Traumatische Ereignisse: Helfer müssen kulturelle Unterschiede beachten

Unfälle oder Gewalt am Arbeitsplatz, Naturkatastrophen und Groß-schadensereignisse wie der 11. September – das Thema „traumatische Ereignisse“ hat an Bedeutung gewonnen. In einer globalisierten Welt sind immer häufiger Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen betroffen.

Mit den verschiedenen Aspekten dieses Themas beschäftigte sich jetzt eine Fachtagung des Initiativkreises Traumatische Ereignisse im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

Für Helfer führen interkulturelle Besonderheiten bei traumatischen Ereignissen zu hohen Zusatzbelastungen. Während die Symptome generell sehr ähnlich sind, ist der Umgang damit jedoch in verschiedenen Kulturkreisen unterschiedlich, meint Katrin Boege, klinische Psychologin am BGAG: „Eine Reaktion wie lautes Weinen kann in einer Kultur als völlig normal gelten und in einer anderen abgelehnt werden.“

Interkulturelle Aspekte beim Umgang mit traumatischen Belastungen zu kennen, ist deshalb wichtig für alle Unternehmen und Institutionen. Darauf weist Dr. Rolf Manz vom Bundesverband der Unfallkassen und gleichzeitig Leiter des INQA-Initiativkreises Traumatische Ereignisse hin. „Wir müssen die kulturellen Unterschiede in der ganzen Breite unserer Arbeit berücksichtigen: bei der psychischen Vorbereitung potenzieller Helfer, bei den Akutmaßnahmen und schließlich auch bei der Langzeitbehandlung traumatisierter Menschen.“ Ziel aller Maßnahmen sei es schließlich, dass die Betroffenen ihre traumatischen Erfahrungen möglichst vollständig integrieren und möglichst schnell beruflich und sozial wieder eingegliedert werden können.

Weitere Informationen unter www.inqa.de