prämiensystem? Gibt es Verbesserungsbedarf am Verfahren? Wie schätzen Sie Ihren Bearbeitungsaufwand ein?

Schellbach: Die Erfahrungen als Sicherheitsfachkraft sind sehr gut, da Entscheidungen hinsichtlich von Investitionen leichter und schneller getroffen wurden und Argumente der Einsparungen bzw. anderer Alternativfindungen nicht so im Raum standen.

Verbesserungsbedarf würde ich sehen wollen, dass die Endsummen für Großunternehmen höher gesetzt werden (Lafarge Gips hat 4 Werke in Deutschland).

Der Bearbeitungsaufwand für einen Prämienantrag ist so einfach gestaltet , dass man nicht viel Zeit investiert. Man hat im Vorfeld Angebote, Beschreibungen, Bilder etc., so dass sich der Aufwand sehr gering hält. Außerdem ist es ein Ansporn für den jeweiligen Bearbeiter, Anträge bewilligt zu bekommen.

S+E: Haben Sie weitere Anregungen für uns?

Schellbach: Ich hätte gern Interesse an einer  Datenbank für  gute, ideenreiche,  prämierte Verbesserungen (ähnlich wie beim Förderpreis). Man kann sich als Unternehmen Anregungen holen , wie das eine oder andere Unternehmen Lösungen für den Arbeitsschutz getroffen hat.

Grit Schellbach, Lafarge Gips
Grit Schellbach, Lafarge Gips

Rudolf Rutenbeck
Geschäftsführer Brigade Elektronik GmbH
www.brigade-gmbh.de

„Aus zahlreichen Gesprächen mit Mitgliedsunternehmen der StBG weiß ich, dass die Förderung einen wichtigen Anreiz darstellt und bei Investitions-Überlegungen oft den Ausschlag gibt. Insofern leistet das Prämiensystem einen entscheidenden Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit beim Einsatz von Fahrzeugen und Maschinen.“


Michael Holzhey
Produktmanager Zeppelin Baumaschinen GmbH
www.zeppelin.de

„Das Prämiensystem ist gleichbedeutend mit einem Produkt-Qualitätssiegel, auf das sich die Kunden verlassen können. Außerdem fördert die Berufsgenossenschaft hierdurch vorbildlich die Investition in Sicherheit und Arbeitsschutz. Und das wiederum gibt dem Kunden die Möglichkeit, Unfälle sowie Maschinenausfälle zu verhindern und somit kostengünstig und langfristig die Produktivität zu erhöhen.“