Putzmeister: Riesige Kaverne mit minimalem Aufwand betoniert

Durch den Bau des Pumpspeicher-Kraftwerks Kops II mit einer Turbinenleistung von 450 MW erweitern die Vorarlberger Illwerke AG ihre Kapazitäten für den europäischen Strommarkt erheblich. Während des Ausbaus des Kavernenhohlraums erfolgen die umfangreichen Betonarbeiten in der riesigen Maschinenkaverne lediglich mit einer stationären BSA-Betonpumpe und nur einem stationären Betonverteilermast, der abwechselnd auf zwei Rohrsäulen betrieben wird. Gearbeitet wird im 3-Schicht-Betrieb, rund um die Uhr. Die Baukosten für das Kavernenkrafthaus und die Unterwasserführung werden auf 30 Millionen Euro veranschlagt. Die Arbeiten für das Kopswerk II begannen im September 2004, die Inbetriebnahme ist für 2008 geplant.

Die Maschinenkaverne gilt als wesentliches Bauwerk von Kopswerk II. Ihre Abmessungen sind mit 88 m Länge, 60,5 m Höhe und 30,5 m Breite äußerst beeindruckend. Vier Lagen Baustahlgitter und pro Armierung ein ca. 10 cm starker Auftrag aus Nassspritzbeton dienten zur Ausbruchsicherung. Die dauerhafte Sicherung des riesigen Hohlraums übernehmen zusätzlich zahlreiche, bis zu 32 m lange Vorspannlitzenanker.

Der Ausbau der sechs Tiefgeschosse sowie der Montageebene erfolgt mit Ortbeton, insgesamt werden über 39.000 m³ Beton in der Maschinenkaverne verbaut. Bereits die Sohle der gewaltigen Felsenhalle und einzelne Decken sind bis zu 4 m mächtig – die bis zu 8 m hohen Wände werden in Stärken von 0,2 bis 4,0 m ausgeführt.

Nach Rücksprache mit Ingenieuren der Putzmeister AG entschied sich die ARGE für die Installation nur eines Stationärmastes des Typs MX 28-4, der abwechselnd von zwei Rohrsäulen aus betrieben wird. Da die einzelnen Abschnitte pro Etage nie gleichzeitig errichtet werden, stört es den Ablauf der Arbeiten kaum, wenn das Armpaket des MX-Mastes von einer der Rohrsäulen gelöst, vom bereits installierten Portalkran angehoben, ans andere Ende der Kaverne verfahren und dort auf die zweite Rohrsäule aufgesetzt wird. Der gesamte Vorgang dauert jeweils ca. 30 Minuten, hinzu kommt das Lösen und Anschließen der Förderleitung, das ebenfalls in etwa einer ½ Stunde erledigt ist. Bis zu 360 m³ Beton werden pro Abschnitt eingebaut.

Auffallend am unballastierten Stationärmast MX 28-4 ist nicht nur die flexibel einsetzbare Z-Faltung des Armpakets, mit der sogar einzelne Sohlenabschnitte der Turbinenzulaufstollen betoniert werden können. Ungewöhnlich ist auch die Gesamtlänge der beiden Rohrsäulen, von denen der Mast aus betrieben wird. Durch das Aufeinandersetzen mehrerer Rohrsäulen passen sie sich dem Baufortschritt kontinuierlich an. Für zusätzliche Stabilität sorgen zwei Abspannungen in Höhe von ca. 18 und 24 m, die in den entsprechenden Zwischendecken verankert sind.

Den Beton erhält der Verteilermast von einer stationären PM-Betonpumpe. Die BSA 1408 E erreicht im stangenseitigen Betrieb eine Fördermenge von 79 m³/h bzw. 71 bar Betondruck. Mit weniger Maschineneinsatz lässt sich in einer Kaverne dieser Größeordnung Beton kaum noch wirtschaftlich einbauen.

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Der stationäre Putzmeister Betonverteilermast MX 28 mit „Z“-Faltung wird abwechselnd von zwei Rohrsäulen aus betrieben
Der stationäre Putzmeister Betonverteilermast MX 28 mit „Z“-Faltung wird abwechselnd von zwei Rohrsäulen aus betrieben
Die Betonpumpe BSA 1408 E ist über eine ca. 150 m lange Förderleitung mit beiden Rohrsäulen des MX-Mastes verbunden
Die Betonpumpe BSA 1408 E ist über eine ca. 150 m lange Förderleitung mit beiden Rohrsäulen des MX-Mastes verbunden