Aufbruch in die Zukunft: 125 Jahre Niederbayerische Schotterwerke Rieger & Seil GmbH & Co. KG

Mit einer Festveranstaltung und einem „Tag der offenen Tür“ feierten die Niederbayerischen Schotterwerke Rieger & Seil am 27. und 28. Juli 2007 ihr 125-jähriges Jubiläum. Das Unternehmen ist in der Region rund um Neustift ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und für die heute über 60 Beschäftigten ein verlässlicher Arbeitgeber. Im Laufe seiner Geschichte hat sich das Unternehmen stark verändert, vom kleinen Handwerksbetrieb zum großen Schotterwerk. Aber trotz seiner Größe sind die Niederbayerischen Schotterwerke ein Familienbetrieb geblieben. Die heute 15 Gesellschafter der GmbH & Co. KG sind zum großen Teil Nachkommen der fünf Gesellschafter von 1919.

Seit 1882 werden im Steinbruch die mächtigen Granitvorkommen zu qualitativ hochwertigen Produkten wie Gleisschotter, Edelsplitten oder Bruchsteinen verarbeitet. Heute werden auf fünf Sohlen (Bermen) jährlich bis zu 700000 t Granitgestein abgebaut. Die tiefste offene Abbaufläche mit einer Fläche von etwa 4 ha liegt bei 243 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit die tiefste offene im Landkreis Passau und weit darüber hinaus.  „Der Neustifter Granit zeichnet sich durch besondere Härte, geringe Wasseraufnahme und hohe Polierresistenz aus“, erläutert Geschäftsführer Peter Gusek. „Das macht ihn zum optimalen Material für Straßen-, Bahn-, Beton- und Wasserbau. Moderne Technik sorgt dafür, dass diese naturgegebene Technik optimal verarbeitet wird. In unserer Edelsplittwäsche werden beispielsweise Klein- und Staubteile entfernt, was sich positiv auf die Weiterverarbeitung in Asphaltmischanlagen und Betonwerken auswirkt. Angenehmer Nebeneffekt ist auch: Beim Verladen gibt es keine Staubentwicklung.“

Die Niederbayerischen Schotterwerke beliefern u.a. die Deutsche Bahn AG, Asphaltmischgut- und Betonproduzenten sowie öffentliche und private Bauprojekte.

Bei der Festveranstaltung zum Firmenjubiläum überbrachte Erwin Huber, der Bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, die Glückwünsche der Bayerischen Staatsregierung zu diesem außergewöhnlichem Jubiläum. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sich Niederbayern durch den Fleiß und das Engagement seiner Bewohner seit dem Krieg vom Armenhaus Bayerns zu einer erfolgreichen Region Europas mit der zur Zeit in Bayern niedrigsten Arbeitslosenquote von nur noch 4,4 % hochgearbeitet habe. Dies sei nicht zuletzt auch das Verdienst der erfolgreichen Arbeit von Unternehmen wie der Niederbayerischen Schotterwerke. Franz Meyer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, schloss sich in seinem Grußwort den Glückwünschen an.

Anschließend feierten die Werksangehörigen mit zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft mit einem festlichen Bankett bis in den frühen Morgen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Ensemble Christian Auer und dem Swing Orchester VorderAu. Dabei erntete insbesondere Tanja Maria Froidl, die Lieder von Zarah Leander zum Besten gab, stürmischen Applaus. Der „Tag der offenen Tür“ am 28. Juli 2007 hielt viele Attraktionen und Überraschungen für die Verwandten und Freunde der Werksangehörigen, aber auch für mehrere tausend Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung bereit. So konnte man sich bei Führungen über die Granitschotterproduktion informieren oder bei einer Busfahrt Steinbruch und Vorbrecheranlage besichtigen. Alle Gewinnungsgeräte – wie Hochlöffelbagger und Muldenkipper – sowie der gesamte Fuhrpark wurden dem staunenden Publikum präsentiert. Besonders beeindruckt waren viele Besucher von der durchgeführten Großbohrlochsprengung. Für das leibliche Wohl der Gäste war in einem Festzelt und an zahlreichen Verkaufsständen bestens gesorgt. Die jüngeren Gäste kamen beim Malen, Schatz suchen, Kinder schminken, Pony reiten und in einer Hüpfburg voll auf ihre Kosten. Auf zwei Minibaggern konnte man sein neu erworbenes Wissen unter fachkundiger Anleitung gleich praktisch erproben. Die Bergbau- und die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft beteiligten sich an dieser gelungenen Veranstaltung mit einem Fahrsimulator, der sich den ganzen Tag über regen Zuspruchs erfreute. Auch wir wünschen der Firma Niederbayerische Schotterwerke Rieger & Seil auf diesem Wege weiterhin wirtschaftlichen Erfolg und unfallfreies Arbeiten.

Dr. Hansmartin Reimann, StBG

Ballonstart im Steinbruch der Niederbayerischen Schotterwerke
Ballonstart im Steinbruch der Niederbayerischen Schotterwerke
Gesprächsrunde bei der Festveranstaltung
Gesprächsrunde bei der Festveranstaltung
(v.li.n.re.): Heinz Grunwald, Regierungspräsident von Niederbayern, Hans Dorfner, Landrat des Kreises Passau, Reinhold Hoenicka, Bürgermeister Markt Ortenburg, Hans Gschwendtner, Bürgermeister Stadt Vilshofen, Michael Kühne, Präsident des Bayerischen Industrieverbands Steine und Erden e.V., Peter Gusek, Geschäftsführer der Niederbayerischen Schotterwerke GmbH & Co. KG, und der Moderator Christian Omonsky.
Der Fahrsimulator der Bergbau- und Steinbruchs-BG
Der Fahrsimulator der Bergbau- und Steinbruchs-BG