Belastung der Lendenwirbelsäule bei Schaufeltätigkeiten

Die Belastung der Lendenwirbelsäule durch Schaufeltätigkeiten wurde seitens der Unfallversicherungsträger in Feststellungsverfahren der Berufskrankheit (BK) 2108 „Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Lendenwirbelsäule“ bisher sehr unterschiedlich beurteilt. Eine einheitliche Beurteilungsgrundlage stand nicht zur Verfügung. Im Rahmen des hier vorgestellten Forschungsprojektes wurden daher mit Hilfe biomechanischer Bewegungs- und Belastungsmessungen die äußeren Muskel-Skelett-Belastungen beim Schaufeln bestimmt. Diese Messungen fanden in praxisnahen Arbeitssituationen unter Laborbedingungen mit fünf erfahrenen Fachkräften aus unterschiedlichen Bereichen des Baugewerbes statt.

Das Untersuchungskonzept umfasste fünf Schüttgüter und drei Arbeitsanforderungen an Wurfdistanz und -höhe. Aus den Messdaten wurden die zugehörigen Kompressionskräfte an der untersten lumbalen Bandscheibe mit dem biomechanischen Modell „Der Dortmunder“ berechnet.

Die Untersuchungsergebnisse zeigten eine ausgeprägt dreidimensionale Belastungssituation des Muskel-Skelett-Systems beim Schaufeln. Die Schaufeltechniken der Probanden waren individuell sehr verschieden. Nach ihrem Arbeitstempo konnten sie in die zwei Gruppen „Regelfall“ und „Sonderfall“ – wie es bei Akkordarbeit z. B. bei Estrichlegern vorkommt – eingeteilt werden. Dementsprechend differierten auch die maximalen Bandscheibenkompressionskräfte von im Mittel 3,5 bzw. 6,25 kN. Die jeweilige Dauer der Belastung im Schaufelzyklus war umgekehrt zum Arbeitstempo von rund 2 auf 1,5 s verkürzt. Eine generelle Abhängigkeit der Kompressionskräfte von Schüttgut, Wurfdistanz bzw. -höhe konnte nicht gefunden werden.

Der Report kann unter www.dguv.de/bgia heruntergeladen werden.