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Corporate Fashion - multifunktionelle Bekleidung motiviert und vermarktet

Neue Materialien und Verarbeitungstechniken bringen Funktion in die Corporate Fashion. Neuheiten für alle Branchen zeigt die A+A, mit rund 1.300 Ausstellern die international führende Messe für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Berufsbekleidung muss je nach Einsatzgebiet spezielle Funktionen erfüllen. In der Arbeitswelt unterscheidet man im Wesentlichen drei Bereiche. Schutz für private Kleidung wie etwa Latzhosen, Blaumänner oder Schürzen. Berufsbekleidung, auch Corporate Fashion genannt, die an Stelle von privater Bekleidung getragen werden soll und den Träger gleichzeitig als Angehörigen eines Unternehmens oder Berufsstandes identifiziert. Den dritten Part bildet die Wetter- und Warnschutzkleidung als Teil der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA), wie sie z. B. an Flughäfen benötigt wird. Innerhalb dieser Bereiche gibt es immer mehr Überschneidungen. Moderne Jacken beispielsweise sorgen für den Auftritt in Unternehmensfarben und schützen gleichzeitig vor Wind und Wetter.



Trend zu einheitlicher Bekleidung

Vor allem auf dem Gebiet der Corporate Fashion haben sich in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Entwicklungen vollzogen. Sie dient nicht mehr allein der Steigerung des Images und des Bekanntheitsgrades, sondern ist auch hochfunktionell. Immer mehr Unternehmen, selbst aus dem Dienstleistungssektor, setzen auf Corporate Fashion. Diese modische und funktionelle Art der Berufsbekleidung hat den Umsatz deutscher Hersteller von Berufsbekleidung bis Oktober 2004 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent auf 263 Millionen Euro steigen lassen (Quelle: Stat. Bundesamt Wiesbaden). Damit erreicht Deutschland Platz 3 hinter Dänemark und Schweden, die noch höhere Umsätze mit Berufsbekleidung erzielten. Auch in diesem Jahr rechnet die Branche mit einem Zuwachs.



Funktionen aus dem Sport

Die Neuheiten der Branche, ein Rundgang über die A+A 2005 wird dies zeigen, kommen nicht von den Materialien allein. Vor allem bei Schnitt, Design und Verarbeitungstechnik haben sich stetige Entwicklungen vollzogen. Hochfunktionelle Wetter- und Warnschutzkleidung kann heutzutage modisch sehr attraktiv sein. Materialien aus dem Sport in Verbindung mit neuartigen Verarbeitungstechniken und ergonomischer Schnittführung schaffen Bekleidung, die dem Träger hohen Komfort und beste Funktionalität bei allen Witterungsbedingungen bietet. Auch beim Design orientiert man sich mehr und mehr am Sport. Elisabetta Birmelin, Designerin für Sport- und Berufsbekleidung in München: "Man denke nur an Snowboarder-Hosen, die am Knie mit Cordura oder ähnlichem verstärkt und gepolstert sind. Gleiches bietet sich für Berufsgruppen wie Fliesen- oder Parkettleger an, die viel knieend arbeiten müssen. Stretchmaterialien im Schulterbereich, wie man es von körpernaher Skibekleidung kennt, erleichtern Arbeiten, die über Kopf erledigt werden müssen. Netz-einsätze am Rücken und unter den Armen verschaffen nicht nur Sportlern bei schweißtreibenden Aktivitäten Luft."

Wärmeisolierende Materialien, die leicht und wasserabweisend sind wie z. B. "Goretex", das viel im Bergsport eingesetzt wird, schützt Arbeitnehmer, die bei Wind und Wetter draußen arbeiten müssen.



Wirtschaftlichkeit von multifunktioneller Bekleidung

Moderne Arbeitskleidung genügt dank moderner Materialien mehreren Anforderungen gleichzeitig und kommt daher meist mit weniger Teilen aus. Das bezeichnet man als Multifunktionalität. Berufsbekleidung wird mehr und mehr als Ganzjahreskleidung konzipiert. Bei der Frankfurter Fraport AG verfügen seit vergangenem Herbst die 4.500 Ladearbeiter über eine "Windstopper"-Jacke. Die Jacke hält Wind, Zugluft und leichten Schnee ab. Sie wirkt über das Fleece auf der Innenseite außerdem wärmeisolierend. Bis zu einer Außentemperatur von ca. 5 Grad kann die windschützende Jacke auch gut alleine getragen werden. Hier wurden also Wollpulli und leichte Jacke zusammengefasst. Im Winter und bei Regen hält dann die Kombination aus "Goretex- und Windstopper"-Jacke die Mitarbeiter warm und trocken.

Weniger Teile mit mehr Funktion bedeuten nicht nur wirtschaftliche Einsparungen für den Arbeitgeber. Vor allem die Träger profitieren davon. Sie sind heute bei Wind und/ oder Kälte weniger dick angezogen, ohne dass die Funktion leidet. Dünnere Materialien ermöglichen schickere Schnitte und bessere Passform. Das wiederum erhöht den Tragekomfort. Kleidung, in der sich Mitarbeiter wohl fühlen, steigert die Motivation.



Marketinginstrument, Werbemittel und Imageförderung

Corporate Fashion bietet heute noch ganz andere branchenübergreifende Vorteile. Ob bei Automechanikern oder Wachpersonal - Berufsbekleidung gilt als wirksames Marketing- und Image-mittel. Einen hohen Wiedererkennungswert besitzt etwa die Bekleidung der 1.400 BMW-Servicemobil-Mitarbeiter. Sie tragen seit Mai 2003 Unternehmensbekleidung, die sich in Farbe und Design am silbernen Servicemobil orientiert. Die Jacken, die der EN 471 entsprechen, sind äußerst strapazierfähig, langlebig und pflegeleicht. Sie sind wind- und wasserdicht. Eine auszippbare Steppjacke sorgt für Wärmeisolierung. Beim Schnitt hat man sich am Outdoorbereich orientiert, sodass die Jacke neben hoher Funktionalität auch eine sportliche Optik bietet. Poloshirt und Sweatshirt behalten selbst nach vielen Wäschen ihre Form und garantieren Feuchtetransport von innen nach außen.



Zeit und Geld mit Leasing sparen

Das gesamte Handling von Berufsbekleidung ist einfacher geworden. Heute arbeiten viele große Beschaffer mit Textildienstleistungsunternehmen zusammen. Textildienstleister, wie sie sich zahlreich auch auf der A+A 2005 präsentieren, nehmen sich des Themas Bekleidung von der Idee über die Logistik bis hin zur Pflege des Produktes an.



Modenschau






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