Risiken im Visier: In Berlin und Brandenburg werden Kleinstbetriebe zur Gefährdungsbeurteilung beraten

Das Wort Gefährdungsbeurteilung ist für viele Unternehmer in den letzten Jahren zu einem roten Tuch geworden. Warum eigentlich? Die Unternehmer sehen scheinbar einen Berg an Aufgaben und Arbeit auf sich zukommen, ohne so richtig über das Problem nachgedacht zu haben. Gefährdungsbeurteilung bedeutet:

Das Durchforsten des eigenen Betriebes auf eventuelle Gefahrenquellen schützt nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, es sorgt auch für ein gutes Image, für Rechtssicherheit und eine stabile Produktion. Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung kann auch die Unfallhäufigkeit und den Krankenstand im Unternehmen senken.

Nicht zuletzt ist auch eine positive Auswirkung auf das arbeitsschutzbewusste Handeln der Mitarbeiter zu registrieren. Also kann durch eine konsequente Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert sowie Kostensenkung in der Produktion und  mehr Rechtssicherheit erreicht werden.

Sicheres und gesundes Arbeiten ist nur dann möglich, wenn die Arbeitsbedingungen regelmäßig überprüft und erkannte Gefahren beseitigt werden. Zentrales Element ist dabei für den Unternehmer die Gefährdungsbeurteilung. Seit nunmehr zehn Jahren sind die Arbeitgeber aufgefordert, Risiken zu ermitteln und in einer Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Grundlage sind das Arbeitsschutzgesetz (seit 1996 in Kraft) sowie weitere staatliche Vorschriften (Betriebssicherheitsverordnung – Gefahrstoffverordnung).

Die gesetzlichen Grundlagen bieten dem Unternehmer die Chance, eigene Strategien zu entwickeln. Risiken zu ermitteln und entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen war übrigens schon immer Unternehmerpflicht.

Alle bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft versicherten Unternehmen führen in unterschiedlicher Weise mehr oder weniger „gefährliche Arbeiten oder Arbeiten mit bestimmten Risiken“ aus. Diese Tätigkeiten erfordern Schutzmaßnahmen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, die wichtigsten Gefährdungen und Belastungen im Unternehmen zu kennen, um diesen mit technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen begegnen zu können.

Um die Rechtssicherheit in kleinen Unternehmen zu erhöhen, führt die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft mit den Arbeitsschutzbehörden der Länder Berlin und Brandenburg Beratungen in Unternehmen bis zu 11 Mitarbeitern durch. Anhand eines Erhebungsbogens werden die Gefährdungsbeurteilungen und Umsetzungsstrategien von Arbeitsschutzmaßnahmen in Kleinstbetrieben begutachtet. Berater und wichtigste Helfer bei der Umsetzung einer Gefährdungsbeurteilung für den Unternehmer sind der Sicherheitsingenieur und der Betriebsarzt. Diese müssen in jedem Unternehmen bestellt, d.h. vorhanden sein.

Beide, Sicherheitsingenieur und Betriebsarzt, sind Berater des Unternehmers in Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes. Basis sind die Risikobewertung und die Gefährdungsbeurteilung, aus der wiederum notwendige Maßnahmen abgeleitet werden. Bei der Beratung durch Arbeitsschutzbehörde und Steinbruchs-Berufsgenossenschaft wird abgefragt, ob Gefährdungen im Unternehmen vorhanden und welche Form von Schutzmaßnahmen getroffen sind.

Die gemeinsame Aktion soll im Zeitraum Mai 2006 bis zum Ende des Jahres 2007 durchgeführt werden. Ziel ist es, den Unternehmer zu überzeugen, dass hier keine „unnützen“ Forderungen abverlangt werden, sondern dass es um ein Instrument geht, das zu mehr Systematik und Rechtssicherheit führt. 

Dipl.-Ing. Karl-Heinz Hegenbart, StBG

Betriebsbegehung
Verantwortungsbewußte Führungskräfte vermitteln regelmäßig die Gefahren in Unternehmen