Chinesisch-deutscher Workshop „Safe Mining for better Life“

Anfang September 2006 hat eine hochrangige Delegation der Volksrepublik China im Rahmen eines umfangreichen Besuchsprogramms in Europa die Verwaltungsgemeinschaft von Bergbau und Steinbruchs-BG besucht. Die Gruppe bestand aus Mitgliedern des State Administration of Work Safety of China (SAWS), des Emergency Management Office of the State Council, aber auch von zwei großen Industrieunternehmen, der China National Petroleum Corporation und der Shen Hua Group Corporation. Letzteres ist der größte Steinkohleproduzent der Volksrepublik.

Der Erfahrungsaustausch stand unter dem Motto „Safe Mining for better Life“ und wurde im Rahmen eines Workshops im Institut für Gefahrstoff-Forschung in Dortmund durchgeführt.

Von Seiten der Berufsgenossenschaften nahmen Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, Leiter des gemeinsamen Geschäftsbereichs Prävention, und verschiedene Fachleute teil. Auch der HVGB war vertreten. Zunächst stellte Dipl.-Ing. Ehnes das deutsche berufsgenossenschaftliche Unfallversicherungssystem vor. Schwerpunkte waren dabei neben allgemeiner Information vor allen Dingen die Aktivitäten im Rahmen der Prävention der beiden Berufsgenossenschaften.

Es entspann sich schon hier eine lebhafte Diskussion. Die chinesischen Gäste konnten dabei von den neuesten Entwicklungen in der Volkrepublik China berichten. Auch dort wird zwischenzeitlich ein vergleichbares System installiert, wobei der Schwerpunkt zunächst auf eine bestimmte Branche (hier den Bergbau) gelegt worden ist. Die chinesische Regierung dehnt den Bereich der Versicherten, die von dem neuen System profitieren können, nach und nach aus.

Dipl.-Ing. Wolfgang Röhl, Leiter des zentralen Grubenrettungswesens der Bergbau-Berufsgenossenschaft, referierte über Sicherheit in Bergwerken und Rettungsstrategien. Er konnte dies anhand modernster Technik am Objekt demonstrieren.

Danach demonstrierte Dr. Dirk Damann, Leiter des Instituts für Gefahrstoff-Forschung, den chinesischen Gästen anhand ausgewählter Beispiele im Technikum des Instituts, was die beiden Berufsgenossenschaften auch im Hinblick auf konkrete angewandte Forschung für die Versicherten leisten können. Neben der Darstellung der Filterprüfstände des Instituts und der Demonstrationen des unlängst in einer europäischen Norm erschienenen IGF-Verfahrens für die Messung der Staubungsneigung pulverförmiger Schüttgüter traf vor allem die gerade vorbereitete Prüfung einer neuen Erfassungstechnologie für silikogene Stäube, z. B. im Steinmetzgewerbe, die so genannten Drallhauben, auf das besondere Interesse der chinesischen Gäste.

Steinbruchs- und Bergbau-BG haben hier zum Wohle der Versicherten den Anstoß für diese komplett neue technische Entwicklung gegeben. Der Abschluss der hoffentlich erfolgreichen Entwicklungsarbeiten ist nun durch die Prüfung beim Einsatz an modellhaften Steinmetzarbeitsplätzen vorgesehen.

Den Abschluss der Tagung bildete dann eine Diskussion am runden Tisch. Spezieller Schwerpunkt war dabei das System der Grubenrettung in den beiden Ländern. Die chinesischen Gäste waren dabei an konkreten Lösungen besonders interessiert. Auch das chinesische Sys-tem der Grubenrettung wurde ausführlich diskutiert.

Dr. Dirk Damann, IGF

Gruppenfoto
Sowohl die chinesiche Delegation als auch die Vertretung von BBG und StBG äußerten den Wunsch, im Hinblick auf eine konkrete Kooperation in Kontakt zu bleiben.