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[Die Industrie der Steine + Erden]






Ein Mischmeister erinnert sich

"Ich geh' in kein Silo mehr rein!" Sagte ein 59 Jahre alter Mischmeister, der seit 23 Jahren seine Transportbetonanlage bedient.
Vor 10 Jahren sollte in einem Zementsilo ein Zementbrocken zerschlagen werden. Mit einer Strickleiter und mit einem Gurt angeseilt stieg er in das Silo. Beim Zerschlagen des Zementbrockens brach nicht nur dieser entzwei, sondern es lösten sich auch Anbackungen von der Silowand. Im Nu stand er in einer Staubwolke, die nur noch die Flucht nach oben über die Strickleiter erlaubte.
Unter Erstickungsängsten und mit Zementstaub in der Lunge kam er endlich oben an. 14 Tage brauchte er für die Regenerierung.
Wenn er heute noch mal in ein Silo hinein müsste, dann nur noch mit Einfahrvorrichtung, Staubschutzmaske und dichter Schutzbrille. Vorher würde er mit einem Staubsauger die Zementreste und Anbackungen entfernen, so weit es geht. Dass Strickleitern bereits damals zum Einsteigen in Silos verboten waren, wusste er nicht. Die Vorstellung, an einer Strickleiter hängend, nach oben hastend dem Ersticken zu entkommen, ist ein Alptraum!

Dipl.-Ing. Georg Lenz, StBG


Strickleitern
Strickleitern zum Einsteigen
in Silos sind verboten





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