A+A 2007: Sicherheitsbranche im Aufwind

A + A 2007 schließt mit Besucher-Plus

A+A-Logo

Die Sicherheitsbranche befindet sich weltweit im Aufwind und die Sensibilität gegenüber Sicherheits- und Gesundheitsrisiken hat spürbar zugenommen. Darauf deuten auch die Ergebnisse und der Verlauf der A+A 2007 in Düsseldorf hin, die mit einem Spitzen-Resultat endete: 55.200 Fachbesucher kamen zu der mit 1.460 Ausstellern aus 51 Nationen international führenden Fachmesse für Persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (vorm. Arbeitsschutz + Arbeitsmedizin). Der parallele internationale A+A Kongress zählte als Leitveranstaltung für die Arbeitsschutz-„Szene“ rund 6.000 Teilnehmer.

Die A+A hat damit ihre hervorgehobene Stellung als Markt- und Kommunikationsplattform für das Themenspektrum der Prävention eindrucksvoll unterstrichen. „Der Arbeitsschutz hat sich von einer grauen Maus zu einer modernen Disziplin der betrieblichen Prozesskette gewandelt. Die A+A ist diesen Weg mitgegangen und hat ihrerseits wichtige Impulse gegeben”, freute sich Eugen Müller, als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit Basi e. V. Organisator des A+A-Kongresses, über die gestiegene Anerkennung für präventives Handeln und die positive Entwicklung der A+A.

Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales, eröffnete die A+A 2007
Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales, eröffnete die A+A 2007

International aufgewertetes Kongress-Programm

Die fachliche Diskussion angeregt hatte bereits die A+A Eröffnung im Congress Center Düsseldorf. Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales, unterstrich in seiner Rede die Bedeutung des Arbeitsschutzes im Sinne der Steigerung der Produktivität: „Sicherheit und Gesundheit sind unverzichtbare Voraussetzungen, um die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Das geht alle an – die Unternehmen, aber auch die Sozialversicherungen und die Politik.“ Angesichts des demografischen Wandels rief Müntefering dazu auf, Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Arbeitnehmer möglichst bis zum Rentenalter im Job bleiben und Frühverrentungen vermieden werden könnten.

Positiv aufgenommen hat das Publikum hinsichtlich des A+A Kongress-Programms die deutliche Aufwertung des internationalen Veranstaltungsangebotes. Die insgesamt 15 simultan-gedolmetschten Veranstaltungsreihen mit dem Leitthema „Arbeits- und Gesundheitsschutz International“ waren gut besucht.

Anzuführen ist darüber hinaus die in den A+A Kongress integrierte Konferenz der International Labour Organization (ILO), einer Organisation der UN. Diese stand in diesem Jahr unter dem Titel „Menschenwürdige Arbeit als globales Ziel und nationale Realität“ und zählte Teilnehmer aus 65 Nationen.

Trendbarometer A+A

1.460 Aussteller aus 51 Nationen präsentierten unterdessen im Rahmen der A+A-Fachmesse die gesamte Bandbreite an Produkten und Services für den individuellen Schutz, die kollektive Sicherheit und die Gesunderhaltung am Arbeitsplatz – von Schutzartikeln für die einzelnen Körperpartien über Sicherheitsausrüstung für Einsatzkräfte und Brandschutzvorrichtungen bis hin zu ergonomischem Mobiliar für Büros.

Dazu stellten die vielen Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung eindrucksvoll unter Beweis, dass ihre Artikel nicht nur bestens schützen und immer komfortabler zu tragen sind, sondern sich dazu auch noch modern gestylt präsentieren. Überzeugen konnte sich von dieser Entwicklung jeder A+A-Besucher in Halle 4. Hier zeigten im Rahmen der „Innovationsshow“ in mehreren täglichen Vorführungen 19 führende Anbieter ihre aktuellen Corporate Fashion-Kollektionen, darunter auch spezielle Bekleidungslinien für den beruflichen Nachwuchs.

Geht es um die betriebliche Sicherheit, dann sind mittlerweile der Vorbeugende Brandschutz und sicheres Agieren im Brandfall „Dauerbrenner“-Themen der A+A. Mit besonderer Aufmerksamkeit wurden zum Beispiel vom Fachpublikum die Übungen des Werksfeuerwehrverbandes WFV in Halle 6 verfolgt. Ebenfalls gut besucht war der Stand des Bundesverbandes Brandschutz-Fachbetriebe bvbf e. V..

Die nächste A+A findet in Düsseldorf vom 03. bis 06. November 2009 statt.

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gehört zu den zentralen Angeboten auf der A+A
Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gehört zu den zentralen Angeboten auf der A+A

StBG-Förderpreisträger gewinnen Deutschen Arbeitsschutzpreis 2007

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) verlieh im Rahmen der A+A-Eröffnung den diesjährigen Deutschen Arbeitsschutzpreis. Den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt die Jungheinrich AG. Das Hamburger Unternehmen hat einen Gabelstapler mit einer um 180 Grad drehbaren Fahrerkabine entwickelt und auf den Markt gebracht. Das Fahrzeug ermöglicht Rückwärtsfahren ohne Verdrehen von Oberkörper und Halswirbel. Das trägt zum einen zum Schutz der Gesundheit des Fahrers bei. Zum anderen sinkt das Risiko von Unfällen, denn der Fahrer hat nun unabhängig von der Fahrtrichtung eine uneingeschränkte Sicht.

Der Drehkabinenstapler war als Vorschlag von Bergbau- und Steinbruchs-BG für den Deutschen Arbeitsschutzpreis nominiert worden, da er schon im Jahre 2006 mit dem Förderpreis Arbeit – Sicherheit – Gesundheit in der Kategorie „Herstellerpreis“ ausgezeichnet worden ist. Die Jury attestierte dem neu entwickelten Stapler, dass er einen wichtigen Beitrag dazu leiste, einen Unfallschwerpunkt zu beseitigen. Darüber hinaus werde mit dieser Innovation ein ergonomischer Fahrerarbeitsplatz geschaffen (siehe Steine+Erden, Heft 3/2006).

Der Drehkabinenstapler der Jungheinrich AG erhielt den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2007
Der Drehkabinenstapler der Jungheinrich AG erhielt den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2007

Insgesamt hatten sich 59 Unternehmen aus ganz Deutschland um den Preis beworben. DGUV-Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Joachim Wolff sagte anlässlich der Preisverleihung: „Mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis wollen wir positive Praxisbeispiele betrieblicher Prävention bekannt machen. Die ausgezeichneten Betriebe sind Vorbilder für alle, die Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verbessern und dabei auch wirtschaftlicher arbeiten wollen“. Vier weitere Unternehmen erhielten Preise, die mit je 5.000 Euro dotiert sind. Den Preis  in der Kategorie „Sicherheitstechnik / Praxislösungen“ erhielt die Eurogate Container Terminal Bremerhaven GmbH. Das Unternehmen hat ein Anbaugerät für Gabelstapler entwickelt, das  das Verladen langer Rohre oder Baumstämme in Container erheblich vereinfacht. Beschäftigte müssen sich dank der neuen Technologie nicht mehr im Gefahrenbereich aufhalten.

Preisträger in der Kategorie „Gesundheitsschutz“ wurde die Firma Naturstein Strickmann GmbH & Co. aus Ahlen – ebenfalls ein Förderpreis-Gewinner aus dem Jahre 2007. Das Unternehmen hat bei der Oberflächenversiegelung von Natursteinplatten die Belastung durch Lösungsmittel minimiert. Bisher wurden hierbei handelsübliche Mittel verwendet, die zumeist aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten. Der Einsatz von Nanotechnologie macht diese gesundheitsgefährdenden Lösemittel bei dieser Tätigkeit überflüssig.

www.aplusa-online.de

Dr. Hans-Joachim Wolff, Vorsitzender des Vorstandes Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), links, überreichte die Urkunde des Arbeitsschutzpreises Kategorie „Gesundheitsschutz“ an Bernd Strickmann von Naturstein Strickmann GmbH & Co.
Dr. Hans-Joachim Wolff, Vorsitzender des Vorstandes Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), links, überreichte die Urkunde des Arbeitsschutzpreises Kategorie „Gesundheitsschutz“ an Bernd Strickmann von Naturstein Strickmann GmbH & Co.
Dr.-Ing. Hans Otto Gardeik, Vorstandsvorsitzender der Steinbruchs-BG, freut sich mit den Gewinnern
Die Förderpreis-Preisträger strahlen nach der erneuten Auszeichnung (v.li.n.re.):
Dr.-Ing. Hans Otto Gardeik, Vorstandsvorsitzender der Steinbruchs-BG, freut sich mit den Gewinnern.
Auftrag des Oberflächenschutzes auf die Natursteinplatte
Auftrag des Oberflächenschutzes auf die Natursteinplatte