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Tödliche Gefahr: Erneut Unfall im Brechraum

In einem Mitgliedsunternehmen wird Naturstein im Steinbruch gewonnen und durch einen neuen raupenmobilen Brecher zerkleinert. Die Bedienung erfolgt ferngesteuert vom Bagger aus.
Am Unfalltag startete der Baggerfahrer die Anlage. Der Rotor des Brechers lief nicht an. Bei der telefonischen Rückfrage in der Service-Firma wurde er angewiesen, die Anlage abzuschalten und auf den Monteur zu warten. Entgegen dieser Anweisung kletterte er durch den Materialeinlauf in den Brechraum der abgeschalteten Anlage. Bei der Beseitigung eines vermutlichen Klemmers setzte er durch sein Körpergewicht den tonnenschweren aber leichtgängigen Rotor in Bewegung, wurde eingezogen und totgequetscht.

Unfallursache
Wieder ist der ungesicherte Rotor eines Schlagleistenbrechers einem Beschäftigten zum Verhängnis geworden. Der tonnenschwere leichtgängige Rotor kann allein durch das Körpergewicht in Drehbewegung versetzt werden. Der Mensch ist aber zu schwach, diese Bewegung dann aufzuhalten.

Maßnahmen
  • Vor dem Betreten des Brechraumes muss der Rotor stets gegen mögliche Drehbewegung gesichert werden. Dabei sind die von den Herstellern vorgesehenen Vorrichtungen (z. B. Bolzen, Haken, Keile oder Krallen) zu nutzen.
  • Bei Reparaturen oder Wartungsarbeiten ist die von den Herstellern in den Betriebsanleitungen angegebene Abfolge unbedingt einzuhalten: Ausstellen, gegen Wiedereinschalten sichern, öffnen, Rotor gegen Drehbewegung festlegen, betreten ... ).
  • Alle Beschäftigten müssen unbedingt regelmäßig (mindestens einmal jährlich, besser aber in kurzen Abständen) in verständlicher Form über alle Gefahren im Betrieb der Aufbereitungsanlagen und bei Wartungs- und Reparaturarbeiten unterwiesen werden.
  • Über die korrekte und sichere Vorgehensweise ist eine Betriebsanweisung zu erstellen.

Dipl.-Ing. Jürgen Pester, StBG



Raupenmobiler Brecher
Tödlicher Unfall im Brechraum
eines raupenmobilen Brechers.






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