www.steine-und-erden.net > 2005 > Ausgabe 5/05 > Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut?

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Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut?

Berufliche Hauterkrankungen noch immer auf Platz 3 der BK-Renten.

Die Haut ist unser größtes Organ. Sie bedeckt eine Fläche von 1,5 bis 2 Quadratmetern und macht etwa 1/6 bis 1/5 unseres Körpergewichts aus, durchschnittlich ca. 10 - 12 Kilogramm.



Unsere Haut hat viele verschiedene Funktionen

Über Blutgefäße und Schweißdrüsen reguliert sie den Wärmehaushalt unseres Körpers, Informationen über Druck, Wärme, Kälte und Schmerz werden von ihr über die in ihr befindlichen Nerven und anderen Strukturen des Nervensystems aufgenommen. Als Ausscheidungsorgan sondert sie Schweiß und Talg ab. Als Stoffwechselorgan übernimmt sie eine Entgiftungsfunktion. Sie nimmt Fette, Kohlenhydrate und Salze auf, weiterhin bietet sie Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen und bildet somit eine Barriere gegenüber der "Außenwelt"

Dabei ist unsere Haut sehr zart. Sie ist nur wenige Millimeter dick und kann auf Belastungen empfindlich reagieren. Schädlich ist vor allem der häufige Kontakt mit Wasser und Chemikalien wie z.B. verschmutzten Ölen und Fetten, Kühlschmierstoffen, Lösemitteln, Harzen und Kunstharzen, Säuren, Laugen, Lacken, Zement, Kalk, Chromaten, Dichromaten, Kaltreiniger u.v.a.m. Kaum ein anderer Bereich unseres Körpers ist derart hohen Anforderungen ausgesetzt. Am Strand ist der Griff zur UV- Schutzcreme längst selbstverständlich, im Berufsleben sieht es anders aus. Hier gehört spröde und raue Haut vermeintlich zum "Alltag". Erst wenn sich die Haut wehrt und mit Rötung, Spannungsgefühlen und Juckreiz reagiert, wird ihr Beachtung geschenkt, manchmal auch erst, wenn sie chronisch verändert ist. Bläschenbildung und ekzematöse Veränderungen folgen.

Nehmen Sie sich deshalb konsequent Zeit für den Schutz und die Pflege ihrer Hände. Achten Sie auch bei der täglichen Händehygiene auf die richtige Technik, die richtige Methode und die Auswahl der geeigneten Mittel für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege. Hautschutzpräparate sollen die Barrierefunktion der Haut unterstützen. Die Mittel zum Hautschutz müssen auf die Arbeitsbedingungen abgestimmt sein; hierbei ist wichtig, um welche Art von Belastung es sich handelt. So muss unterschieden werden, ob es sich um wasserlösliche oder nicht wasserlösliche Stoffe handelt, ob eine starke mechanische Belastung vorliegt oder eher eine chemische.


Die Aufgaben der Haut
Die Aufgaben der Haut



Die richtige Hautreinigung ist eine wesentliche Voraussetzung zum Schutz der Haut. Es gilt: je schonender desto besser!

Das verwendete Hautreinigungsmittel sollte der Verschmutzung entsprechen. So sind zum Beispiel in der Regel die sehr häufig verwendeten "Rubbelpasten" nicht angemessen und werden viel zu häufig angewendet. Diese Pasten enthalten scharfkantige Reibekörper (z. B. Sand), die die Haut durch viele kleine Verletzungen stark schädigen und somit sehr viel mehr schaden als nutzen. Hier gibt es hinreichende Alternativen. Die richtige Anwendung der Reinigungsmittel ist entscheidend. Falsche Hautreinigung kann oft schlimmere Folgen haben als nicht verwendeter Hautschutz. So ist die Benutzung von Terpentin, Benzin, Verdünner usw. zum Reinigen der Haut ungeeignet, da diese die Schutzbarriere zerstören.

Die Pflege spielt eine große Rolle bei der Gesunderhaltung der Haut. Die Inhaltsstoffe von Hautpflegepräparaten unterstützen und helfen der Haut, sich zu regenerieren.

Für die drei Säulen Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege ist die richtige Anwendung entscheidend:



Wie werden die Hautmittel richtig benutzt?


Richtiges Auftragen von Hautschutzmitteln
  • Hautschutzmittel vor der Arbeit, nach dem Händewaschen, nach den Pausen sowie vor dem Anziehen der Handschuhe auf die trockene gereinigte Haut auftragen.
  • Das Mittel zuerst auf den Handrücken auftragen, die Handrücken gegeneinander reiben.
  • Sorgfältig auch die Stellen zwischen den Fingern und rund um die Fingernägel einreiben.
  • Restliches Mittel mit Waschbewegung verteilen; dabei die Handgelenke und Unterarmbereich nicht vergessen.
  • Vorgang nach jedem Waschen wiederholen.
  • Schutzhandschuhe erst anziehen, wenn Hautschutzmittel eingezogen ist.

Richtiges Waschen mit Hautreinigungsmitteln
  • Hautreinigungsmittel auftragen, zunächst ohne Wasser gründlich verreiben und kurz einwirken lassen.
  • Keine Bürste oder Scheuermittel verwenden.
  • Verunreinigungen und Reinigungsmittel mit Wasser gründlich nachspülen, dabei kein heißes Wasser verwenden.
  • Hände sorgfältig und schonend abtrocknen (auch zwischen den Fingern).
  • Hautschonende Einmalhandtücher benutzen.

Richtiges Pflegen mit Hautpflegemitteln
  • Hautpflegemittel nach der Arbeit und ggf. in der Freizeit jeweils nach gründlicher Hautreinigung sorgfältig, auch zwischen den Fingern, auftragen.
  • Das Auftragen in gleicher Weise wie beim Hautschutzmittel angegeben vornehmen.

Bei allen hautbelastenden Arbeiten ist das Tragen von Schutzhandschuhen vorgeschrieben, außer bei Arbeiten mit rotierenden Werkstücken oder Werkzeugen, um die Gefahr des Erfassens des Handschuhes auszuschalten.

Die Auswahl des richtigen Handschuhs ist abhängig von der zu verrichtenden Arbeit und den verwendeten Arbeitsstoffen. Liegen mechanische (z.B.: gratige, spitze, scharfkantige Werkstoffe, bei Transporten usw.), thermische (z. B.: große Hitze und Kälte) chemische (Säuren, Laugen, Öle, Fette usw.) oder bakteriologische (z.B.: Infektionserreger) Gefährdungen vor? Einen Universalhandschuh für alle Tätigkeiten gibt es nicht!

Alle notwendigen Präparate der drei Säulen Hautschutz, Hautreinigung, Hautpflege sowie die zu verwendenden Schutzhandschuhe sind Bestandteil eines von jedem Betrieb zu erstellenden Hautschutzplanes, der an den Waschplätzen des jeweiligen Arbeitsbereiches auszuhängen ist. Trockene, rissige Haut, Rötungen und Schuppungen sind keinesfalls nur harmlose Schönheitsfehler. Sie können Vorboten einer entstehenden Erkrankung sein, die im schlimmsten Fall zur Aufgabe des Arbeitsplatzes führen kann.

Reagieren Sie rechtzeitig und wenden Sie sich an Ihren Betriebsarzt. Dieser ist auch gern behilflich bei der Erstellung eines Hautschutzplanes, der in jedem Betrieb vorhanden sein sollte. Dieser beinhaltet die jeweils notwendigen Präparate für die verschiedenen Arbeitsbereiche.

Simone Freiberger, StBG
Matthias Bradatsch, StBG

Broschüre Hand und Hautschutz
Wichtige weitergehende Informationen und Kontaktadressen
finden Sie in der Broschüre "Hand und Hautschutz" der
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft





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