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Die Hände des Gabelstaplers ...

... sind nach Auffassung des Aschaffenburger Anbaugeräteherstellers Kaup die von ihm konzipierten und vertriebenen Zusatzgeräte.

n Gabelstapler sind sehr universell zu verwendende Nutzfahrzeuge. Sie können ihre Last selbsttätig aufnehmen, über kurze Strecken verfahren, anheben und absetzen. Praktisch zu einem Multitalent wird ein Industriegabelstapler durch Zusatzgeräte, die ihm zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten gestatten.

Nahezu alle Staplerhersteller haben aus der starken Nachfrage nach Seitenschiebern die Konsequenz gezogen, ihre Geräte von Hause aus mit sog. integrierten Seitenschiebern auszustatten. In diesem Falle wird anstelle des Gabelträgers eine Kombination aus Seitenschieber und Gabelträger in den Mast eingebaut. Dies hat den Vorteil für den Betreiber, dass die Tragfähigkeit des Staplers nicht eingeschränkt wird.

Anstelle von Seitenschiebern finden wir in immer stärkerem Umfang Zinkenverstellgeräte an Gabelstaplern. Meist handelt es sich dabei bereits um Kombinationen die sowohl eine Verstellung des Gabelabstandes als auch die seitliche Verschiebung gestatten. Der Staplerfahrer kann mit Hilfe dieser Geräte den Gabelabstand der sich ändernden Lastbreite anpassen. Kaup trägt der immer stärkeren Nachfrage nach Zinkenverstellgeräten dadurch Rechnung, dass sich mittlerweile vier Baufamilien den Markt teilen. Bei den drei gebräuchlichsten Versionen lassen sich die Gabeln innerhalb der Baubreite des Gerätes verstellen. Die vierte Baureihe für besonders schwere Einsätze baut auf den Klammern des Hauses Kaup auf und ist weitgehend identisch mit den Klammergabeln.

Drei der vier Baufamilien sind auch für den integrierten Einbau direkt in den Hubmast verfügbar. Dadurch lassen sich Resttragfähigkeiten erzielen, die dem Gabelstapler nur etwa 3 - 4 Prozent seiner Ausgangstragkraft nehmen.

Die neueste Baufamilie im Kaup-Programm ist die Baureihe T 160, die durch exzellente Sichtverhältnisse und gute Resttragfähigkeiten besticht. Sie ist nicht als integriertes Gerät verfügbar. Zinkenverstellgeräte an Gabelstaplern bis etwa 5 t Tragfähigkeit können als Komfort-Anbaugeräte verstanden werden und sind daher in erster Linie in den weit entwickelten Staplermärkten Europas zu finden. Vor allem in Skandinavien haben integriert eingebaute Zinkenverstellgeräte die integrierten Seitenschieber nahezu komplett abgelöst. Bei Staplern mit mehr als 10 t Tragfähigkeit gehören Zinkenversteller aufgrund der hohen Gabelmassen praktisch zur Grundausstattung.

In Betrieben der Bau Branche werden sehr viele Klammergabeln eingesetzt. Sie gestatten zunächst den Transport palettierten Gutes. Sollen z. B. Bordsteine, Verbundpflaster etc. von diesen Paletten lagenweise abgenommen werden, steht häufig ein weiterer Stapler mit einem Steingreifer zur Verfügung.

Je nach Anforderung im Betrieb ist dieser jedoch häufig nur unzulänglich ausgelastet, da weniger kommissioniert als transportiert wird. Daher werden von den Anbaugeräte-Herstellern seit vielen Jahren Spannarme angeboten, die im Bedarfsfall auf die Gabeln aufgesteckt werden. Jetzt kann auch Lage für Lage abgegriffen werden. Nachteil dieser Lösung ist der manuelle Aufwand des Aufsteckens. Der Fahrer muss von seinem Stapler heruntersteigen und die Spannarme, immerhin mit Gewichten von bis zu 30 kg, von Hand aufstecken.

Vor allem in den Stapler-Märkten, in denen der Komfort für den Fahrer immer häufiger über den Staplerkauf mitentscheidet, stößt diese Kombination auf immer weniger Gegenliebe. Um dem zu begegnen konzipierte Kaup ein neuartiges Anbaugerät. Dieses erfüllt die Anforderungen, nämlich Transport palettierten Gutes und lagenweises Kommissionieren, nach Aussage der Betreiberfirma ideal.

Bei diesem Gerät handelt es sich um eine Klammergabel, kombiniert mit Steinklammerarmen. Im Gegensatz zu den bisherigen Lösungen befinden sich die Steinklammerarme fest installiert am Gerät. Werden Paletten transportiert, stehen die im Gabelknick angelenkten Steinklammerarme senkrecht nach oben, also parallel zum Gabelrücken. Für das lagenweise Aufnehmen des Transportgutes werden die Klammerarme mit je einem Hydraulikzylinder auf das Tragteil der Gabel geklappt. Aus dem Palettentransportgerät wird jetzt eine Klammer, ohne dass der Staplerfahrer seinen Arbeitsplatz verlassen muss. In dem betreffenden Einsatzfall wurden als Klammerarme solche mit einem "hydraulischen Ausgleich" gewählt. Die Klammerarme bestehen aus einem allseits geschlossenen U-förmigen Hohlprofil. Der Innenraum der Klammerarme ist mit Fett gefüllt und in ihn tauchen kleine Kolben ein.

Wird nun ein Kolben stärker nach innen gedrückt, (durch Formatunterschiede des Klammergutes) so muss ein anderer Kolben eine ausgleichende Kompensationsbewegung machen. Damit werden praktisch alle Teile des Transportgutes mit gleichem Druck geklammert, also sehr schonend transportiert. Die Polyur-ethan-Puffer auf den Kolben sind natürlich einem gewissen Verschleiß unterworfen. Sie sind jedoch im Bedarfsfall schnell zu tauschen und nach Aussage des Kunden sehr preiswert. Außerdem können sie in ihrer Ausführung (Polyurethan, Gummi oder Stahl) dem jeweiligen Einsatz optimal angepasst werden.

Das dargestellte Gerät hat für Gabelarbeiten eine Tragfähigkeit von 2700 kg, für Klammerarbeiten eine solche von 1000 kg. Es sollte idealerweise an einem Stapler mit mindestens 3,5 t Tragfähigkeit angebaut werden.

www.kaup.de

Kaup-Klammergabel kombiniert mit Steinklammerarmen
Kaup-Klammergabel kombiniert mit Steinklammerarmen.
Im Bild ist das Anbaugerät in der Position "Abklappen der Spannarme",
mit denen die obersten Lagen von der Palette abgenommen werden.





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