Weniger bricht mehr: Eigenschaften und Vorzüge des neuen Nordberg HP4 Kegelbrechers

In der Aufbereitungstechnik stehen die Ampeln für Anlagenerweiterungen vielerorts auf Rot, denn Erweiterungsinvestitionen konfrontieren die Betreiber mit dem Ausbau von Personalressourcen oder zumindest mit der Frage danach, ob Kapazitätsausweitungen betriebswirtschaftlich überhaupt noch Sinn machen. Hinzugefügte Anlagenkomponenten erhöhen das Wartungspotential und stellen gegebenenfalls unkalkulierbare Kosten in Aussicht.

Hersteller wie Metso Minerals haben diese Problematik erkannt und bieten Lösungen, das bestehende Anlagenpotential und gleichzeitig die Produktivität zu erhöhen. Ihr Anspruch: Zukünftige Brechtechnologien sollen höhere Leistungen und Reduktionsraten bei besserer Kornform erzielen, den Wartungsaufwand reduzieren und geplante Stillstandzeiten verringern.

Zur Erfüllung dieser Voraussetzungen kommt der neue Kegelbrecher Nordberg HP4 zum Einsatz, der dank ausgefeilter Brechkinematik den höchsten Zerkleinerungsgrad aller am Markt befindlichen Kegel- und Kreiselbrecher bieten soll. Diese Anlage stellt den Betreiber zukünftig vor die Alternative, auf Investitionen in eine weitere Brechstufe bzw. weitere Maschinen zu verzichten. Die spezifische Brechleistung des Nordberg HP 4 und die damit verbundene Konsolidierung von zwei Brechstufen stellt einen unübersehbaren energiewirtschaftlichen Vorteil in Aussicht, da die Kreislaufbelastung des Brechers bzw. der Gesamtanlage deutlich sinkt.

Die Bezeichnung HP (steht für „High Performance“ = Höchstleistung) lässt bereits erahnen, dass Metso Minerals die Einsparung einer weiteren Brechstufe oder Maschine(n) durch die Kombination von hohen Leistungen bei geringeren Spaltweiten kompensieren möchte. Die gestiegene Nettoleistung lässt sich am höheren Zielkorn-Anteil im Brecheraustrag des HP4 ablesen. Selbst bei kritischen Fraktionen liegen bereits Ergebnisse in beeindruckender Kubizität vor.  Die universell arbeitende HP-Lösung für das Sekundär-, Tertiär- und Feinbrechen macht vor übergreifenden Einsätzen im Kalkstein, Hartgestein, Kies, Erz, Schotter, Edelsplitt oder Brechsand nicht halt. Hohe Durchsatzleistungen bei einer maximalen Einlauföffnung von ca. 250 mm sind bereits dokumentiert: Bei der Edelsplittherstellung (Aufgabe: 5 – 63 mm) produziert der Nordberg HP4 bis zu 240 t/h (Endprodukt 0 – 22 mm). In der Sandproduktion erreicht der Kegelbrecher etwa 100 t/h (Endprodukt 0 – 4 mm).

Es versteht sich von selbst, dass eine multifunktionale Lösung wie der Nordberg HP4 Kegelbrecher mit hydraulischer und vor allem zuverlässiger Brechspaltverstellung ausgestattet sein muss. Erfahrungen belegen, dass durch das Drehen des Mantelträgers mit dem Brechmantel zur Spaltverstellung ein Verschleißausgleich über den gesamten Kreisumfang der Brechkammer stattfindet. Nicht zuletzt durch eine spezielle Überlastsicherung mit festem Rückstellpunkt ist die Einhaltung des ursprünglichen Brechspaltes auch nach dem Passieren von Fremdkörpern gesichert. Man darf getrost davon ausgehen, dass der Betreiber einer solchen Anlage den Präzisionsanspruch des Herstellers auf Dauer zu nutzen weiß.

Kein Grund für langes Warten

Das Konzept der hohen Verfügbarkeit geht bereits bei Wartungsarbeiten oder kleineren Betriebsstörungen auf: Doppelt wirkende Verspann-/Ausräumzylinder lassen unbrechbare Fremdkörper, die andere Brecher zum Stillstand bringen oder gar beschädigen würden, ohne weiteres durch. Gleiches gilt für den Fall der „Brückenbildung“: Auch hier kommt es zu keinen größeren Betriebsunterbrechungen. Mit ihrem großen Ausräumhub sorgen die Zylinder bei selbst kurzen Stoppzeiten des Brechers für eine unverzügliche Leerung der Brechkammer. Der Werkzeugwechsel, bei dem durchweg keine Vergussmasse verwendet wird, erfolgt spontan über ein besonderes Befestigungssystem. Mit Hilfe des Hydraulikmotors, der vor allem für die Brechspaltverstellung zuständig ist, lässt sich der Mantelträger mit dem Brechmantel vollständig aus dem Oberrahmen drehen, damit man anschließend bequem an das Werkzeug gelangt. Dieses soll dank besonderer Stärke auch entsprechend länger halten, so dass ein Wechsel weitaus seltener vonnöten ist. Der Hersteller hat grundsätzlich darauf geachtet, die Zugänglichkeit der Verschleißkomponenten optimal zu ermöglichen, um stets kürzeste Stillstandzeiten zu erzielen. Um diesem Anspruch weiter Rechnung zu tragen, verhindern Staubschutzelemente eine Beeinträchtigung von Maschinenkomponenten. Gleichwohl ist es möglich, schnell und unkompliziert eine Demontage von Brechmantel und -kegel vorzunehmen.

Ein schnellerer Wechsel der Brechwerkzeuge vom Grob- zum Feinbrechen ist grundsätzlich ohne weitere Komponenten möglich. Damit ist das „Umrüsten“ vom Sekundärbrechen bis hin zur Sanderzeugung reine Einstellungssache. Auf weitere Anpassungen an örtliche Gegebenheiten kann man über die Veränderungen der Drehzahlen sowie der Spaltweiten spontan reagieren.

Der Nordberg HP4 liefert mineralischen Verarbeitungsbetrieben den Beweis dafür, dass es möglich ist, beim Nachbrechen von Überschuss- oder nicht veräußerbaren Körnungen auf zusätzliches Bunkervolumen oder weitere Brecher zu verzichten. Der Trend zu ganzheitlichen und gleichzeitig flexiblen Anlagenkonfigurationen nach dem Vorbild des neuen Kegelbrechers scheint sich mittel- und langfristig zu bewahrheiten.

www.metsominerals.com

Nordberg HP4 Kegelbrecher als multifunktionale Anlage für die Sekundär- und Tertiärbrechstufe
Nordberg HP4 Kegelbrecher als multifunktionale Anlage für die Sekundär- und Tertiärbrechstufe