Aus dem Mitgliederverzeichnis der Steinbruchs- Berufsgenossenschaft:

Der Tradition verpflichtet – 150 Jahre Natursteine Hirschbeck in Kaldorf

Die Steinbruchs- Berufsgenossenschaft ist eine der ältesten Unfallversicherungen im deutschen Sozialversicherungssystem. Seit ihrer Gründung im Jahr 1885 ist sie für die Unternehmen der Natursteinbranche tätig. Die Mitgliedsunternehmen genießen Rechtssicherheit durch die gesetzlich verankerte Ablösung der Unternehmerhaftpflicht. Den Versicherten bietet die gesetzliche Unfallversicherung einen duch Kontinuität und Verlässlichkeit geprägten Leistungsumfang. Selbst Börsenzusammenbrüche und Weltkriege haben die Leistungsansprüche an die gesetzliche Unfallversicherung nicht getilgt. Diese Kontinuität zeigt sich auch bei einem Blick in das Mitgliederverzeichnis der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft.

Ein Beispiel ist hier die Firma Hirschbeck: Im Jahr 1856 gründete Dominik Hirschbeck in Kaldorf einen Steinmetzbetrieb. Durch die Gewinnung und Verarbeitung von Jura- Kalkstein erlebte der Betrieb eine erste Blütezeit, die durch einen tödlichen Arbeitsunfall des Firmengründers jäh abgebrochen wurde. Der größte Teil der Gebäude und Grundstücke musste verkauft werden.

Es gelang seinem Sohn Johann Hirschbeck jedoch, den Steinbruch zurückzukaufen und den Betrieb weiterzuführen. Johann Hirschbeck hatte elf Kinder. Nur zwei Söhne, Johann Baptist und Nikolaus, überlebten die Kindheit und mussten in den 1. Weltkrieg ziehen. Johann Baptist war gelernter Steinmetz und sollte den Betrieb übernehmen. Er fiel 1917 in Frankreich. 1919 übernahm der 21jährige Nikolaus den Betrieb. Dessen Sohn Nikolaus wurde bei den Treuchtlinger Marmorwerken zum Steinmetz  ausgebildet. Vater und Sohn zogen in den 2. Weltkrieg. Nikolaus jun. wird seit 1945 vermisst.

Nach dem 2. Weltkrieg kam der nun 47jährige Vater wieder nach Hause und führte den Betrieb mit Sohn Willibald weiter. Nachdem Nikolaus den Steinbruch an die Fa. Karl und Adalbert Neumeyer verpachtet hatte, arbeiteten er und sein Sohn dort zunächst als Vorarbeiter.

Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1985 führte Willibald Hirschbeck den Betrieb im Nebenerwerb mit seinem Sohn Bernhard weiter. 1995 schied Willibald aus. Sein Sohn Hubert übernahm die Anteile an der Gesellschaft und legte die Meisterprüfung ab. Seit 1998 führt Hubert Hirschbeck den Betrieb. Im Jahr 2000 wurde mit den Bau neuer Hallen begonnen.

Im Frühjahr 2006 konnte bei der Hirschbeck Naturstein GmbH gleich doppelt gefeiert werden. Das Unternehmen besteht seit 150 Jahren und das neue Betriebsgelände wurde mit einem Gottesdienst und einem Tag der offenen Tür eingeweiht.

Dipl.-Ing. Martin Böttcher, StBG